5vor12: eine Insel im Müllsammelfieber


Versehentlich in Stralsund geboren, ist Emy waschechte Rüganerin und ihrer Insel seither immer treu geblieben. Nachdem sie jahrelang mit Zahlen jonglierte, widmet sie sich nun ihrer Leidenschaft für das geschriebene Wort. In ihrer Freizeit erkundet sie am liebsten die Natur... mehr

Der Regen zieht sich langsam zurück und die wärmenden Sonnenstrahlen bahnen sich ihren Weg durch die Weniger fürs MeerBäume, als wir uns auf den Weg zur Orangerie in Putbus begeben. Eine kühle Herbstluft lässt die noch ungefüllten Dreckbags in unsereren Händen in alle Richtungen tanzen. Die Reißverschlüsse unserer Jacken sind bis nach oben zugezogen, die Schuhe passend zum langen Laufen ausgesucht. Die von der frischen Luft gerötete Nase nimmt die herrlichen Gerüche der Natur wahr. Noch bläst uns der frische Wind um die Ohren und bringt eine leichte Kälte mit sich. Uns soll jedoch schon bald warm werden.

Die Uhr schlägt 5vor12

Am Freitag, dem 04. Oktober war es so weit. Im Rahmen der Woche der Nachhaltigkeit riefen der Tourismusverband Rügen e. V. und seine Partner zur inselweiten Müllsammelaktion „5vor12“ auf. Um 11:55 Uhr trafen sich Einheimische und Touristen, um eine Stunde gemeinsam Müll einzusammeln. 13 Orte auf der Insel Rügen und auf Hiddensee haben sich an der Müllsammelaktion beteiligt.

Motivierte Helfer mit bunten HandschuRosendoktor Putbushen

Lila, Rosa, Grün und Blau – in bunten Farben leuchten die Arbeitshandschuhe an den Händen der freiwilligen Helfer. Die Kinder tanzen vor Aufregung munter im Kreis, während sie ihre Mülltüten wie Drachen durch den Himmel schweben lassen. Der Rosendoktor aus Putbus, Hans Ullrich Hilden begrüßt uns herzlich. Nach einem kurzen Gespräch erklärt er uns die geplante Route, die wir gehen wollen. Sie führt uns quer durch den von Bäumen geprägten Schlosspark. Dabei erklärt er uns, an welchen Orten sich besonders viel Müll befinde, zum Beispiel am Fledermausquartier, unterhalb der Pergola. Dieser Ort ist ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt. Mit einer Schubkarre, einigen Müllgreifern und vielen motivierten Helfern im Schlepptau, beginnt das etwas andere Abenteuer. Schon nach den ersten Metern füllen sich die Tüten. Zigarettenkippen, Verpackungsmüll aber auch Plastikflaschen landen in den Dreckbags. Etwas wehmütig betrachte ich die Müllvorräte in den Hecken, während immer wieder, vor Leere glänzende, Mülleimer an meinen Augen vorbei ziehen. Groß und Klein freuen sich über gefundenen Müll, zwischen den Bäumen oder am Rande des Sees, der schnell in der Mülltüte verschwindet.

Leuchtende Kinderaugen und gefüllte Dreckbags

Die Kinderaugen leuchten stolz, während sie ihre prallgefüllten Dreckbags durch die Runde zeigen. Nach einer Stunde sind alle Helfer mit ihrer Ausbeute zufrieden. Für mich ist klar, dass war nicht das letzte Mal, dass ich Müll gesammelt habe. In Zukunft werde ich immer eine Dreckbag dabei haben um etwas aufzuheben, wenn es am Wegesrand liegt. Mit einem Gefühl der Zufriedenheit begeben wir uns nach einer Stunde auf den Rückweg ins Büro. Reicher an Erfahrungen und mit dem guten Gefühl, etwas für die Umwelt getan zu haben.

 

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