Camping auf Rügen: Interview mit Katrin und Michael


Im südöstlichen Zipfel Mecklenburg-Vorpommerns geboren, verschlug es Claudia zunächst nach Leipzig, dann nach Schottland, Berlin und zuletzt auf eine Berghütte in den Alpen. Die Sehnsucht nach Wind und Meer zog sie schlussendlich nach Rügen, wo sie jede freie Minute Rad-... mehr

Camping Interview Goehren

Seit sechs Jahren kommen Michael (49) und Ann Katrin (50) und Hund Sammy nach Göhren zum Campen. Beide leben und arbeiten in Berlin, Michael als Altenpfleger und Katrin bei der Arbeiterwohlfahrt. Dort betreut sie Menschen mit Behinderung. Vor zehn Jahren lernten sie sich im Berliner Nachtleben kennen. In diesem Jahr verbringt das Paar seinen Urlaub zum sechsten Mal im Regenbogencamp in Göhren.

Wann habt ihr das Campen für euch entdeckt?

Katrin: Ich war schon als Kind oft an der Ostsee campen, sogar hier, auf diesem Campingplatz. Die Nähe zur Natur, das Freie und Ungebundene, das fand ich schon immer toll. Ich mochte das als Kind auch immer, wenn man bei Regen im Zelt gesessen hat und die Tropfen auf die Plane prasselten.

Michael: Ich war auch als Kind schon campen, damals wars aber nicht so toll. Mein Vater war bei der Armee und da ging es manchmal zu wie auf einem Militärübungsplatz. Schwimmen im Freibad bei Nieselregen zum Beispiel.

Katrin: Als Paar waren wir dann zelten. Das war zwar ziemlich romantisch, aber mir haben alle Knochen weh getan.

Michael: Deshalb ist es jetzt mit dem Bungalow für uns perfekt.

Goehren und UmgebungDer schönste Moment des Tages?

Michael: Morgens.

Katrin: Ja, morgens.

Michael: Wenn ich aufstehe und Katrin noch schläft, mache ich mir schon mal einen Kaffee, setze mich raus und lese mein Buch. Wunderbar.

Katrin: Wenn man durch die Bäume die aufgehende Sonne sieht, gibt es ein herrliches Licht. Wir lieben aber auch unsere abendlichen Strandspaziergänge. Jetzt im September sind wir da abends manchmal ganz für uns.

Was gefällt euch so an diesem Campingplatz?

Katrin: Wir sind ja super öko, wir fahren mit dem Zug. Und dann wollen wir natürlich nicht so viel mitschleppen. Deshalb ist es natürlich wichtig, dass man überall gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln hinkommt und es Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe gibt – das ist hier gegeben.

Michael: Die Hilfsbereitschaft untereinander gefällt mir hier.

Katrin: Es ist vor allem die schöne Natur, die uns immer wieder hierherzieht, aber auch die Leute, egal ob Einheimische oder Touristen. Ehrlich gesagt, wir würden gern hier wohnen. Es gibt tatsächlich Pläne dahingehend.

Michael: Wir wohnen zwar in Berlin auch recht grün, aber da fehlt uns einfach das Meer. Eine reizende Dame, sie war Rüganerin und schon ein bisschen älter, sagte mir neulich: „Machen Sie es, machen Sie es! Warten Sie nicht noch zehn Jahre!“

Camping Schmuck GoehrenWelche Sehenswürdigkeit gehört zu eurem Pflichtprogramm, wenn ihr hier seid?

Katrin: Die Natur ist unsere Sehenswürdigkeit.

Michael: Es ist für uns vor allem das Meer, auch der Wildstrand beim Nordperd. Und direkt hier im Wald auf dem Campingplatz. Wenn die Sonne zwischen den Bäumen hindurch scheint, denkt man wirklich, man wäre im Auenland.

Für welches Utensil würdet ihr nochmal umkehren, weil es in eurem Urlaub nicht fehlen darf?

Einstimmig: Für den Hund! (beide lachen)

Euer witzigstes Erlebnis?

Katrin: Oh, ja letztes Jahr, Micha, darf ich das erzählen? Ich hab’ letztes Jahr meinen Mann auf der Anreise verloren. In Neustrelitz ist Micha kurz aus dem Zug ausgestiegen, ohne Handy, ohne Jacke.

Michael: Die Türen haben dreimal rot aufgeflackert. Ich dachte, vielleicht heißt das was, drückte den Türöffner, aber da war’s schon zu spät.

Katrin: Ich gucke raus und der Zug fährt los und er steht draußen wild gestikulierend am Bahnsteig. Dazu muss man auch wissen: Der Mann friert schnell. Ich habe dann gleich die Schaffnerin angesprochen. „Ach, das passiert andauernd“, meinte sie. Er solle einfach in den nächsten Zug einsteigen und die Situation erklären.

Michael: Zum Glück hatte ich noch etwas Geld in der Hosentasche und bin in den nächsten Zug eingestiegen.

Katrin: Ich bin dann in Stralsund ausgestiegen und zur Polizei, habe unter Tränen die Situation erklärt. Als ich erwähnte, dass Michas Orientierungssinn nicht der Beste ist, fragten sie: „Wie stark orientierungslos ist er denn?“ Wahrscheinlich hätten sie einen Helikopter geordert, wenn ich gesagt hätte „sehr stark“ (Beide lachen).

Michael: Kurze Zeit später kam ich dann aber in Stralsund an und wurde direkt von den Beamten begrüßt.

Was ratet ihr jemandem, der zum ersten Mal hier Campingurlaub macht?

Michael: Grüßen.

Katrin: Stimmt, man grüßt sich hier einfach auf dem Campingplatz. Egal, wie verschlafen man morgens noch ist.

Weitere Informationen zum Camping auf Rügen gibt’s hier.


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