Rügen entdecken: 48 Stunden auf Jasmund


Berthe Jentzsch ist zwar gebürtige Berlinerin, braucht aber ab und zu Meer. Daher reist sie gerne. Entweder auf die Insel Rügen oder auf die Halbinsel Italien, wo sie einige Zeit lebte. Sie studierte Literaturwissenschaft in Wien und am Peter-Szondi-Institut in... mehr

NP JasmundJasmund ist der grüne Kopf Rügens. Gut ein Viertel der Fläche gehört zum Nationalpark. Dessen alte Buchenwälder gelten sogar als Weltnaturerbe. Als bekannteste Sehenswürdigkeit zieht vor allem der majestätische Königsstuhl die Besucher an. Mediterrane Städte, eindrucksvolle Kreidefelsen und Wanderwege mit Weitblick – was in 48 Stunden Jasmund zu erleben ist, zeigen die folgenden Tipps:

Tag 1 – Der Kreide auf der Spur zum Meer

12 Uhr: Sagard. Der erste Badeort Rügens ist ein geeigneter Start. Ein kurzer Stadtspaziergang führt zur gotischen Backsteinkirche Sankt Michael und zum modernen Antiquariat „Bücherbahnhof“.

14 Uhr: Mit dem Fahrrad oder zu Fuß geht es knapp vier Kilometer weiter zu Europas einzigem Kreidemuseum nach Gummanz. Das interaktive Museum würdigt das „weiße Gold“ Rügens. Außerdem gehört eine Freilichtausstellung im ehemaligen Kreidewerk zur Anlage. Tipp: Unweit von Gummanz ragt am Jägerhof ein über hundert Jahre alter Mammutbaum 18 Meter in die Höhe. Ebenso lohnt sich ein kleiner Abstecher ins benachbarte Quoltitz. Hier warten ein sagenumwobener Opferstein und alte Kreidebrüche.

Hafen Sassnitz16 Uhr: Wilde Beeren, Äpfel, Pflaumen, Birnen – Mit etwas Glück und einem guten Auge serviert der Wegesrand kleine Kostproben. Über Wanderwege durch Feld, Wald und Wiesen ist der Naturcampingplatz Nipmerow (5 km) erreicht. Dort können Urlauber ihre Zelte aufschlagen oder die nächsten zwei Kilometer nach Lohme wagen.

18 Uhr: Wie wäre es zur Belohnung mit einem Abendessen am eleganten Jachthafen von Lohme? Von hier aus haben die Speisenden einen wunderbaren Blick nach Kap Arkona. Und vor allem: auf die untergehende Sonne.

Strecke: 12 km; Dauer: eine Stunde mit dem Fahrrad oder zweieinhalb Stunden zu Fuß

 

 

Tag 2 – Einer von Deutschlands schönsten Wanderwegen und Stadtbummel in Sassnitz

7 Uhr: Dieser eindrucksreiche Tag sollte königlich anfangen. Und das am besten mit den ersten Sonnenstrahlen. Was böte sich daher mehr an, als den Sonnenaufgang am Königsstuhl von der Victoria-Sicht aus zu erleben? Rügens bekannteste Attraktionen bieten einen fantastischen Küstenblick. Der perfekte Einstieg (beziehungsweise Aufstieg) für einen unvergesslichen Tag.Nach Rügen reisen, heißt nach Sassnitz reisen

9 Uhr: Vom Stuhl geht es auf die Piste. Der zehn Kilometer lange Hochuferweg gilt als einer der schönsten Wanderwege Deutschlands. Zwei spektakuläre Aussichten auf einmal präsentiert der Pfad. Links die Kreideküste und das weite Meer, rechts ein malerischer Nationalpark aus jahrhundertealten Buchenwäldern. Nach sechs Kilometern ist das erste Etappenziel erreicht. Unweit der Wissower Klinken lädt das 2017 eingeweihte UNESCO-Welterbeforum „Waldhalle“ zur kurzen Stärkung. Interessierte Reisende erkunden auf der Rast die kleine Ausstellung über den Buchenwald oder kommen ins Gespräch mit den Nationalparkwächtern.

Sassnitz am Fuße des Nationalparks Jasmund

13 Uhr: Kurz nach dem Ortseingang Sassnitz ermöglicht ein Abstieg am Steinstrand entlangzuwandern. Wer die Augen offen hält, findet vielleicht einen glücksbringenden Hühnergott. An der Kurmuschel, dem Musikpavillon des DDR-Bauingenieurs Ulrich Müther vorbei, gelangt man nach Alt-Sassnitz.

15 Uhr: Capri des Nordens wird die Stadt mit dem mediterranen Flair genannt. Villen im Bäderstil säumen die Strandpromenade. Hier lohnt ein Bummel durch die kleine Altstadt. Empfehlenswert ist auch ein Besuch in der Silberschmiede oder der Bernsteinwerkstatt.

Vollmondfest SassnitzTipp: Jedes Jahr im Hochsommer steht dieser Teil der Stadt ganz im Zeichen des Mondes. Das Vollmondfest im Juli oder August ist ein wahres Kulturhighlight. Konzerte mit namhaften Musikern, wie Friedemann, Conny Ochs, Posaunist Conny Bauer, Wenzel und Band begeistern ebenso das bunt gemischte Publikum wie Theatervorstellungen, Ausstellungen und Tanzaufführungen.

20 Uhr: Whiskey aus Schottland, Schokolade aus Indonesien oder sizilianischer Wein: Dahlmanns Bazar ist der beste Ort um seinen Tag in Sassnitz ausklingen zu lassen. Das Konzept aus Buchladen, Feinkostgeschäft und Bar hat sich auf Inselprodukte spezialisiert. Monatlich finden ebenso Lesungen und Konzert statt.

Strecke: ca. 15 km; Dauer: ca. drei Stunden zu Fuß

 

FischbroetchenTag 3 – Abschied mit Fischbrötchen

7 Uhr: Guten Morgen, Sassnitz! Ein Frühstück in der „Bäckerei Peters“ direkt am Wasser wäre jetzt das Richtige. Die große Glasfront erlaubt einen ersten Blick aufs morgendliche Meer. Danach kommt ein Verdauungsspaziergang entlang der Strandpromenade Richtung Stadthafen sehr gelegen.

8.30 Uhr: Die letzte Tour, bevor es heißt, Abschied zu nehmen. Über Dwasieden (3 km), Dubnitz (5 km) und Borchtitz (4,5 km) gelangen Wanderer schließlich nach Lietzow (2,5 km).
In dem kleinen Ort zwischen großem und kleinem Jasmunder Bodden lässt sich der Blick aufs Lietzower Schloss genießen. In dem vorgelagerten „Spitzen Ort“ befindet sich zudem die Traditionsräucherei Lietzow. Hier oder in der Fischräucherei „Fisch aus Rauch und Pfanne“ direkt an der Schleuse schmeckt das letzte Jasmunder Fischbrötchen.

12 Uhr: Die flache Badestelle am Lietzower Sandstrand eignet sich besonders für Familien mit Kindern. Nach dieser Abkühlung und Stärkung fällt der Abschied hoffentlich leichter. Vom Bahnhof fahren Züge Richtung Stralsund oder Binz weiter.

Strecke: 15 Kilometer; Dauer: 45 Minuten mit dem Fahrrad oder drei Stunden zu Fuß

Da 48 Stunden immer noch nicht genug sind, um alles zu entdecken, gibt es hier weitere Informationen zur Halbinsel Jasmund. Die Insel erlebt man am besten hautnah bei weiteren Wanderungen auf Rügen.


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