Störtebeker Festspiele 2019: Mitfiebern beim „Schwur der Gerechten“


Im südöstlichen Zipfel Mecklenburg-Vorpommerns geboren, verschlug es Claudia zunächst nach Leipzig, dann nach Schottland, Berlin und zuletzt auf eine Berghütte in den Alpen. Die Sehnsucht nach Wind und Meer zog sie schlussendlich nach Rügen, wo sie jede freie Minute Rad-... mehr

Der Himmel über dem Großen Jasmunder Bodden tönt sich in zartrosa Schattierungen, während eine kräftige Brise über das Publikum weht. Schwalben sausen über die Szenerie Das Buehnenbild bei Stoertebekerhinweg, als seien sie Teil der Naturbühne in Ralswiek, auf der die Abenteuer des Freibeuters Klaus Störtebeker erneut zum Leben erweckt werden. So entführt das aufwendig gestaltete Bühnenbild die Zuschauer in die Zeit um 1400.

Grandiose Spezialeffekte und Überraschungsmomente

Mecklenburg und Dänemark liegen im Krieg. Die Stimmung ist bedrohlich, die Festung der Mecklenburger beinah noch bedrohlicher. Doch die dänische Königin hat einen Plan. Und der lässt weder Skrupellosigkeit, noch Intrigen oder Action vermissen. Dabei überzeugt Krista Birkner, die der Königin ihr Gesicht leiht, mit starker Bühnenpräsenz.

Doch nicht nur das Bühnenbild, das den Eindruck vermittelt, als würde es hinter dem sichtbaren Teil weitergehen, beeindruckt. Auch die Kostüme hauchen den Legenden um Störtebeker Leben ein, sowie detailverliebte Requisiten, Lichtstimmungen oder Ton. Insbesondere die Spezialeffekte und Pyrotechnik sorgen für atemlose Spannung und den einen oder anderen Überraschungsmoment. Mit Zusammenzucken.

Das Geheimnis der Störtebeker Festspiele

Und dann ist da noch das Ensemble, die Menschen, die ihre Rollen mit viel Überzeugungskraft spielen – vom Hauptdarsteller bis hin zum Kleindarsteller: all die Bauern, Mägde, StoertebekerBediensteten. Menschen eben und mit ihnen all das, was Menschsein ausmacht, im Guten wie im Schlechten. Mit lebendigen Dialogen, die Einblick geben in das Leben damals. Und das scheint sich in seinen menschlichen Facetten gar nicht so sehr von unserem heute zu unterscheiden. Vielleicht ist genau das eines der Geheimnisse diese Rügener Urgesteins.

Ende der Fünfzigerjahre als Rügenfestspiele ins Leben gerufen, wird die Naturbühne seit 1993 von Störtebeker unsicher gemacht. Millionen Besucher lassen sich jedes Jahr im Sommer von seinen Abenteuern in den Bann ziehen. Ein Spektakel mit 30 Pferden, einem Esel, einem Adler, vier Schiffen und insgesamt 150 Schauspielern und Statisten, in deren dargestellten Sehnsüchten, Ängsten und Schwächen sich jeder wiedererkennen kann. „Und wo bist du Mensch?“ singt Lippi dann, während die späte Dämmerung den Himmel dunkelblau einfärbt. Und man möchte antworten: Wenn wir bei Störtebeker mitfiebern.

Zu den Tickets geht es hier.


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