Kunstgalerie CIRCUS EINS in Putbus auf Rügen: Susanne Bumester im Interview


Berichte von Einheimischen.

Bis heute ist die Insel Rügen für Künstlerinnen und Künstler attraktiv – die Kunst sieht jedoch anders aus als vor 200 Jahren. Zeitgenössische Kunst trifft auch in der Provinz auf Interesse. Das beweist die Kuratorin Susanne Burmester mit ihren Ausstellungen und Projekten. In unserem Interview erläutert sie, wie das funktioniert.

Circus eins Susanne Burmester (c)Volker Renner

(c) Volker Renner

Sie zeigen oft Ausstellungen, die genauso gut in Berlin oder Leipzig zu sehen sein könnten. Gibt es dafür auf Rügen ein Publikum?

Und warum sollten wir auf Rügen nicht an neuen Entwicklungen teilhaben? Das Rügener Publikum ist jedenfalls erstaunlich neugierig auf ungewöhnliche Kunst, die sie vielleicht noch nicht verstehen. Außerdem erhalten unsere Gäste grundsätzlich eine kurze Einführung, besonders wenn es sich um ungewohnte Sichtweisen handelt.

Wo liegen die Schwerpunkte ihres Ausstellungsprogramms?

Meine Arbeit als Kuratorin besitzt drei Schwerpunkte. Ich verfolge sehr genau die überregionalen Entwicklungen in der Kunst. Nicht alles ist für mich erreichbar, doch ich versuche die Strömungen aufzugreifen und auch in Mecklenburg-Vorpommern vorzustellen.

Einen zweiten Schwerpunkt bilden Künstlerinnen und Künstler, deren Werdegang ich verfolge und in gewissen Abständen immer wieder auf Rügen ausstelle. Und außerdem schaue ich auch immer wieder auf interessante Kunst aus Mecklenburg-Vorpommern.

Künstlerisches Putbus

Warum betreiben Sie Ihre Galerie in Putbus? Wir haben den Eindruck, dass die klassizistische Stadt zwar wunderschön aber immer noch ein wenig verschlafen ist.

Putbus war immer das kulturelle Zentrum der Insel seit Fürst Malte sich seine Residenzstadt zu Beginn des 19. Jahrhunderts erbaut hat. Das wäre schon Grund genug, hier Kunst zu zeigen. Doch wer hierherkommt, interessiert sich meistens auch für Kunst. Außerdem gibt es ja noch die Galerie Atelier ROTKLEE, die KulturStiftung Rügen mit ihren Ausstellungen in der Orangerie und den Kunstort Alte Wassermühle in Wreechen. Mit dieser Konzentration sind wir eines der stärksten Angebote für zeitgenössische Kunst in ganz Mecklenburg-Vorpommern.

Worauf freuen Sie sich in diesem Jahr besonders?

Jede Ausstellung ist für mich etwas Besonderes! Doch besonders viel Freude macht der Sommer, wenn ich außer meinem Stammhaus noch weitere Standorte bespiele. In jedem Fall wird die historische Schmiede bei dem Stahlbauunternehmen FLZ in Lauterbach wieder dabei sein, die Kapelle in Kasnevitz und vielleicht der Gewölbekeller im CIRCUS EINS.

CIRCUS EINS – Aktuelle Kunst

Die Galerie CIRCUS EINS befindet sich im repräsentativen Kronprinzenpalais am Circus 1 und realisiert sechs bis acht Ausstellungen jährlich auf rund 170 Quadratmetern in zwei Flügeln des klassizistischen Gebäudes. Als künstlerische Leiterin stellt Susanne Burmester seit 2015 das Ausstellungsprogramm zusammen, organisiert die Eröffnungen und plant weitere Projekte, die den Kunststandort Putbus bereichern.

In diesem Sommer wird ab 14. Juli außerdem eine historische Schmiede auf dem Geländer von flz Stahl- und Metallbau Lauterbach GmbH bespielt. Im flz space space sind in diesem Jahr Klanginstallationen von Ulrike Mundt und Sara Pfrommer zu erleben. Die Galerie im CIRCUS EINS zeigt zeitgleich Malerei von Andreas Plum aus Köln.
Derzeit befindet sich die Ausstellung „Seesaw“ von Britta Bogers in der Galerie CIRCUS EINS in Putbus. Bis zum 07. Juli 2019 sind ihre Arbeiten auf Papier noch in den Räumlichkeiten auf rund 170 qm zu sehen. Dort werden in wechselnden Ausstellungen Künstlerinnen und Künstler aus ganz Deutschland vorgestellt.

Öffnungszeiten zu den Ausstellungen Do–So 11–17 Uhr; Galerieferien vom 28.10.–01.12.2019.

Weitere Informationen zu aktuellen und künftigen Ausstellungen gibt es hier: www.circus-eins.de


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