Wasserturm Putbus: Märchenhaft übernachten auf Rügen


Im südöstlichen Zipfel Mecklenburg-Vorpommerns geboren, verschlug es Claudia zunächst nach Leipzig, dann nach Schottland, Berlin und zuletzt auf eine Berghütte in den Alpen. Die Sehnsucht nach Wind und Meer zog sie schlussendlich nach Rügen, wo sie jede freie Minute Rad-... mehr

Wer im Wasserturm von Putbus nächtigt, fühlt sich vielleicht an das Märchen Rapunzel erinnert. Märchenhaft ist das Wäldchen allemal, in dem sich das architektonische Schmuckstück befindet. Große, efeubewachsene Eichen, geschwungene Waldwege und geheimnisvolle Hügelgräber umgeben den Turm, der 1927 zum Zwecke der Wasserversorgung errichtet wurde.

Aussicht auf den Bodden und die Insel Vilm

Aussicht WasserturmÜberall gibt es etwas zu entdecken. Skulpturen des Künstlers Bernard Misgajski zieren die Hügelgräber, eine Natursteinbank lädt zum Verweilen ein. „Von 1832“ erzählt Dr. Rüdiger Kind nicht ohne Stolz, die Bank sei auf einer alten Lithographie zu sehen. Behutsam und mit Fingerspitzengefühl für die Geschichte des Ortes nahm sich das Ehepaar Kind 2010 dem Wasserturm an. Zunächst galt es, sich durch stachelige Brombeerhecken zu kämpfen, die den Zugang zum Turm beinah undurchdringlich hatten werden lassen – und wieder eine Märchen-Assoziation. Mit Tatkraft und Ideenreichtum weckte das Paar den verwahrlosten Turm wie aus einem hundertjährigen Schlaf.

Der alte Wasserkessel wurde entfernt, die Kuppel befindet sich heute im angrenzenden Garten. Sie ist ihrem zugedachten Element treu geblieben und dient als Springbrunnen. Im Inneren weiß der Turm zu überraschen. Wer ihn das erste Mal betritt, ist erstaunt über die Großzügigkeit, die von außen nicht zu erahnen ist. Zu erahnen hingegen ist die fabelhafte Aussicht, die den Gast ganz oben erwartet. Über eine Wendeltreppe aus Stahl (die den Blick nach unten erlaubt) erreicht man die oberste Etage auf einer Höhe von immerhin 17 Metern. Sofort wird man gefangengenommen von diesem Blick, der weit über den Greifswalder Bodden und die Insel Vilm reicht. Nichts als blaue Weite, im Vordergrund ragen die klassizistischen, und für Putbus so charakteristischen, weißen Bauten in den Himmel.

Inneneinrichtung mit Blick für die Details

Panoramazimmer Erst wenn man diesen Blick genossen hat, kann man sich guten Gewissens der Inneneinrichtung widmen, die Gudrun und Rüdiger Kind mit viel Liebe zum Detail gestaltet haben. Gerne tummeln sie sich auf den Antikmärkten der Region. Davon zeugen eine alte Truhe mit schmiedeeisernen Beschlägen im Eingangsbereich und bemalte Bauernschränke, ein Eichentisch aus den Zwanzigerjahren, die eine besondere Gemütlichkeit ausstrahlen.

Gepaart ist diese Ausstattung mit Modernität und viel Licht, das durch die zahlreichen Fenster hineindringt. Wie durch die großen Rundbögenfenster im Wohnzimmer, die runden Bullaugenfenster, die das Maritime einfließen lassen und die kleinen rechteckigen Fenster entlang der Wendeltreppe, die es schon damals gab. Der Wasserturm bietet Platz für vier Personen auf insgesamt fünf Etagen. Im Sommer lädt eine große Terrasse dazu ein, lauschige Abende gemütlich ausklingen zu lassen.

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