Sensationeller archäologischer Fund am Kap Arkona: das verschollene Svantevit-Ei konnte geborgen werden


Natalie Schlemper ist in ihrem Leben viel gereist und dann auf Rügen angekommen. Die Insel mit ihren vielen unterschiedlichen Naturlandschaften, Sehnsuchtsorten und Kuriositäten hat ihren Entdeckergeist in den Bann gezogen. Von einigen Einsichten in das Inselleben wird sie hier berichten.

Aus den Winterabbrüchen der Steilküste in der Nähe der alten Tempelburg am Kap Arkona konnte ein lange verschollenes Artefakt aus der Slawenzeit sicher gestellt werden. Seit Jahrhunderten überliefert ist die Legende von dem bis dato verschollenen Svantevit Ei, welches symbolisch für den Widerstand der westslawischen Ranen gegen die Dänen in einem Schrein in der Tempelburg am Kap Arkona aufbewahrt wurde.

Bis ins 12. Jahrhundert behaupteten sich die Ranen auf Rügen gegen die dänische Vorherrschaft im Ostseeraum,

die sich über Skandinavien bis nach Britannien erstreckte. Die ranische Flotte mit der starken militärischen Stellung am Kap Arkona sicherte den Slawen auf der Insel Rügen eine territoriale und religiöse Enklave, die bis zur Erstürmung der Tempelburg im Jahr 1168 durch König Waldemar I. und Bischof Absalon von Roskilde gehalten werden konnte.

Der Geschichtsschreiber Saxo Grammaticus berichtet von einem ca. 30 cm langen vergoldeten Granit-Ei,
das von den Ranen vor jedem ihrer Heerzüge in einer Prozession zu den auslaufenden Schiffen gebracht wurde, als gutes Omen, um die geschlossene Schutzwirkung der slawischen Insel Rügen zu erhalten.

Seit Jahrhunderten ist in dem kleinen Fischerdorf Vitt am Fuße der Tempelburg die Legende von dem Svantevit-Ei überliefert.

Die Einwohner der Halbinsel Wittow schmücken zum Zeichen des Widerstands bis heute die Bäume entlang der Nehrung Schaabe mit bunten Eiern. Ob dadurch heute noch die Dänen abgehalten werden sollen, ist natürlich fraglich.


FEEDBACK

ABO


1 Kommentar

  • Die Inselexperten hoffen Sie hatten einen schönen ersten April!
    P.S.: Wenn Sie aufmerksam an einem unserer langen Steinstrände entlang gehen, können Sie bestimmt auch „versteinerte Eier“ finden. Die letzte Eiszeit hat uns mit einer Endmoräne so schöne geschliffene Granitsteine hergeschoben, da macht das Suchen nach Eiern am Strand richtig Spaß! Kein Scherz.

    Übrigens: Die Bäume in der Schaabe werden tatsächlich zu Ostern von den Einheimischen schön geschmückt, allerdings eher um die Gäste zu erfreuen – auch wenn sie aus Dänemark kommen.