Vom Fischerdorf zum Ostseebad: Göhren feiert 2015 den 850. „Geburtstag“


Berichte von Einheimischen.

Traditionspflege, Brauchtum und Urlaub zwischen Baabe und Thiessow

Die Halbinsel Mönchgut, traumhafte Landschaft im Biosphärenreservat Südost Rügen

Das Ostseebad Göhren auf der Halbinsel Mönchgut feiert in diesem Jahr gleich mehrere Jubiläen. Vor 850 Jahren wurde Göhren erstmals in den Chroniken des dänischen Geschichtsschreibers Saxo Grammaticus erwähnt. Das allein ist Grund genug für die Gemeinde und die Kurverwaltung, Mitte September eine Festwoche für Einheimische, Gäste und Freunde des ersten und einzigen Kneippkurortes an der deutschen Ostseeküste zu organisieren – mit Festumzug und Gottesdienst, mit einem Tag der Museen und Vereine, mit einer offiziellen Festveranstaltung, Tanz, Musik und einigen Überraschungen. . .

Im Jahre 1870 entdeckten die ersten Badegäste die zauberhaften Landschaften von Mönchgut.
Schon kurz darauf wurde Göhren offiziell zum Seebad erklärt, das durch die Anbindung an die Kleinbahnstrecke vom „Rasenden Roland“ einen touristischen Aufschwung erlebte. Rügens Kleinbahn, das rollende technische Denkmal, ist Teil des öffentlichen Nahverkehrs auf der Insel und wird in diesem Jahr 120 Jahre alt. Auch das wird gebührend gefeiert.

Vor 115 Jahren wurde die Freiwillige Feuerwehr in dem einstigen Fischerdorf gegründet, vor 90 Jahren der Kurpavillon am Nordstrand errichtet. Und 1990, im Jahr der Deutschen Einheit, schloss Göhren einen Partnerschaftsvertrag mit Glücksburg. Seitdem gibt es enge Verbindungen und auch

ganz persönliche Freundschaften mit vielen Partnern in Schleswig-Holstein, für die Deutschlands größte Insel vor dem Mauerfall zum Großteil unbekanntes Land war.

Das Mönchgut, die Halbinsel der „Poken“, mit den Badeorten Baabe, Göhren, Lobbe und Thiessow und mit malerischen Dörfern auf der Boddenseite, war schon zu DDR-Zeiten Sehnsuchtsort und Urlaubsziel der Menschen aus Dresden und Leipzig, aus Erfurt und Suhl, aus Brandenburg und Berlin. Hier fanden und finden sie noch heute Natur pur – abseits der Hektik des Alltags. Hier entdecken sie Zeugnisse längst vergangener Zeiten, die von der Eiszeit und vom Meer geformte Landschaft, die Buchten und Hügel, die alten Fischerkaten und die Ferienquartiere mit ihren verzierten Veranden oder auch die Campingplätze in unmittelbarer Nähe zum Meer.

Urlaub auf Mönchgut, das sind duftende Brötchen vom Bäcker, das ist leckerer Räucherfisch frisch auf den Tisch, das sind die Rauwolligen Pommerschen Landschafe, die auf den Salzwiesen grasen, das sind einzigartige Sonnenauf- und -untergänge. Das sind Natur und Romantik pur.

Die Mönchguter Tracht, die im Museum und manchmal auch bei Volksfesten zu sehen ist, hat sich in den vergangenen sieben Jahrhunderten übrigens kaum gewandelt und stammt ursprünglich von den niedersächsischen Einwanderern. „Markenzeichen“ bei den Herren: die weißen Pluderhosen (Schüddel de Büx). Und bei den Damen: dat „Bost-dauk“, ein mit vielen Perlen besticktes Brusttuch, das zu Festtagen aus roter Seide und mit Gold- und Silberspitze besetzt war. Diese Mönchguter Tracht wird zur 850-Jahrfeier ganz sicher von einigen Frauen und Männern getragen und ist ein Blickfang auf jedem Fest.

Und wer sich den Wind um die Nase wehen lassen will, der sollte sein Surfbrett oder den Kite-Schirm unbedingt mitbringen. Denn Thiessow ist ein Hot-Spot für Wassersportler und solche, die es werden wollen. Die Surfschule dort ist übrigens neben Hotels, Gastronomen und Dienstleistern einer von rund 20 Partnern des Biosphärenreservates Südost Rügen.

mehr über das Ostseebad Göhren auf www.rügen.de

www.goehren-ruegen.de

 


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