Neuer Aussichtsturm am Nonnensee


Berichte von Einheimischen.

Er ist acht Meter hoch und ermöglicht einen wunderbaren Rundumblick über den Bergener Nonnensee: der neue Aussichtsturm. Mitte September ist er feierlich übergeben worden. Damit hat der fünf Kilometer lange Rundweg wieder einen „Ausguck“, nachdem die beiden alten hölzernen Aussichtstürme wegen Baufälligkeit abgerissen werden mussten. Der neue Turm ruht auf Stahlträgern und wird den Besuchern des Bergener Naherholungsgebiets lange Freude bereiten, ist sich Bürgermeisterin Andrea Köster sicher.

Einst stand dort ein Kloster, erzählt die Sage. Dieses Kloster jedoch ereilte ein ähnliches Schicksal wie die geheimnisvolle Stadt Vineta. Der Reichtum soll den Bergener Nonnen zu Kopfe gestiegen sein. Sogar im Sommer seien sie Schlitten gefahren – auf kostbarem Salz, das damals wertvoller war als das Gold, aus dem ihre Löffel, Gabeln und Messer waren. Zur Strafe versank das Kloster auf Nimmerwiedersehen. Der See blieb, bis die Fläche trocken gelegt wurde, um landwirtschaftliche Fläche zu gewinnen. Als aber Anfang der 1990er Jahre die Entwässerungspumpen ausfielen, holte sich die Natur diesen im Schnitt rund 70 Zentimeter tiefen See zurück.

Der See ist Teil der Duwenbeek,
des längsten Fließgewässers der Insel, und wurde mit Mitteln der Allianzstiftung Umwelt renaturiert. Der Seeadler brütet in unmittelbarer Nähe, ein Stammgast. Tausende Graugänse aus Osteuropa, dem Baltikum und Skandinavien haben den See fest auf ihrer Flugroute und zur Mauser verweilen Saat- und Blässgänse in dem seichten Gewässer. Auch Enten, Reiher, Taucher und sogar Silberreiher landen hier. Insgesamt 80 Tierarten können am Nonnensee entdeckt werden.

„Wichtig ist das gute Miteinander,
die Balance zwischen touristischer Nutzung und dem Tierschutz“, so der Ornithologe Matthias Bräse. Ein wichtiger Punkt sei dieser Beobachtungsturm, vom dem aus sicherer Distanz die Vogelwelt in Augenschein genommen werden kann. Und wie der Zufall es wollte, kreiste zur Stunde der Eröffnung der Seeadler über den Köpfen der Gäste, zogen Kraniche und Wildgänse zu ihren Rastplätzen.

 

 

Vier weitere interessante Informationen wollen die Inselexperten den Rügen-Liebhabern nicht vorenthalten:

  1. Ein Teil des Weges (an den Kastanien) ruht auf der ehemaligen Kleinbahnstrecke, die von Bergen über Thesenvitz, Lipsitz, Zirmoisel, Trent und die Wittower Fähre bis nach Wiek auf Wittow führte. Für die Tagesreise mussten die Passagiere viel Geduld aufbringen und sich im Winter warm anziehen.
  2. Würde man sich der über Rügen schlängelnden Duwenbeek von Bergen bis zur Mündung folgen können, käme der neugierige Wanderer auf Westrügen bei Ummanz am Bodden an.
  3. Anlässlich der Weltausstellung EXPO 2000 wurde das Projekt „Lebensräume – Das Duwenbeek-Projekt“ zur Renaturierung des Baches ins Leben gerufen. Teile dieses Projektes waren die Erneuerung des Nonnensees, die Errichtung einer Pflanzenkläranlage am Herrenhaus in Boldevitz und ein Steindamm zur Verringerung der Strömungsgeschwindigkeit des Baches im Schilfgürtel des Koselower Sees. Auch der Schlosspark Pansevitz gehört dazu.
  4. Die Duwenbeek überwindet einen Höhenunterschied von 25 Metern auf einer Gesamtlänge von rund 20 Kilometern.

 

 


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