Gedenkstein für den Raddas-Vater


Holger Vonberg ist gebürtiger und bekennender Rüganer. Sein Berufswunsch als Zweijähriger: „Urlauber Baabe“. Das hat nicht ganz geklappt. Ab 1991 war er als Journalist u. a. für den NDR, die OZ und den „Urlaubs-Lotsen“ auf der Insel unterwegs. Bis März... mehr

Ich denke gern zurück an meine Zeit an der Erweiterten Oberschule „Ernst Moritz Arndt“ in Bergen auf Rügen. Unvergessen, da kann man wohl alle Absolventen fragen: die Crossläufe durch den Raddas – auch im Oktober und November, wenn die Beine statt zarter Gänsehaut echte Putenpelle trugen. Auf dem höchsten Punkt der Strecke, auch daran erinnere ich mich, stand ein Sockel – ohne Gedenkstein. Von diesem Sockel aus konnte man, wenn man nicht gerade seine Runden nach Stoppuhr lief und die Buchen blätterlos waren, in Muße den Kirchturm von Sankt Marien betrachten, auch das alt-ehrwürdige Gebäude der „Penne“.

Seit wenigen Tagen erinnert dort ein Stein aus rotem Ostsee-Granit an Daniel Wilhelm Wagner (1780-1855),
der eine Identifikationsfigur für Bergen war – und ist. Er war einst Stadtkämmerer und von 1844 bis 1846 auch Bürgermeister von Bergen. Ihm ist es zu verdanken, dass er – mit Geld aus dem Stadtsäckel – schon 1834 den Raddas als Naherholungsgebiet und weiteren „grünen Lungenflügel“ für Bergen anpflanzen und gestalten ließ. „Dafür sind wir ihm sehr dankbar“, sagte Bürgermeisterin Andrea Köster bei der feierlichen Taufe des neuen Gedenksteines am 22. September 2014. „Getauft“ wurde er mit Regenwasser, das sich über den versammelten Bergenern und dem Chor des Arndt-Gymnasiums schauer(un)artig ergoss.

Jörg Korkhaus wusste zu berichten, dass in der Festschrift zur 300-Jahrfeier von Bergen folgende Zeilen über Wagner zu lesen waren: „Ihm widmeten die dankbaren Bürger ein bescheidenes Denkmal.“ Irgendwann ist dieses Denkmal verschwunden, ohne dass Aufzeichnungen hinterlassen wurden, wie es wohl ausgesehen haben mag. Nach langem Hin und Her gelang es schließlich Jörg Korkhaus, in der Stadtvertretung Mehrheiten für ein neues Denkmal zu bekommen. Nach seinen Zeichnungen wurde der aus Schweden stammende Granit vom Bergener Steinmetzmeister Christian Krüger behauen und geschliffen. In Stein gemeißelt ist jetzt zu lesen:

Zum Gedenken

Bürgermeister

Daniel Wilhelm Wagner

*1780                        †1855

Begründer des Waldparks Raddas

 

 

 


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