Großartiger Günter Grass gab geniale Gastlesung


Berichte von Einheimischen.

Stühlerücken und Bänkeschleppen war angesagt am Mittwochabend in der Kirche zu Altenkirchen kurz vor 20 Uhr. So viele Rüganer und Urlauber wollten Günter Grass live erleben. Während Pfarrer Christian Ohm mit seinem Auto den Literaturnobelpreisträger und dessen Frau Ute aus Juliusruh abholte, wurden in der bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche die Kerzen angezündet. Mit herzlichem Applaus begrüßte das Auditorium den 86-jährigen Schriftsteller. Und mit tosendem Beifall wurde ihm nach der mehr als 70 minütigen, äußerst lebendigen und beeindruckenden Lesung aus dem Buch „Grimms Wörter“ gedankt. Es war Teil 3 seiner Autobiografie, ein „wunderschön aufgemachtes und also aufzumachendes Buch“, wie ein Kritiker schrieb, eine Liebeserklärung und eine Reflexion, in der die Macht des Wortes spürbar und erlebbar wird, erst recht, wenn Grass liest. Es war seine nunmehr zweite Lesung in Altenkirchen. Die erste lag schon etwa ein Jahrzehnt zurück.

Wie es zu diesem Auftritt kam?

Im April 2014 saß Günter Grass im Pfarrgarten von Altenkirchen und skizzierte die Grabsteine und das alte Fachwerkhaus,
als er von Pfarrer Christian Ohm und einer ehemaligen Lehrerin aus Breege angesprochen und schließlich eingeladen wurde. Der TZR sagte Günter Grass in einem kurzen Interview, dass er zudem eine sehr enge Beziehung zu Rügen und Hiddensee habe. Seine Frau war die Tochter des Inselarztes auf Hiddensee. Mit dem Mauerbau ging sie in den Westen. „Darum sind wir jeden Sommer zur Insel Møn gefahren und haben von den Kreidefelsen sehnsüchtig hinüber zum Leuchtturm von Hiddensee geschaut.“ Auch den Blick nach Hiddensee von Dranske aus lieben die beiden, die sich sehr über den Applaus, die Blumen, den Kosegarten-Rotwein und ein Buch von Hans Fallada gefreut haben. Infos zum weiteren Programm des 5. Kirchen- und Kultursommers unter www.kirche-altenkirchen-ruegen.de

Text und Bild: Tourismuszentrale Rügen

 

 


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