10 Wälder und Parks für Ihren Osterspaziergang


Berichte von Einheimischen.

Frieden findet man nur in den Wäldern“, meinte Michelangelo schon vor fünfhundert Jahren – eine Erkenntnis, die heute mindestens so wahr wie früher ist. Zu den rauschenden Wipfeln, den  tanzenden Schatten und den vielstimmigen Konzerten der Vögel gesellen sich auf der Insel Rügen Ausblicke auf die weite Ostsee und eine erfrischende Meeresbrise – und machen einen Osterspaziergang im Wald perfekt. 10 schattig-grüne Hotspots stellen wir heute vor:

Stubnitz: Die rund 2.400 Hektar große Stubnitz ist die  nicht nur die Heimat der berühmten Rügener Kreidefelsen und des UNESCO-Welterbes „Alte Buchenwälder“, sondern steht als Nationalpark Jasmund auch unter besonderem Schutz.

Ausgedehnte Buchenwälder treffen hier auf strahlend weiße Kreidefelsen und  türkisblaues Meer.
Zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten sind hier zu finden: Schwarzerle, Eibe, Wildbirne, Wildapfel und Elsbeere gedeihen hier. 27 Orchideenarten wie der Frauenschuh wurden nachgewiesen. Eisvögel und Mehlschwalben, die in den Kliffs der Kreidefelsen nisten, können hier beobachtet werden. Dank eines ausgedehnten Wanderwegenetzes lässt sich diese einzigartige Landschaft aktiv erleben und entdecken. Erster Anlaufpunkt und Attraktion für jährlich tausende Besucher ist das „Nationalpark-Zentrum Königsstuhl“. In einer Erlebnisausstellung und einem Multivisionskino erfahren Besucher Spannendes und Informatives zur Natur und Geschichte des Nationalparks und seiner Kreideküste.

Granitz: Zwischen Lancken-Granitz und den Ostseebädern Binz und Sellin erstreckt sich auf 982 Hektar das Waldgebiet der Granitz. Elegante Buchen und urige Traubeneichen, verwunschene Kesselmoore und malerische Wanderwege machen das Naturschutzgebiet zu einem Paradies für Spaziergänger. Hoch oben auf dem sogenannten Tempelberg thront eines der markantesten und beliebtesten Ausflugsziele der Insel Rügen: das Jagdschloss Granitz, Fürst Wilhelm Malte I. von Putbus im 19. Jahrhundert errichten ließ.  Der Mittelturm, dessen Aussichtsturm über eine spektakuläre gusseiserne Wendeltreppe zu erreichen ist, bietet einen bezaubernden Blick auf die Ostsee und den Südosten der Insel Rügen.

Vilm: Rügens „Urwald“ liegt rund drei Kilometer vor dem Putbusser Ortsteil Lauterbach: Auf der 94 Hektar kleinen Insel Vilm ist die Natur seit Jahrhunderten fast völlig unberührt. Der letzte große Holzeinschlag auf Vilm fand 1527 statt, seit 1812 bleibt der Wald vor jeder Holznutzung durch den Menschen verschont. Knorrige Eichen, dichtes Unterholz und über 500 Farn- und Blütenpflanzen wie Leberblümchen, Lerchensporn, Bärlauch, Stranddreizack und Milchkraut gedeihen auf dem Eiland. Die Buchenwälder auf dem Großen Vilm gehören zu den ältesten und wertvollsten Naturwäldern Deutschlands. Als Kernzone des Biosphärenreservates Südost-Rügen ist die Insel Vilm streng geschützt. Nur dreißig Besucher dürfen täglich von Lauterbach auf die Insel übergesetzt werden und während einer geführten Wanderung die „Urwaldinsel“ erkunden.

Waldpark Semper: Ein ehemaliges Schloss, die verwunschene Ruine eines alten Wasserturmes, Spuren der einstigen Parkanlage und ein „Hexenwald“, in dem bizarr geformte, knorrige Süntelbuchen wachsen, machen den Waldpark Semper zu einem besonders mystisch anmutenden Ausflugsziel. Der nach historischem Vorbild wiederhergestellte Waldpark wurde um 1920 zusammen mit einem Schloss angelegt und bezaubert mit dem verwunschenen Charme der alten Schlossruine, den Überresten eines ehemaligen Tennisplatzes und den immer noch gut zu erkennenden Kaskadenteichen.

Goor: Ein „Pfad der Muße und Erkenntnis“ ermöglicht in der Goor, einem sieben Hektar großen Waldstück östlich von Lauterbach, besondere Begegnungen mit der Natur. 19 Stationen umfasst der 4,2 Kilometer lange Rundweg: Auf markierten Findlingen und mithilfe einer Begleitbroschüre oder während einer geführten Wanderung erhalten Besucher spannende Einblick in die Natur, Kultur und Geschichte der Insel Rügen. Besonders alte Bäume, Hügelgräber und bezaubernde Ausblicke auf den Rügischen Bodden versprechen einen besinnlichen, lehrreichen und erfrischenden Spaziergang.

Rugard: Bevor Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus den Rugard ab 1830 aufforsten ließ, war die Erhebung vor den Toren der Inselhauptstadt Bergen unbewaldet. Heute wachsen dort vor allem Fichten und Kiefern, aber auch Eichen, Birken und Pappeln. Auf einem zweieinhalb Kilometer langen Rundweg kann man neben der Pflanzen- und Tierwelt auch die Reste eines  über tausend Jahre alten Burgwalls und den Ernst-Moritz-Arndt-Turm entdecken. Für Abwechslung in der „Erlebniswelt Rugard“ sorgen ein Kletterwald, die Inselrodelbahn, eine Minigolf-Anlage und eine Go-Kart- und Buggybahn.

Märchenwald zwischen Kap Arkona und Dranske: Von Wind und Wetter geformt, schmiegt sich ein schmaler Streifen Waldes an die Steilküste von Rügens hohem Norden. Zwischen Kap Arkona und Dranske behaupten sich knorrige, oft bizarr verformte Bäume gegen das stürmische Wesen der Ostsee und bieten vor der Kulisse des Meeres ein Naturschauspiel der besonderen Art.

Schlosspark Putbus: Rund um das einstige Putbusser Schloss erstreckt sich ein rund 74 Hektar großer Park, der zunächst nach französischem Vorbild angelegt wurde und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in einen Landschaftspark nach englischem Vorbild umgewandelt wurde. Beeindruckende Exemplare einheimischer Bäume und zahlreiche seltene Gehölze aus aller Welt – darunter Mammutbäume und Gingkos – sind hier ebenso zu bewundern die klassizistischen Gebäude, die zu Zeiten des Fürsten Wilhelm Malte I. zu Putbus errichtet wurden: Orangerie, Marstall, Schlosskirche, Affen- und Vogelhaus sind bis heute zu bewundern. Vom Schloss ist nur die Terrasse am Teich erhalten geblieben, doch im 1833 angelegten Wildgehege tummelt sich bis heute weißes Damwild.

Zudar / Palmer Ort: „Windflüchter“ nennt man jene Bäume, die wegen des ständigen Windes ihren Wuchs der jeweils vorherrschenden Windrichtung anpassen. Auf der stillen, touristisch wenig frequentierten Halbinsel Zudar im Süden von Rügen sind einige typische Exemplare zu bewundern. Der Weg führt von Grabow kommend in den kleinen Küstenwald zum Palmer Ort und weiter in Richtung einer rund 15 Meter hohen Steilküste, die Uferschwalben ideale Bedingungen für ihre Bruthöhlen bietet.

Schlosspark Pansevitz: Bis ins 14. Jahrhundert reicht die Geschichte des Schlossparks Pansevitz zurück; bis heute erhalten sind zwei Lindenalleen, die zu Beginn des 18. Jahrhunderts entstanden. Vom einstigen Schloss sind nur Grundmauern, Treppentürme und Ruinen von Gewölben erhalten. Doch gerade die sind es, die dem nach historischem Vorbild sanierten Schlosspark seinen einmaligen, melancholischen Charme verleihen.


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