Zehn Jahre Sonnenschmuck-Atelier im Peilturm am Kap


Holger Vonberg ist gebürtiger und bekennender Rüganer. Sein Berufswunsch als Zweijähriger: „Urlauber Baabe“. Das hat nicht ganz geklappt. Ab 1991 war er als Journalist u. a. für den NDR, die OZ und den „Urlaubs-Lotsen“ auf der Insel unterwegs. Bis März... mehr

Im Jubiläumsjahr zeigen Nils Peters und Sophia Hippe „Spirits in Stones“

Seit Ende März ist im Peilturm am Kap die zehnte Jahresausstellung des Schmuckdesigners Nils Peters zu sehen. Wie im Vorjahr steht die Schmucktraumreise unter dem Motto „Spirits in Stones“. In dieser spirituellen Ausstellung zeigt der Künstler auf den vier Etagen des Turms Rauminstallationen zu den Weltreligionen. „Wir und der Peilturm am ehemaligen Tempel-Ort der Slawen setzen uns damit auch als Botschafter für den Weltfrieden ein“, erzählt Nils Peters, der im Turm auch Arbeiten von Sophia Hippe präsentiert. Die 22-Jährige hat bei ihm gelernt und in Idar-Oberstein ihre Ausbildung als Bachelor of Arts abgeschlossen.

Gibt es Zufälle? Wenn nicht, dann vielleicht doch wenigstens glückliche Fügungen. „Es war vor mehr als zehn Jahren, als ich eigentlich nach Indien wollte und in Hamburg während einer Kunstmesse von zwei Freunden angerufen wurde“, erinnert sich Nils Peters. Beide Freunde hätten ihm unabhängig voneinander empfohlen, unbedingt einmal die Insel Rügen zu besuchen, was er schließlich auch tat. Eine Entdeckungsreise, die in ihm etwas ganz Besonderes auslöste und so schnell nicht zu Ende gehen sollte. „Vor allem hat mich das Kap Arkona fasziniert, dieser magische Ort mit den drei Türmen auf den Klippen. So etwas hatte ich auf meinen Reisen zuvor noch nie gesehen.“ Sein Stein der Weisen wurde der Bernstein.

In der Bernsteinmanufaktur Ribnitz-Damgarten fand er Menschen, die sich dem Gold des Meeres verschrieben haben und dessen Bearbeitung beherrschen. Der Diplomdesigner wurde kurzzeitig wieder Student und kehrte mit einer Idee zurück nach Arkona. Der Beginn einer Geschichte mit großer Leuchtkraft, voller Kreativität und Spiritualität.

Der Schmuckturm – ein Raum der Stille, der Besinnung, des Friedens.
Bis zum 14. Juli 2013: Unbekannte Täter dringen trotz Alarmanlage in den Peilturm ein, zerschlagen Vitrinen, zerstören mit großer krimineller Energie die Schmucktraumreise „Spirits in Stones“, rauben Unikate im Wert von rund 500 000 Euro, Kunst, deren ideeller Wert nicht zu bemessen ist. Nils Peters aber gibt nicht auf. Er macht weiter – mit verkleinertem Angebot. Und er erhält überwältigenden Zuspruch und Beistand von Freunden und Fremden.

Schon zuvor hatte er den Großteil seiner Kraft aus den Religionen geschöpft. Auch aus buddhistischen Weisheiten: „Das Leben wirft uns ständig Bälle zu. Wir können ihnen ausweichen, sie fangen oder von ihnen getroffen werden.“ Oder: „Jedes Leben hat sein Maß an Leid. Manchmal bewirkt eben dieses unser Erwachen.“

So machte er sich im vergangenen Winter wieder auf den Weg nach Indien. Dort hat er erfolgreich an einer internationalen Yogalehrer-Ausbildung teilgenommen. Nach dieser Studienreise liegt sein besonderes Augenmerk nun auf der Turm-Etage, die dem Hinduismus und Buddhismus gewidmet ist. Mitgebrachte Stoffe, Skulpturen, prachtvolle Edelsteine und Schmuck spiegeln die farbenprächtige Vielfalt dieser Religionen wider.

Die zweite Etage ist dem Götzen Swantevit gewidmet und gefüllt mit Strandfunden der Insel Rügen, mit leuchtenden Bernsteinen, Donnerkeilen, Fossilien und Hühnergöttern, kreativ umgesetzt zu tragbaren Schmuckstücken. Diese Etage öffnet auch den Blick auf den „Olymp der Ostsee“. Seit über 500 Jahren versuchen Historiker und Archäologen, die Geheimnisse dieser slawischen Tempelburg neben dem Peilturm zu entschlüsseln.

Das Christentum in der nächsten Etage zeigt sich mit zart schimmernden Amethysten, strahlenden Bergkristallen und religiösen Motiven wie Kreuz und Engel. In diesem Jahr stellt die Malerin Judit Hildebrandt dort auch drei ihrer Werke aus. Die gebürtige Budapesterin widmet sich der spirituellen Kunst.

Die vierte Etage repräsentiert die Welt der Naturvölker. Steine aus aller Welt und in vielen Farben laden zum Verweilen und Entdecken ein. Aber auch die Schmuckstücke wirken mit ihrer Vielfalt und Unterschiedlichkeit. Häufig sind Tiermotive oder exotische Fossilien verarbeitet.
Im Sonnenschmuck-Atelier unter der Glaskuppel können die Besucher schließlich Nils Peters und Sophia Hippe bei der Arbeit über die Schultern schauen. Für das zehnjährige Jubiläum haben sie die „Vollmondnächte im Turm“ vorbereitet – mit interessanten Themen und Gästen rund um Arkona, den  Bernstein, die Diamanten, Opale und Märchen.

 

Text und Fotos: Holger Vonberg

 

Öffnungszeiten:

April/ Mai: 10 – 16 Uhr
Juni: 10 – 17 Uhr
Juli/ August: 10 – 18 Uhr
September: 10 – 17 Uhr
Oktober: 10 – 16 Uhr
bis 9. November: 11 – 15 Uhr

1. Vollmondnacht am 14. Mai 2014 mit dem Archäologen Dr. Fred Ruchhöft: „Von Arkona in die Welt – Ausgrabungen am Kap Arkona“, Beginn: 19 Uhr

 


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2 Kommentare

  • Hallo zusammen,

    Kann ich den Sonnenschmuck auch online kaufen?
    Liebe Grüße aus Bergheim ,

    Gabriele Franzen 

    • Guten Tag Frau Franzen,

      der Schmuckdesigner Nils Peters ist leider 2017 verstorben. Die Ausstellung gibt es nicht mehr.

      Herzliche Grüße

      Claudia Große