Am Haken – Angeln auf Rügen


Berichte von Einheimischen.

Vielleicht haben Angler anderen Menschen etwas voraus: Sie stehen früher auf, erleben sagenhafte Sonnenaufgänge an der Ostsee und  haben mittags schon das gute Gefühl, einen entspannten und erfolgreichen Tag gehabt zu haben. Dabei muss man auf Rügen, wie übrigens auch in ganz Mecklenburg-Vorpommern, gar kein Sport- oder Hobbyangler sein, um  sich auf dieses besondere Naturerlebnis einzulassen zu können. Alles, was man dafür braucht, sind eine Rute, Köder, Geduld und ein Touristen-Fischereischein, der vier Wochen lang gültig ist und es Urlaubern erlaubt, ohne großen Aufwand einfach mal sein  Glück als Petrijünger zu versuchen. Die ganz dicken „Brocken“ gehen einem dabei vielleicht nicht an den Haken – dafür brauchen selbst die Profis viel Erfahrung. Aber das überwältigende Gefühl, der Natur und dem Meer ganz nah zu sein, entschädigt garantiert dafür.

Kapitale Fänge sind in den Ostsee- und Boddenrevieren rund um die Insel Rügen fast schon vorprogrammiert, denn diese Gewässer zählen zu den fischreichsten in ganz Europa:
Kenner und Profis wissen, dass es hier weit über einen Meter große Hechte gibt und dass man im Sommer stattliche Zander und begehrte Aale aus dem Wasser holen kann. Besonders eifrig sind im Frühling die Heringsangler, die dann wie aufgereiht auf dem alten Rügendamm stehen, um sich ihr Mittag- oder Abendessen aus dem Strelasund zu ziehen. Spätestens ab März suchen die silbern glänzenden Fische in riesigen Schwärmen ihre Laichplätze an der Ostseeküste auf – dann beginnt für Angler, Berufsfischer, Köche und Gastronomen auf Rügen die Heringssaison. Als Matjes, Bismarck, Brathering oder frisch geräuchert begegnet er dann bei den traditionellen Heringswochen auch den Gästen und Besuchern der Insel auf Schritt und Tritt. Und so kommen auch Nicht-Angler in den Genuss des einstigen „Brotfisches“ der alten Rüganer.
Doch das  gemütliche „Rute-in-die-Ostsee-halten“ ist nur die eine Seite des Angelsports: Es kann auch dramatisch, spannend und stürmisch sein. Es kann zu einem Kräftemessen mit der Natur werden, zu einem Kampf von Mann gegen Fisch. Moment mal: Wir sprechen immer noch von der Ostsee, oder?! Sicher, aber auch hier gibt es Reviere, in denen Lachse gefangen werden können, die weit über einen Meter groß sind und dem Angler mehr abverlangen als man einem Ostsee-Lachs zuzutrauen bereit ist. Wer das nicht glauben mag, dem seien an dieser Stelle die Trollings- und Kutterangelfahrten der rügener Profis und Angel-Guides empfohlen. Denn die haben Hobbyanglern eines ganz gewiss voraus: eine jahrelange Erfahrung und profunde Einblicke in die besten Reviere, die günstigsten Wetterbedingungen und die erfolgversprechendsten Fangmethoden.

Inselexperten-Tipp:

Wer (noch) nicht zu den Sportfischern gehört, das Angeln im Urlaub aber mal ausprobieren möchte, kann in Mecklenburg-Vorpommern einen Touristen-Fischereischein erwerben. Er ist an maximal 28 aufeinanderfolgenden Tagen gültig, kostet ca. 20 Euro und ist bei den örtlichen Ordnungsbehörden, Touristinformationen, Kurverwaltungen sowie in Angelläden und Fischereibetrieben erhältlich.



1 Kommentar

  • Rügen ist wirklich eins der besten Orte zum Hochseeangeln.

    Leider liegt die Insel zu weit östlich in Deutschland. Deshalb fahren sehr viele Angler aus dem westlichen Deutschland nur bis nach Fehmarn und versuchen dort ihr Anglerglück.