Leinen los! Mit Skipper Ole auf Törn.


Leinen los! Mit Skipper Ole auf Törn.
Berichte von Einheimischen.

Die Sonne strahlt an diesem Sonntagmorgen. Ich strahle auch, denn heute gehe ich Landratte auf meinen ersten Segeltörn. Ein bisschen den Wind um die Nase wehen lassen, die Insel Rügen von Seeseite aus erkunden. Das ist es, worauf ich mich freue. Melde mich beim Skipper der mich umgehend „einnordet“. Jetzt weiß ich, dass auf See nur der Wind pfeift und der Bootsmann. Dass Ungehorsam gegenüber dem Kapitän mit Hängen an der Rah und kleinere Vergehen mit Kielholen bestraft werden, ordne ich aber in das große Buch der Seefahrergeschichte ein.

Jetzt heisst es „Leinen los“ in Lauterbach, in der Marina „im Jaich“. Der Wind kommt aus Südost, Stärke 3. Jetzt wird es spannend: „Aufstehen, Segel setzen! Kurs Gustow.“ Was für eine Stille. Nur Wind und Wellen, weiße Segel. Die Zeit und die Welt scheinen still zu stehen. Und sie bewegen sich doch mit uns. Wir gleiten an der malerischen Insel Vilm vorbei, behalten die digitale Seekarte und die analogen Seezeichen im Auge – denn hier soll es Untiefen geben, die eher flach als tief sind und schon so manchen Freizeitskipper zum Schlickrutscher gemacht haben. Wir kreuzen – vorbei am Großen Stubber, der noch im Mittelalter eine kleine Insel gewesen sein soll. Bei Flachwasser fällt er trocken und lädt Kegelrobben zum Sonnen und Dösen ein. Hier an Bord der herrscht Gelassenheit. Der Alltagsstress ist an Land geblieben, Langsamkeit der Trumpf. Dann stehe ich, inzwischen leicht frierend, wieder am Ruder. Die Luft auf See ist kälter als gedacht, die Windjacke wärmt kaum – aber der Tee und die Erbsensuppe aus der Pantry, der kleinen Bordküche.

Die Halbinsel Zudar liegt inzwischen achtern. Wir nähern uns der Hansestadt Stralsund, biegen aber vorher ab in Richtung Gustow – zum malerischen Naturhafen. Wir haben unser Ziel fast erreicht: 54 17,5 N 13 11,3 E.

„Klarmachen zum Anlegen unter Segeln.“ Geht das überhaupt – ohne Bremse? Der Skipper nickt kurz. „Mit dem Aufschießer.“ Was jetzt kommt, ist Einparken vom Feinsten. Es klappt. Aber das muss ich mir an Land nachher noch mal in aller Ruhe erklären lassen. . .

Gustow am Abend, Sterne funkeln über der Lagune. Das Mondlicht spiegelt sich im Wasser. Der Wind ist eingeschlafen. Welch eine Ruhe.

P.S. Schon unsere Sportfreundin Catarina kennengelernt? Falls nicht, ändern wir das gerne: click.


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