Reisetagebuch eines Wanderers…


Reisetagebuch eines Wanderers…
Berichte von Einheimischen.

…unterwegs auf dem Pfad der Muße und Erkenntnis

Meine Wanderschuhe haben schon ein paar Kilometer Waldboden der Goor kennengelernt, als sie vor wenigen Minuten wie von selbst stehen bleiben. Hinter mir liegen malerische Wege entlang der Steilküste, vorbei an verschiedenen Waldformationen, die vom Werden, Wachsen und Vergehen in der Natur erzählen.
Wer auf dem Pfad der Muße und Erkenntnis in der Goor wandert, dem erschließen sich nicht nur die Ruhe und Abgeschiedenheit, der geht auch in sich. Die Zeit ist bekanntlich immer gleich. Nicht aber, wie sie genutzt wird. Entschleunigung funktioniert hier gut.
Hinter mir liegen Augenblicke der Überraschung, faszinierende Panoramasichten vom „Steilküstchen“ am südlichen Waldrand zu Rügens kleiner Schwesterinsel Vilm, und tatsächlich auch Momente der Muße und Erkenntnis, wie es der Name dieses Pfades verspricht. Vor mir steht eine Eiche, die wohl schon lange ihre Äste ausstreckte, bevor die ersten Romantiker die Insel Rügen für sich und ihre Seelen, für ihre Bilder, Lieder und Gedichte entdeckten.
Ich bin unterwegs auf diesem Pfad, der sich durch ein geschütztes Waldstück zieht. Ein werdender Urwald, direkt am Rügischen Bodden gelegen, ein besonders schützenswertes Juwel im Biosphärenreservat Südost-Rügen. Es ist zum überwiegenden Teil unter der Obhut der Michael-Succow-Stiftung, die den Bäumen alle Zeit der Welt gibt. In einer kleinen Broschüre bekomme ich zu den 19 Stationen entlang des Pfades spannende Informationen: Findlinge, Hügelgräber, knorrige Baumveteranen, aufgeforstete Siedlungsflächen entlang des 4 Kilometer langen Pfades – all das wird in diesem Heftchen anschaulich beschrieben.
Gestartet war ich am Morgen in Lauterbach beim Badehaus Goor, einem prächtigen Bau aus einer Zeit, da das Rügener Badewesen aus der Taufe gehoben und in mit Meerwasser gefüllten Marmorwannen gebadet wurde. Vor den imposanten Säulen des Hotels bestimmt heute eine moderne Wasserwelt das Bild – mit einem Yachthafen, mit Pfahlbauten und auch schwimmenden Ferienhäusern. Unweit davon gibt Rügens Rasender Roland Rauchzeichen und lädt zu einer Fahrt bis zum Ostseebad Göhren ein. Die Haltepunkte – unter anderem in in Putbus und Binz, in der Granitz, in Sellin, Philippshagen, Baabe oder Göhren sind ideale Ausgangspunkte für weitere erlebnisreiche Wandertouren, die ich etwas später starten werde.

Jetzt aber freue ich mich erst einmal auf die morgige Fahrt mit dem Motorschiff „Julchen“ von Lauterbach zur Insel Vilm. Dort kann ich an einer geführten Wanderung teilnehmen. Nur der Nordteil des seit 1936 unter Schutz stehenden Eilands darf während dieser Wanderung von maximal 30 Personen betreten werden. Und das ist gut so – für die Flora und Fauna – und für den noch wertvolleren Südteil der Insel.
Natur berührt. Man muss sich nur Zeit nehmen, sie zu genießen.

Inselexpertentipp:

Unser Sportfreund Dietmar erzählt was für ihn das Besondere am Wandern auf Rügen ist und stellt eine seiner Lieblingsrouten vor.

Der Rügener Aktivherbst findet vom 13. – 22. Oktober statt. Infos unter www.ruegen.de/wandern


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