Schön geschrieben, schon gelesen: „Dorfgeschichten von Rügen“


Schön geschrieben, schon gelesen: „Dorfgeschichten von Rügen“
Berichte von Einheimischen.

Dorfgeschichten von Rügen gibt es seit Jahren als Serie in der Ostsee-Zeitung und jetzt auch als Buch. Was macht eine Insel wie Rügen aus? Die Natur auf jeden Fall. Die einzigartige Kulturlandschaft, das Meer, die Sehenswürdigkeiten, die Top-Ausflugsziele. Doch der wahre Reichtum einer Insel wie Rügen sind die Menschen, denen man hier begegnet: Der Nachbar, die Verkäuferin, der Unternehmer, die Krankenschwester, der Fischer, der Gastwirt, die Rentnerin. Ein Schnack am Gartenzaun, ein freundlicher Handschlag, eine Frage zur Historie oder zum Woher und Wohin, schon geht die Tür zu einer kleinen, liebenswerten Welt auf. Auch für Lokaljournalisten.

Dorfgeschichten zwischen Altefähr und Zicker

Seit vielen Jahren veröffentlicht die Rügener Ostsee-Zeitung ihre Dorfgeschichten, eine Reihe, die sich großer Beliebtheit erfreut. Die besten Dorfgeschichten sind jetzt auf Wunsch vieler Leserinnen und Leser in einem Buch zusammengefasst und im Hinstorff-Verlag in der Edition Ostsee-Zeitung erschienen. Es sind Geschichten, die von den freien Journalisten Susanna Gilbert und Uwe Driest aufgeschrieben und fotografiert wurden.Die beiden Reporter waren in Altefähr und Zudar, in Götemitz und Baldereck, in Losentitz und Neparmitz. Insgesamt 33 Dörfer sind es, die in diesem Buch vorgestellt werden. Es sind Momentaufnahmen, die zu kleinen Zeitzeugnissen geworden sind.

Der Leser erfährt, wie das Dorf Ketelshagen zu seinem Namen kam, warum Menschen aus der Provinz ins Paradies zogen oder dass es der einstigen „Reise-Oma“ mit über 90 Jahren noch immer gelingt, ihren Hahn auf Nachbars Wiese einzufangen. Wir erfahren von Rügen-Urlaubern aus Kärnten, dass es hier viel mehr Radfahrer als in ihren Alpen gibt und dass in der Fischbude neben gutem Essen zuweilen auch Seemannsmusik serviert wird. Es ist interessant zu lesen, warum Neu-Insulaner ihre Heimat in den alten Bundesländern verlassen haben, um hier einen Neuanfang zu wagen oder ihren wohlverdienten Ruhestand zu genießen.

Ein bunter Strauß mit kleinen Disteln

Das Buch ist ein kleiner, bunter Strauß von Liebeserklärungen an Rügen, in dem aber selbstverständlich auch die eine oder andere kleine Distel der Kritik steckt, wenn es unter anderem um die Entwicklung von Deutschlands größter Insel und den Bauboom geht. Wir finden kleine Episoden am Rande, Geschichtssplitter, auch einige kurze Sagen.

Ein Buch für Insulaner und solche, die es werden wollen. Ein Buch für das Familienarchiv oder als Erinnerung an eine schöne Ferienzeit auf der Insel bei liebevollen Gastgebern. Auch sie sind in dieser Serie zu finden.

Dieses Buch ist zudem ein kleiner „Appetitanreger“, die sagenumwobenen Dörfer Rügens selbst zu erkunden, nicht nur durchzufahren, sondern auch einmal anzuhalten, um mit den Einheimischen ins Gespräch zu kommen. Schön, dass diese Serie in der Ostsee-Zeitung eine wöchentliche Fortsetzung findet. Und sollten eines Tages alle Dörfer von Rügen vorgestellt worden sein, kann getrost von vorn angefangen werden, denn die Zeit verändert nicht nur die Menschen, auch die Dörfer. Und nichts bleibt so, wie es war.

 

Das Buch „Dorfgeschichten von Rügen“ von Susanna Gilbert und Uwe Driest ist im Hinstorff-Verlag in der Edition Ostsee-Zeitung erschienen, hat 165 Seiten, etwa 200 Fotos und kostet 19,99 Euro.

ISBN 9783356020885

Weitere Informationen:

https://shop.ostsee-zeitung.de


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