Winter im Nationalpark Jasmund


Winter im Nationalpark Jasmund
Holger Vonberg ist gebürtiger und bekennender Rüganer. Sein Berufswunsch als Zweijähriger: „Urlauber Baabe“. Das hat nicht ganz geklappt. Ab 1991 war er als Journalist u. a. für den NDR, die OZ und den „Urlaubs-Lotsen“ auf der Insel unterwegs. Bis März... mehr

Vor fast genau einem Jahr hat Mark Ehlers der Lüneburger Heide den Rücken gekehrt und ist längst angekommen im Nationalpark Jasmund, im kleinsten Nationalpark Deutschlands. „Ich fühle mich wohl hier auf der Insel“, sagt der Geschäftsführer des Nationalparkzentrums Königsstuhl. Er hat in Sassnitz eine Wohnung und oft pendelt zwischen der Insel und seiner Familie in Niedersachsen. Die Hafenstadt gefalle ihm, der Nationalpark sowieso. Den Hochuferweg, der von Sassnitz bis nach Lohme führt, nennt er einfach grandios. Zu jeder Jahreszeit zeige sich die Kreideküste in ganz besonderer Pracht und in immer wieder neuem Licht. „Die Wolken, das Wasser, der Wald, das alles ist faszinierend“, schwärmt der 44-Jährige.

Das Nationalparkzentrum verstehe sich nicht nur als touristisches Angebot, sondern auch als ein Umweltbildungszentrum – sowohl für die Urlauber als auch für die Insulaner.

Unter dem Motto „Wir machen Unsichtbares sichtbar“ informieren die engagierten Mitarbeiter über den Nationalparkgedanken und Deutschlands kleinsten Nationalpark, von dem ein Teil, die „Alten Buchenwälder“, seit nunmehr fünf Jahren zum Weltnaturerbe zählt. Über 100 Schulkassenprogramme, 1300 Kurzführungen und 30 spezielle Wanderungen bilanziert der Geschäftsführer für 2016.

Gern erinnert er sich an seine Begegnung mit dem Bundespräsidenten Joachim Gauck, der im Sommer mit einem befreundeten Ehepaar das Nationalparkzentrum und den Königsstuhl besucht hat. Ein privater Besuch. Er sei aus großer Verbundenheit zur Insel und zum Königsstuhl hierhergekommen, habe ganz normal seinen Eintritt bezahlt, seinen Freunden viel über Caspar David Friedrich erzählt und sich mit den anderen Besuchern ganz locker unterhalten, so Mark Ehlers, der noch heute strahlt, wenn er von diesem Überraschungsbesuch spricht.

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Rund 270 000 Gäste wurden in diesem Jahr im Nationalparkzentrum Königsstuhl gezählt, etwa 10 000 mehr als 2015.

Allein 40 000 Besucher wurden im Forscherzelt gezählt, in dem ein vierköpfiges Umweltbildungsteam interessante Versuche ermöglicht, mikroskopische Einblicke vermittelt und Fragen zu Rügens kleinen und großen Naturphänomenen beantwortet. Das ist in der Hauptsaison eine gute Ergänzung zur großen Erlebnisausstellung und zum UNESCO-Weltnaturerbe-Kinofilm. Die Ausstellung und der Film wurden in diesem Jahr akustisch aufgewertet, denn Stillstand gibt es im Nationalpark Jasmund nicht. „Das einzig Beständige ist die Veränderung“, ist ein oft zitierter Satz in der Stubbenkammer.

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Beeindruckt ist Mark Ehlers immer wieder von den Naturgewalten und der Küstendynamik, die in diesem Jahr zur Sperrung des Abstiegs am Königsstuhl geführt haben.

„Ich war nur wenige Tage vor dem Hangrutsch zum ersten und vorerst letzten Mal hier unten am Strand“, so der Forstwissenschaftler und ökologische Landschaftsplaner.

 

Er weiß, dass über die Feiertage zum Jahreswechsel und in den Winterferien wieder viele Gäste nach Rügen, in die Schutzgebiete und damit auch zu den Steilküsten kommen.

Und das sollten die Besucher beachten:

  • An den Steilküstenabschnitten auf Rügen (u.a. am Kap Arkona, auf Jasmund und auf Mönchgut) besteht jederzeit die Gefahr von Küstenabbrüchen, vor allem nach Starkregen, nach Frost- und Tauwechseln und bei hohen Wasserständen.
  • Das Betreten der Küstenwanderwege und der Uferbereiche erfolgt immer auf eigene Gefahr.
  • Das Klettern an der Steilküste ist verboten.
  • Spaziergänge an den Steilküsten bei Sturm und Hochwasser vermeiden bzw. nur in sicheren Bereichen mit ausreichend Abstand unternehmen.
  • Beobachten Sie aufmerksam die Steilufer bei Wanderungen oder Spaziergängen unterhalb des Kliffs.
  • Nutzen Sie nur gekennzeichnete Wege und Treppen.
  • Beachten Sie Hinweistafeln und respektieren Sie Verbotsschilder und Absperrungen.
  • Gehen Sie niemals direkt bis an die Kliffkante – oft gibt es dort gefährliche Überhänge.
  • Informieren Sie die örtlichen Behörden, wenn Sie Gefahrenbereiche entdecken.

Mark Ehlers appelliert an die Vernunft eines jeden Gastes, diese Regeln einzuhalten. Dann sei man auf der sicheren Seite und könne sich unbeschadet an der Schönheit des Nationalparks Jasmund und an den „Alten Buchenwäldern“ erfreuen. An deren Jubiläum „fünf Jahre UNESCO-Weltnaturerbe“ und an die Romantiktage denkt er gern zurück. Die Romantiktage mit Malkursen und Märchenstunden in historischen Gewändern werde es auch im Sommer 2017 geben, inhaltlich weiter ausgebaut.

 

Apropos bauen: Die Bauarbeiten in und an der Waldhalle laufen auf Hochtouren. Die ehemalige Ausflugsgaststätte in der Nähe der 2005 abgestürzten Wissower Klinken wird zu einem UNESCO-Welterbe-Forum ausgebaut. Zur Saison 2017 soll es eröffnet werden, vorausgesetzt, der Winter bleibt mild.

www.koenigsstuhl.com

 

Wir verlosen 5 Eintrittskarten

(gültig bis 20.03.2017) für Familien und Einzelpersonen für das Besucher-Zentrum Kreideküste am Königsstuhl. Bitte nutzen Sie unser Kommentarfeld, um folgende Frage zu beantworten: Warum möchten Sie gern eine Eintrittskarte gewinnen?

Einsendeschluss ist der 10.01.2017


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