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Als Fischköppe werden im Allgemeinen wir Einheimischen hier oben bezeichnet – dickschädelig, wortkarg und dem Meer verbunden. Um so mehr machte mich die Keramikmanufaktur „Fischkopp Keramik“ neugierig.

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Im idyllischen Klosterhof in Bergen, gleich hinter der Kirche, ist der ansprechende Laden mit handgefertigten Besonderheiten zu finden. Schon beim Ankommen lächeln mich die „Rügenfische“ an. Dickschädelig, wortkarg und dem Meer verbunden – das passt auch auf diese liebenswerten Fischköppe, die mich beim Betrachten schon in gute Laune versetzen.

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Außerdem findet sich hier allerlei an weiteren schönen Dingen: neben Schmuck, Seifen und ätherischen Ölen werden Keramiken mit einer besonderen Oberfläche angeboten – Rakukeramik. Wie der Name schon vermuten lässt ist Raku eine ursprünglich japanische Brenntechnik, bei der durch einen Temperaturschock während des zweimaligen Brennens das sogenannte Craquelé (ein Rissmuster) entsteht. Mit etwas Glück kommt man am richtigen Tag in den Klosterhof und kann bei diesem spannenden Brennvorgang zusehen.

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Feuerzauber im Klosterhof

Der erste Schrühbrand erfolgt bei ca. 900°C. Der Glattbrand erfolgt dann zwischen 850-1000°C. Mit langer Zange werden die Stücke aus dem Ofen entnommen und im hell glühenden Zustand, z.B. in Sägemehl, Laub oder Sand reduziert. Durch den gewaltigen Temperaturschock reißt die noch glühende Glasur willkürlich auf und während die Stücke in den brennenden Hobelspäne liegen, dringt der entstehende Kohlenstoff in die Risse und unglasierten Stellen ein und schwärzt diese.

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Die Fertigung ist aber auch riskant. Nicht selten kommt es vor, dass die Stücke durch den thermischen Schock regelrecht im Ofen explodieren.

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Seit 2008 fertigt die gelernte Keramikerin Kati Rohde auf dem Klosterhof kunstvolle Rakukeramik. Vasen, Dosen, Schmuck, Teeschalen, Duftsteine und figürliche Objekte sind nur ein Teil der Unikate, die hier entstehen. Mit David Schulz betreibt sie den charmanten Laden gleich hinter der Marienkirche in Bergen.

 

Und die Fischköppe?

Die freundlichen Rundlinge gibt es in verschiedenen Größen, auch als Windspiel oder als Spardose. Sie plappern nicht viel rum, sind freundlich, frostsicher und halten sich gern in der Wohnung oder im Garten auf. So gesehen: Ja, man kann sich mit ihnen identifizieren, wenn Sie mich fragen. 🙂

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Weitere Infos unter: www.fischkopp-keramik.de

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Natalie Schlemper

Natalie Schlemper ist in ihrem Leben viel gereist und dann auf Rügen angekommen.
Die Insel mit ihren vielen unterschiedlichen Naturlandschaften, Sehnsuchtsorten und Kuriositäten hat ihren Entdeckergeist in den Bann gezogen. Von einigen Einsichten in das Inselleben wird sie hier berichten.

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