Arbeiten aus dem Leben von Jörg Korkhaus im Stadtmuseum Bergen


Holger Vonberg ist gebürtiger und bekennender Rüganer. Sein Berufswunsch als Zweijähriger: „Urlauber Baabe“. Das hat nicht ganz geklappt. Ab 1991 war er als Journalist u. a. für den NDR, die OZ und den „Urlaubs-Lotsen“ auf der Insel unterwegs. Bis März... mehr

Anmutige Landschaft, einem Frauen-Akt gleich

„Ich bin ein unverbesserlicher Romantiker“, sagt der Bergener Künstler Jörg Korkhaus. Im November 2016 feiert er seinen 70. Geburtstag. Aus diesem Anlass zeigt das Bergener Stadtmuseum noch bis zum 16. November eine repräsentative Werkschau.

Zu sehen sind Inselbilder, malerische Landschaften, Aktzeichnungen, aber auch grafische Arbeiten, von ihm gestaltete Eintritts- und Speisekarten, Programmhefte und Wappen.

Das Wappen von Ralswiek wurde 1999 durch das Innenministerium von Mecklenburg-Vorpommern genehmigt und unter der Nummer 183 der Wappenrolle von MV registriert. Heraldiker (Wappenkundler) beschreiben die Blasonierung (Gestaltung) wie folgt: „„Geteilt; oben in Silber ein nach links fahrendes rotes Schiff nordischer Bauart; unten in Grün ein mit der Öffnung nach rechts liegender silberner Becher mit oben liegendem Henkel.“

Klar, sagt der Rüganer, das kann nur Ralswiek sein, ein Ort mit bedeutender Seefahrer- und Händlergeschichte, ein Ort, der auch mit Klaus Störtebeker (Stürz den Becher) zu tun hat.

Auch ein Sonderstempel der Deutschen Post zur 1.Sail Sassnitz 1994 oder Plakate sind Arbeiten von Jörg Korkhaus. Für die einstige Puppenbühne des ehemaligen Bergener Kreiskulturhauses hat er auch so manches Bühnenbild gefertigt. Wenn er von der „Feuerroten Blume“ erzählt, leuchten noch heute seine Augen.

Geboren wurde Jörg Korkhaus 1946 in Eisenach. Mit sechs Jahren war er zum ersten Mal auf der Insel Rügen. Das milde Reizklima – eine Wohltat für den oft kränklichen Jungen. Mit elf Jahren malte er sein erstes Ölbild – in einem Krankenhaus. Das Motiv? Natürlich die Ostsee!

„Alle Kinder malen“, sagt er nachdenklich. „Ich habe nur nie aufgehört damit.“

1972 kam Jörg Korkhaus für immer auf die Insel Rügen. Der gelernte Schrift- und Plakatmaler arbeitete im Kultur- und Sozialbereich. Ab 1985 betreute ihn der Schweriner Maler und Grafiker Gerhard Reinisch. Später wurden seine Werke unter anderem in Dänemark, Schweden, Polen und Litauen ausgestellt, auch seine Hommage an C.D.F., den Romantiker Caspar David Friedrich.

„Ich will das Gesuchte, Beobachtete und Entdeckte für mich und den Betrachter meiner Arbeit festhalten, will mich mitteilen, wünsche den Dialog mit anderen. Die ständige Auseinandersetzung mit der Umwelt, in der wir leben, ist mir Lebensbedürfnis und Voraussetzung für meine künstlerische Arbeit.“

Mit seinen Bildern will er zum Nachdenken anregen, Schönheit und Verletzlichkeit der Natur zeigen. Wie ihm das gelingt, spürt der Betrachter zum Beispiel bei seinem Aquarell „Mönchguter Traum“: die anmutige Landschaft, einem Frauen-Akt gleich.

Ja, es gebe Bilder, die er nicht verkaufen würde. Die verschenke er – wie das Bild „Infragestellung“. Das gehört seit ein paar Jahren der Verwaltung des Biosphärenreservates Südost-Rügen: der Blick aus einem Auto auf eine fiktive und erschreckend realistische Welt. Im Vordergrund die Idylle der Insel Vilm, im Hintergrund die vom Hochwasser bedrohte Stadt Dresden und die beiden Türme von New York in Flammen. Im Rückspiegel des Autos – fragende Blicke. . .

Öffnungszeiten Stadtmuseum Bergen

Bis Oktober: dienstags bis sonnabends von 10 Uhr – 16.30 Uhr

Ab November: dienstags bis freitags 11 Uhr – 15 Uhr, sonnabends 10 bis 130 Uhr

 


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