Thure im Interview mit Bastian Semm / Klaus Störtebeker


Thure im Interview mit Bastian Semm / Klaus Störtebeker
9 Jahre Inselkind

Habt ihr schon mal mit einem Piraten gesprochen? Ich ja, denn in einer Probenpause habe ich Bastian Semm getroffen. Und der spielt den Seeräuber Klaus Störtebeker in Ralswiek. Da hab ich ihn gleich mal was gefragt, und das hat er gesagt:

Hallo Bastian. Du hast ja eine coole Frisur. Ganz modern: Undercut und in der Mitte die Haare etwas länger mit einem kleinen Zopf. Und einen Bart hast Du auch. Sahen so Piraten aus?

Bastian Semm: Ich denke schon. Wenn man in alte Bücher schaut oder sich Filme über die Wikinger, Indianer oder Samurai-Kämpfer ansieht, dann fällt uns auf, dass sie alle ganz besondere Frisuren trugen, manche sogar Glatze. Kürzere Haare sind einfach praktischer und lassen sich auch leichter pflegen als eine lange Mähne. Diese ungewöhnlichen Frisuren wie bei den Irokesen zum Beispiel waren wichtig, um den Gegner allein durch das böse Aussehen einzuschüchtern. Meine Maskenbildnerin wird den Zopf für die Vorstellungen auf jeden Fall noch künstlich verlängern. Ich finde, das ist eine „wieder-moderne“ Frisur.

Was isst Du denn so am liebsten?

Ich mag besonders Rinderfilet, das kann ruhig etwas roter sein als Medium.

Bald ist ja wieder Premiere für die Störtebeker-Festspiele. Da musst du reiten und kämpfen. Hast Du dafür trainiert?

Bastian Semm: Natürlich! Sport ist ganz wichtig für einen Schauspieler. Du musst fit sein für die Rolle, die ganz schön anstrengend ist. Wir kämpfen ja nicht mit Schwertern aus Pappe. Die sind aus Eisen geschmiedet und richtig schwer. Vor anderthalb Jahren habe ich das Boxen als Fitnessprogramm für mich entdeckt. Das ist ein super Sport, der alle Muskelgruppen trainiert. Nur bei der Partnerarbeit muss ich aufpassen, dass ich keinen Schlag auf die Nase bekomme. Kopftreffer sind also tabu. Wie würde das auch aussehen, wenn ich mit einem blauen Auge oder angeknackter Nase auf die Bühne käme.

Was wolltest Du eigentlich als Kind mal werden?

Bastian Semm: Mein erster Berufswunsch war Baggerführer, aber das hat sich schnell erledigt, weil ich was Anderes gefunden habe: Schauspieler oder Cowboy wollte ich dann werden. Und das hat auch geklappt. Nun stehe ich als Klaus Störtebeker in Ralswiek auf der Bühne – oder als Hamlet oder Romeo in einem anderen Theater. Und Countrymusik mache ich so „nebenbei“. Mit meinem Soloprogramm „Cash – a singer of songs“ bin ich in diesem Sommer auch auf Rügen unterwegs. Johnny Cash war ein großer Countrysänger und Songschreiber.

Was muss ich tun, um Pirat zu werden?

Bastian Semm: Du musst aufpassen, denn es ist ein großer Unterschied, ob man ein echter Pirat wird oder die Rolle nur spielt. Bitte nicht echter Pirat werden, ihn spielen, ja! Wenn man ganz jung ist, sollte man schon im Kindergarten oder später in der Schule in Theatergruppen oder in entsprechenden Arbeitsgemeinschaften mitmachen. Wenn Ihr größer seid, dann könnt Ihr Euch auch bei Störtebeker als Statisten bewerben und Theaterluft schnuppern.

Gibst Du auch Autogramme?

Bastian Semm: Na klar, vor allem nach den Vorstellungen. Da nehmen wir uns gern die Zeit für die kleinen und großen Zuschauer. Also: keine Angst, kommt einfach zu uns!

Danke, Ahoi und toi, toi, toi.


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