Insel Rügen | Das Online-Magazin der Insel Rügen.
Zugegeben, den Begriff Insulaner mit ihren eigenen Worten zu umschreiben, war für die Kinder der Freien Schule Dreschvitz gar nicht so einfach, aber sie haben es dennoch hervorragend gemeistert. Sie sind eben Insulaner. Und die sind nun mal pfiffig.

Insulaner sind Menschen, die auf einem Eiland leben. Müssten sie da nicht etwa Eiländer genannt werden? Hier heißen sie Rüganer (das sind die, die schon drei Generationen auf dem Friedhof besuchen können). Dann gibt es noch die Rügener, die später kamen. Und es gibt die Rügen-Liebhaber weltweit.

Ja. Und dann haben wir noch die „Halbinsulaner“, also jene, die auf den Halbinseln Wittow, Jasmund oder Mönchgut leben und die auf ihre Art auch wieder besonders eigen sind. Sie sagen manchmal noch heute: „Ich reise nach Rügen – oder ich komme von Rügen.“ „Nicht, also ob sie glaubten, ihre Ländchen gehören gar nicht zu der Insel, sondern weil diese Theile Rügens eigne Namen führen: Man sagt auch umgekehrt, von Rügen nach Jasmund, Wittow usw. reisen“, schrieb Johann Jacob Grümbke (1771-1849) einst in sein Tagebuch. Der Arztsohn aus Bergen auf Rügen, Hauslehrer und Privatgelehrter, bezeichnete sich als Indigena. Er war der Einheimische. 1805 erschienen seine „Streifzüge durch das Rügenland“. Dieses Buch war einer der ersten und umfassenden Rügenreiseführer in Briefform und widerspiegelte noch heute eindrucksvoll das Leben und Brauchtum jener Zeit. Für die Insulaner und ihre Gäste ist das eine wahre Fundgrube. In Bibliotheken und als Gebrauchtbuch ist dieser literarische Schatz heute noch zu finden.

Ihre eigene, eher langsame Art der Insulaner, ihre gewisse Maulfaulheit, aber auch ihre deftige Art zu feiern hat er in diesem Buch beschrieben. Damals war´s. Heute sind wir aber ganz anders ;0)

Wer mehr über uns Insulaner wissen will, dem empfehlen die Inselexperten unsere Serie: „52 Gesichter, 52 Geschichten von der Insel Rügen“ hier im Online-Magazin unter www.wirsindinsel.de/25Jahre

Die Wanderausstellung dazu ist bis 26. Juni im Naturerbe-Zentrum Rügen in Prora zu sehen, dann in der KulturKunststatt Prora, ab August im Medien- und Informationszentrum (MIZ) in Bergen. Im September wird die Wanderausstellung in der Landesvertretung von Mecklenburg-Vorpommern in Berlin gezeigt.

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Holger Vonberg

Holger Vonberg ist gebürtiger und bekennender Rüganer. Sein Berufswunsch als Zweijähriger: „Urlauber Baabe“. Das hat nicht ganz geklappt. Ab 1991 war er als Journalist u. a. für den NDR, die OZ und den „Urlaubs-Lotsen“ auf der Insel unterwegs. Jetzt gehört er als Inselexperte zur festen Besatzung der Tourismuszentrale Rügen. Er lebt mit seiner Frau auf Wittow und hat zwei erwachsene Kinder.

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