Der „Vater des Göta-Kanals“


Holger Vonberg ist gebürtiger und bekennender Rüganer. Sein Berufswunsch als Zweijähriger: „Urlauber Baabe“. Das hat nicht ganz geklappt. Ab 1991 war er als Journalist u. a. für den NDR, die OZ und den „Urlaubs-Lotsen“ auf der Insel unterwegs. Bis März... mehr

Erinnerungen an Baltzar Bogislaus von Platen (1766-1829)

Erstaunlich, was allein mit Menschenhand geschaffen werden kann: die Pyramiden in Ägypten, die Chinesische Mauer. Oder der Göta-Kanal in Schweden. Ein Rüganer hatte dort in Schweden den Hut auf bei der Planung und Bauausführung: Baltzar Bogislaus von Platen.

Vor 250 Jahren erblickte er am 29. Mai 1766 in der Nähe von Schaprode das Licht der Welt.
Niemand ahnte damals, dass dieser entzückende Adelsspross eines Tages 58 000 Soldaten aus 16 Regimentern befehligen würde, die, bewaffnet mit Spaten, fast genau die Hälfte des 190 Kilometer langen Kanals schaufeln sollten, 12 Stunden Tag für Tag, insgesamt 84 Millionen Arbeitsstunden innerhalb von 22 Jahren. Neun Millionen Reichstaler verschlang der Bau, das wären heute – rund gerechnet – 1,3 Milliarden Euro.

 

Der Göta-Kanal, eines der größten Bauprojekte Schwedens.

Er verbindet die Stadt Mem bei Slätbaken an der Ostsee mit Sjötörp am Vänersee, hat 58 Schleusen und ist heute ein Tourismusmagnet. Doch gebaut wurde er nicht etwa zur Belustigung von Wasser-Touristen, sondern um die hohen Zölle der Dänen zu umgehen. Per Privilegienbrief erteilte König Karl XIII den Bauauftrag an Baltzar von Platen, dem ein ingenieurtechnisches Meisterwerk gelang, dessen Inbetriebnahme er aber leider nicht mehr erlebte. Drei Jahre vor der feierlichen Eröffnung starb er 1832.

1798 hatte man den Grafen, Seeoffizier und Politiker Baltzar von Platen zum Mitglied im Aufsichtsrat von Trollhätte Kanal berufen. Intensiv arbeitete er dort auch an den Plänen für einen Verbindungskanal zwischen der Nord- und Ostsee, den späteren Göta-Kanal und gründete 1822 die Motala Veerkstad, um maschinentechnische Ausrüstung für den Kanalbau zu fabrizieren. Damit schuf er die „Wiege der schwedischen Maschinenbauindustrie“. In Motala ist sein monumentales Grab neben dem Kanal nicht zu übersehen.

Auch auf Rügen erinnert ein Gedenkstein an den Mann, der den Göta-Kanal-Bau plante und umsetzte. In Schaprode steht dieser Stein.

Der Göta-Kanal in Zahlen:

 

Länge: 190 Kilometer, davon 87 Kilometer per Hand geschaufelt

7,5 Kilometer Kaimauern und Piers

21 Yachthäfen

58 Schleusen

48 Brücken

400 Gebäude

Schwedens längste Allee mit 10.000 Bäumen

 

Weitere Infos:

http://www.gotakanal.se/de/

 


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