„Dingens – Rügen von A bis Z“: E wie Eiszeit


Berichte von Einheimischen.

Die Insel Rügen hat ihre Existenz der letzten großen Eiszeit zu verdanken, obwohl es der Sage nach anders gewesen sein soll, wie es die TONabnehmer auf ihrer CD „Hallo Rügen“ in dem Lied „Die wahre Geschichte der Entstehung von Rügen“ besingen. Dazu aber weiter unten mehr.

Vor etwa 70 bis 80 Millionen Jahren bedeckte das Weltmeer der Oberkreide unser Gebiet. Über Jahrmillionen lagerten sich Kalkschalenreste winzigster Meeresbewohner ab. Diese Schicht hat eine Dicke von bis zu 400 Metern. Diese Kreideschollen wurden durch die Gletscher der jüngsten Eiszeit gepresst, zum Teil angekippt. Gut zu beobachten ist das an den Kreidefelsen auf Jasmund und an den Feuersteinbändern im Kliff.

Die Kerne von Arkona und Jasmund sollen die letzten Gletschervorstöße umgelenkt haben. Das Eis modellierte so die hügelige Landschaft Ostrügens und im Westen Rügens die leicht gewellte Grundmoränen-Ebene mit Toteisfeldern und -becken. Damit, so die Wissenschaftler, wurde die Basis für die heutige Insel Rügen geschaffen, die damals noch trocken lag, also Festland war, weil die Ostsee noch nicht existierte. Der Rest ist schnell erzählt: Vor 8000 Jahren hob sich der Meeresspiegel um etwa 18 Meter und überflutet weite Landesteile. Wittow und Jasmund werden zu Inseln. Das Meer nagt an den Steilküsten und lagert das feine Material im Strömungsschatten ab. Wittow und Jasmund wachsen zusammen, auch Jasmund, der Inselkern und Mönchgut.

Etwa 10 000 Jahre hat das Meer gebraucht, um die Insel Rügen so zu formen, wie sie heute ist. Durch den Menschen aber hat sie weitaus schneller ihr Gesicht geändert. Nach dem Beginn der Christianisierung wurden die ersten Kirchen gemauert. Man baute Wege, Straßen, Schlösser und Katen, Dörfer und ganze Städte. Auch die Landwirtschaft veränderte die Region. Und dann setzt der moderne Zeitraffer ein. Innerhalb eines langen Menschenlebens werden zwei Weltkriege geführt, viele Menschen entwurzelt und neu angesiedelt. Eine große Mauer wurde eingerissen. Und Neues wird aus dem Boden gestampft, wobei wohl leider nicht alles zum Guten der Insel führen wird. . .

Die Kinder der Freien Schule Dreschvitz haben uns den Begriff Eiszeit für „Dingens – Rügen von A bis Z“ erklärt. Vielen Dank dafür.

P.S.: Und nun noch einmal zu den TONabnehmern und ihrer „wahren Geschichte der Entstehung von Rügen.


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