„Mein Cape Cod“ – Holger Teschke liest im MIZ Bergen


„Mein Cape Cod“ – Holger Teschke liest im MIZ Bergen
Holger Vonberg ist gebürtiger und bekennender Rüganer. Sein Berufswunsch als Zweijähriger: „Urlauber Baabe“. Das hat nicht ganz geklappt. Ab 1991 war er als Journalist u. a. für den NDR, die OZ und den „Urlaubs-Lotsen“ auf der Insel unterwegs. Bis März... mehr

Am 6. Mai ist der auf Rügen geborene Autor Holger Teschke um 19.30 Uhr im MIZ mit seinem neuen Buch zu Gast. Es heißt „Mein Cape Cod“ und ist im mare-Verlag Hamburg erschienen. Es ist eine „transatlantische Liebesgeschichte“, denn seit mehr als 20 Jahren bereist Holger Teschke fast jeden Sommer Cape Cod am Atlantik, um mit den Walbeobachtern des Center for Coastal Studies zur Stellwagen Bank zu fahren. Das ist eines der größten Meeresschutzgebiete an der amerikanischen Ostküste. Hier kann man neben Buckelwalen und Tümmlern auch Robben und Fischadler beobachten und viel über die Wandlung vom Walfang zum Walschutz in Massachusetts erfahren. Das Buch erzählt auch aus der langen Geschichte des Kaps – von seiner Besiedlung durch die Wampanoag-Indianer bis zum berühmten Ferienort des Kennedy-Clans.

Die Kritiker halten sich mit Lob nicht zurück:
„Ein wunderbares Buch!“, war von Angelika Gutzeit im Deutschlandfunk zu hören. „Das Buch ist wie ein ausgedehnter Spaziergang. Irgendwann möchte man am liebsten selber hinfahren und anschauen, was der Autor beschreibt“, schrieb Sinah Müller in der Süddeutschen Zeitung.

„Holger Teschke hat mit Cape Cod ein Buch schweifender Sehnsucht geschrieben und gleichzeitig den Anker geworfen, der Erinnerung heißt“, war von Gunnar Decker im Neuen Deutschland zu lesen.

Dem kann ich nur zustimmen. Das Buch „Mein Cape Cod“ habe ich unweit vom Kap Arkona gelesen. Und da war er wieder, auch mein Traum von Moby Dick, von den majestätischen Großsäugern der Weltmeere, deren Gesänge und Schönheit ich ganz ohne Taucherausrüstung im OZEANEUM Stralsund schon einmal auf mich wirken lassen konnte. Doch welch ein Gefühl muss es sein, ihnen auf dem Meer zu begegnen. Holger Teschke beschreibt diese Emotionen sehr beeindruckend.

Er nimmt den Leser mit auf seine Entdeckungstour, die auch eine Zeitreise in die Geschichte des legendären Kaps ist. Man spürt richtig, wie tief er in die Historie, in die Literatur und die Archive eingetaucht ist. Manchmal muss ich das Buch beiseitelegen, um im Internet nach Namen, Kunstwerken und Orten zu suchen, auf die er sich bezieht, damit ich mir ein genaueres Bild machen kann. Lesen bildet. Dieses Buch macht gleichzeitig große Freude. Und damit rüttelt Holger Teschke ein wenig an Goethes Spruch, wonach es ein großer Unterschied sei, „ob ich lese zu Genuss und Belebung oder zu Erkenntnis und Belehrung“.

Dieses Buch ist Genuss und Belebung, zugleich ist es Erkenntnis und macht Lust, zu reisen. Vom Kap Arkona zum Cape Cod? Eines Tages vielleicht.

Dass Holger Teschke, mit seiner Karen in Provincetown bei einem Gin Tonic sitzend, das Leben am Cape mit dem auf Rügen vergleicht, liegt nahe. Auch dort sind es nur noch wenige einheimische Fischer, die letzten ihrer Zunft, die die Restaurants mit frisch gefangenem Fisch beliefern. Sein Buch macht nachdenklich, ist unterhaltsam, informativ. Und baut viele Brücken: Denn gibt es einen besseren Ort, als an einer vom Wind nur selten verschonten Landspitze Shakespeares Theaterstück „Der Sturm“ zu übersetzen? Den „Sturm“ hat Holger Teschke (Buch und Regie) später von Amerika nach Hiddensee gebracht, auf die Seebühne nach Vitte – ins maritime Figurentheater von Karl Huck und Wiebke Volksdorf.

Mir gefällt, dass er immer wieder den Bezug zu seiner Heimat Rügen herstellt. Als Inselbotschafter bricht er nicht nur in seinen Büchern eine Lanze für Deutschlands größte Insel. Er hat auf Reisen auch immer Hühnergötter von Rügen mit dabei. Und die legte er schon bei Herman Melvilles Farm nieder, auch am Grab von Robert Louis Stevensons oder am Haus von Pablo Neruda. Und er brachte sie zu den Buckel- und Pottwalen. Mögen die Rügener Hühnergötter Glück bringen.

 

 

Holger Teschke

Mein Cape Cod

Eine transatlantische Liebeserklärung

232 Seiten

gebunden mit Schutzumschlag und Lesebändchen

erschienen im mare-Verlag

ISBN 978-3-86648-217-3

Preis: 18 Euro


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