Willkommen zu den Rügener Fisch(er)tagen


Holger Vonberg ist gebürtiger und bekennender Rüganer. Sein Berufswunsch als Zweijähriger: „Urlauber Baabe“. Das hat nicht ganz geklappt. Ab 1991 war er als Journalist u. a. für den NDR, die OZ und den „Urlaubs-Lotsen“ auf der Insel unterwegs. Bis März... mehr

Fisch frisch auf den Tisch gibt es auf Rügen zu jeder Jahreszeit. Ob gebraten, geräuchert, eingelegt oder gekocht – Fisch ist Gaumenfreunde und regionale Spezialität. Wenn das kein Grund zum Feiern wäre. Darum lädt die Insel auch vom 23. April bis 1. Mai zu den Rügener Fisch(er)tagen ein, denn jetzt ist Heringszeit. Gaststätten und Fischräuchereien aber auch die einheimischen Fischer beteiligen sich daran, bieten leckere Gerichte und Räucherfische zum Genießen an und erzählen von ihrer schweren Arbeit auf See und an Land.

Der Baaber Fischer Roberto Brandt ist einer der letzten so genannten Strandfischer von Rügen.
Mit Hilfe von Winde, Seil und Umlenkrolle und mit der Kraft von mehreren Männerhänden bringt er sein am Strand liegendes Boot zu Wasser. Erst wenn die Brandungswellen überwunden sind, wird der Motor angeworfen. Dann fahren die Männer – soweit es Wind und Wellen zulassen – zu ihren Stellnetzen, die mit roten Fähnchen gekennzeichnet sind.

Mit gutem Fang sind sie an diesem kalten Aprilmorgen zurückgekommen. Doch Feierabend haben sie noch lange nicht. Denn der Hering verlässt nicht von allein das Netz. Jeder einzelne Fisch muss durch die Maschen geschoben und in die Kisten geworfen werden, die sich in den unterschiedlichsten Farben im Sand stapeln. Fisch für Fisch, das „Silber des Meeres“, füllt die Kisten, die dann auf einem Wägelchen mit der Winde zum Dünenfuß gezogen werden, wo sie dann in den Transporter gehievt werden.

„Einen Teil unseres Fang verkaufen wir an das Fischverarbeitungszentrum in Mukran, einen Teil nutzen wir in unserer Gaststätte und in der Räucherei selber“, so Roberto Brandt, der immer wieder mal von Journalisten fotografiert, gefilmt und interviewt wird. Erst im vergangenen Jahr war ein italienisches Fernsehteam bei ihm.

Seit 1847 lebt Familie Brandt vom Fischfang. In der ersten Jahreshälfte zappeln vorrangig Hechte, Heringe, Hornfische und Dorsche in den Netzen, ab Sommeranfang sind es Aale, Flundern und Lachse. All dies gibt es dann auch lecker zubereitet im kleinen Restaurant „Zum Fischer“.

Zu den Fisch(er)tagen lädt Roberto Brandt am 27. April von 16 bis 18 Uhr zum Klönsnack in sein Restaurant ein.

Neben dem Fisch a la carte gibt es dann auch spannende erzählte und gefilmte Geschichten. Da die Teilnehmerzahl auf 18 begrenzt ist, bittet Fischer Brandt um telefonische Anmeldung unter 038303/86428.

Auf dem Mönchguter Heringsfest in Göhren feiern 30. April bis 1. Mai Fischer, Urlauber, Gastronomen und Einheimische zusammen die Heringszeit und küren gemeinsam die beste Fischsuppe der Insel Rügen.

Mehr Infos unter www.ruegen.de/fischertage

 


FEEDBACK

ABO


2 Kommentare

  • Das ist eine sehr schöne Idee mit den Fischertagen.
    Dass der Fisch tatsächlich in der Ostsee oder im Bodden frisch gefangen wird, ist vielen Gästen sicherlich gar nicht so bewusst.
    Mit Fischern ins Gespräch zu kommen, ist eine großartige Gelegenheit, von diesem kleinen Wirtschaftszweig mit großer Tradition ein wenig mehr zu erfahren.
    Übrigens ist das auch beim 20. Reusenfest in Baabe vom 13. bis 15. Mai möglich – also quasi einer Verlängerung der Fischertage…

    • Liebe Uta,
      vielen Dank für die Zeilen und auch die Info zum 20. Reusenfest in Baabe.
      Gerne posten wir dazu auf unseren Kanälen entsprechendes wenn Ihr uns dazu Content in Text und Bild liefert.
      Viele Grüße aus der Redaktion!