„Köpfe“ von ARTUS, eine Nachlese


„Köpfe“ von ARTUS, eine Nachlese
Holger Vonberg ist gebürtiger und bekennender Rüganer. Sein Berufswunsch als Zweijähriger: „Urlauber Baabe“. Das hat nicht ganz geklappt. Ab 1991 war er als Journalist u. a. für den NDR, die OZ und den „Urlaubs-Lotsen“ auf der Insel unterwegs. Bis März... mehr

Lieber Walter, danke für Dein neues Heft „Köpfe – Eine Nachlese“, das Du unter dem Pseudonym ARTus veröffentlicht hast. Es ist so gesehen Dein zweites Gesichtsbuch der besonderen Art mit Graphiken und Texten, die als Kolumnen dem täglichen Allerlei einer Zeitung in den vergangenen zehn Jahren außergewöhnliche Würze gaben.

Ich habe innerlich gefeiert, als ich dieses kleine und inhaltsstarke Heft in den Händen hielt und beim Lesen Kurt Tucholsky begegnet bin, auch Lutz Seiler und Albert Einstein auf Hiddensee. Du schreibst über Gotthard Ludwig Kosegarten, den einstigen Pfarrer, Schriftsteller und Romantiker aus Altenkirchen, dem die klugen und belesenen Nachfahren kürzlich im Kosegartenhaus vor der Kirche eine wunderbare Dauerausstellung gewidmet haben. Wilhelm von Humboldt beschrieb Kosegarten hingegen als einen Sonderling, dessen großer Natur es nicht gelungen sei, „sich rein und vollkommen zu entwickeln“, was mich nun doch sehr überrascht hat.

Gut getroffen in Wort und Bild hast Du die Wahlrüganerin und Schriftstellerin Ursula Ullrich. Sie hatte 2004 eine poetische Landschaftsbeschreibung unter dem Titel „Rügen Inselwege“ veröffentlicht, gemeinsam mit ihrem Mann, dem Maler Gottfried Sommer aus Bergen. Seine Ausstellung „Fundstücke“ haben wir Inselexperten in unserem Onlinemagazin 2015 vorgestellt. Und Holger Teschke hat ihm auf wirsindinsel.de im vergangenen Jahr zum 80. Geburtstag gratuliert. „Es gibt kostbare Augenblicke, die wir kostenlos erhalten. Seltsam genug. Es ist die Natur, die uns freigiebig Schönheit schenkt. Mitunter von solchem Glanz, dass sie den Augen weh tut“, zitierst Du Ursula Ullrich.

Und kostbare Augenblicke schenkst auch Du, lieber Walter, in Form weiterer Momentaufnahmen, prüfend, vergleichend, nachdenkend. Da ist der Bildhauer Wieland Förster, den auch ich zur Jahrtausendwende in Lohme getroffen habe, als er der Jasmunder Gemeinde die Skulptur „Großer Einblick“ soeben geschenkt hatte. Dieses Kunstwerk schmückt seitdem den Ausblick über den Hafen, zur Ostsee und zum Kap Arkona. Deine „Nachlese“ hat mich wiederum auf Försters Buch „Rügenblicke“ von 1975 neugierig gemacht. Dieses Werk konnte ich vor wenigen Minuten glücklicherweise doch noch auf dem „Gebrauchtbuchmarkt“ ersteigern. Danke!

Wie sich doch die Wege von Menschen auf einer Insel immer wieder kreuzen. . .

Ich freue mich schon jetzt auf Deinen dritten Band „Köpfe“.

 

Warum ich diese kleine Rezension in Briefform geschrieben habe? Du hast mich darauf gebracht – in Deinem Text über Rosa Luxemburg: „Es lohnt alte Briefe zu lesen! Und … neue zu schreiben!“

 

In diesem Sinne – bis bald!

Holger

 

P.S.: Lieber Walter, ich möchte die Gelegenheit nutzen, Dich, Deine Freunde, Bekannten, alle Insulaner und Rügen-Gäste zu einer Premiere der Tourismuszentrale Rügen einzuladen:

Am 6. Februar wird um 15 Uhr im Kronprinzenpalais am Circus 1 in Putbus unsere Multimedia-Ausstellung „#25Jahre – 52 Gesichter der Insel Rügen“ eröffnet. Gezeigt werden Porträts und Videos von Insulanern, die uns im 25. Jahr der Deutschen Einheit ihre Wendegeschichten erzählt haben. Auch Du wurdest von Christiane Burwitz und Stefan Pocha abgelichtet und hast uns von Dir erzählt an diesem Drehtag im November 2014, den auch ich nicht vergessen werde.

 

Das Buch von ARTus „Köpfe – Eine Nachlese“ mit Texten und Grafiken von Walter G. Goes wurde von ihm und Florian Melzer gestaltet, bei rügendruck putbus gedruckt und ist in einer Auflage von 500 Exemplaren erschienen.


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