Geschützte Natur an Wittows Nordufer


Geschützte Natur an Wittows Nordufer
Susanne Burmester lebt seit 1990 auf Rügen. Sie schreibt über Kunst und Künstler, für spannende touristische Imageprodukte und gerne über kulturelle Höhepunkte des Insellebens. Als Galeristin für zeitgenössische Kunst ist sie viel unterwegs. Das schärft den Blick für das Glück... mehr

Einzigartiges Mosaik aus Blockstrand, Salzwiesen und artenreichem Halbtrockenrasen

Wer die spektakuläre Landschaft am Kap Arkona mit dem Fahrrad oder zu Fuß erkundet, der merkt nicht, wo das Naturschutzgebiet aufhört und wo es beginnt. Schmale Wege entlang dem Hochufer, sanfte Hügel und der Blick in die Weiten der Ostsee faszinieren ihn. Tatsächlich kommen wir aber nur in den Genuss dieses unverfälschten Naturerlebnisses, weil das Nordufer von Wittow und die so genannten „Hohen Dielen“ seit 1990 (Erweiterung 1994) unter Schutz stehen.

Nicht immer ist für den Laien sichtbar, was eine Landschaft so besonders schützenswert macht. Oft sind es die verborgenen Pflanzen und Biotope und die Einzigartigkeit, die dazu beitragen – und nicht so sehr die äußere Erschienung. 144 Hektar umfasst das Naturschutzgebiet nördlich der Gemeinde Putgarten. Mit dem Schutzstatus wird ein einzigartiges Mosaik unterschiedlicher Landschaftsformen erhalten und gepflegt. Am Hügel „Hohen Dielen“ finden sich Halbtrockenrasen, die besonders viele Arten von Pflanzen und Tieren beherbergen.

Der größte Teil des Naturschutzgebietes ist jedoch mit Buchenwald bestanden, in den auch Eschen, Kiefern und Bergahorn sowie Sanddorn und Holunder eingestreut sind. Auch wenn die Schafe der südlichen Halbinsel Mönchgut immer als „Salzwiesenlämmer“ bezeichnet werden – echte Salzwiesen gibt es im ganzen Ostsee-Raum Mecklenburg-Vorpommerns nicht, außer an der Nord- und Ostküste Jasmunds und hier, am Wittower Nordufer. Nirgends wächst zudem der Meerkohl so üppig wie dort – er liebt den Salzrasen und auch gemeiner Strandflieder, Strand-Dreizack und Gänsefingerkraut sind typische Pflanzen.

Das Nordufer von Wittow besitzt zudem den größten und landschaftlich reizvollsten Blockstrand Deutschlands. Ein Blockstrand entsteht, wenn Steilküsten abbrechen und ein Strand mit vielen Steinen entsteht, die mindestens 20 cm Durchmesser haben. An diesem Strand und in den vorgelagerten Flachwassergebieten, der mit Seetang und Miesmuscheln bewachsen ist, überwintern jedes Jahr viele Wasservögel. Besonders Tauchenten und Säger können hier im Februar und März noch beobachtet werden.


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