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Prof. Dr. Hans Dieter Knapp | Geobotaniker und Landschaftsökologe, Jahrgang 1950

Es ist geputzt – das „Tafelsilber der deutschen Vereinigung“

Das weltweit beachtete DDR-Nationalparkprogramm hat viele Väter. Prof. Dr. Hans Dieter Knapp aus Kasnevitz ist einer von ihnen. Zusammen mit Lebrecht Jeschke, Matthias Freude, Michael Succow und anderen hat er dafür gesorgt, dass im Jahr 1990 insgesamt 14 Großschutzgebiete im Osten Deutschlands ausgewiesen wurden, darunter fünf Nationalparks und sechs Biosphärenreservate, das „Tafelsilber der deutschen Vereinigung“, wie Bundesumweltminister Klaus Töpfer damals anerkennend sagte.

Von 1990 bis 2015 war der Geobotaniker und Landschaftsökologe Prof. Dr. Hans Dieter Knapp Direktor der dem Bundesamt für Naturschutz unterstehenden Internationalen Naturschutzakademie Insel Vilm. Diese Insel vor Lauterbach ist schon in den 1930er Jahren unter Naturschutz gestellt worden und wurde von 1959 bis zur Wende vom DDR-Ministerrat als Urlaubsdomizil genutzt.

Diese kleine Rügener Schwesterinsel hat Hans Dieter Knapp als Kind, später auch als Jugendlicher auf sich wirken lassen. Und er ist noch heute begeistert, wenn er die uralten Baumgestalten sieht und berührt. Nach seinem Studium zum Diplom-Biologen in Greifswald und Halle war er von 1973 bis 1977 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Wissenschaftsbereich Geobotanik und Botanischer Garten der Martin-Luther- Universität Halle-Wittenberg. Er sagt von sich, er sei ein „bodenständiger Insulaner. 1990 kam er auf seine geliebte Insel Rügen und zur Insel Vilm zurück.

Die Wendezeit empfindet Hans Dieter Knapp noch heute als die spannendste Zeit seines Lebens. Plötzlich war so vieles möglich. Er hatte mit etwa zwei Jahren gerechnet für die Umsetzung der Ideen rund um das DDR-Nationalparkprogramm. Doch das historische Zeitfenster war viel kleiner. Denn die im März 1990 als erste und gleichzeitig auch letzte frei gewählte DDR-Regierung stimmte im September 1990 für dieses Programm, dessen 14 Schutzgebietsverordnungen mit dem Beitritt zur BRD am 3. Oktober 1990 in Kraft traten.

Video und Foto: pocha.de

Insel Rügen. #25JAHRE

Nach dem Mauerfall in die Reisefreiheit. Deutschland feiert im Jahr 2015 „Silberhochzeit“: 25 Jahre Deutsche Einheit. Die Insel Rügen erinnert mit der Kampagne „#25JAHRE“ an jene Zeit vor und nach dem Mauerfall. Wie haben die Menschen auf Rügen, Ummanz und Hiddensee die gesellschaftliche Wende erlebt? Wie war ihr Leben in der DDR – an der unsichtbaren Mauer, die Ostsee hieß? Und wie ging es im neuen, vereinten Deutschland für sie weiter? Rügen hat sie: Menschen mit ihren spannenden Geschichten, authentisch, ehrlich, emotional, überraschend. Jede Woche des neuen Jahres steht für 52 dieser Gesichter, die immer freitags in Kurzfilmen auf Youtube (youtube.com/wirsindinsel), Vimeo und im Blog www.wirsindinsel.de gezeigt werden: Plattdänzer und Plattschnacker, „Ureinwohner“ und Neurüganer, Sänger, Künstler, Mitgestalter, eine Meisterin, der Wetterfrosch, der Nachbar und die Nachbarin. Spannende Geschichten, die zeigen, wie tief so manche Wurzel in die Rügener Geschichte hinein reicht, was Glück und was Heimat bedeuten und wie sich Zeiten und Menschen ändern, ob Wünsche und Träume wahr wurden oder Hoffnungen sich vielleicht doch nicht erfüllt haben. #25JAHRE ist ein Projekt voller Emotionen, ein Stück bewahrter Zeitgeschichte, ein Teil von Rügen.

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Gastgeberkatalog 2016: Wir sind Urlaub, Ostsee und Natur pur
Gütesiegel ServiceQualität für Tourismuszentrale Rügen

Holger Vonberg

Holger Vonberg ist gebürtiger und bekennender Rüganer. Sein Berufswunsch als Zweijähriger: „Urlauber Baabe“. Das hat nicht ganz geklappt. Ab 1991 war er als Journalist u. a. für den NDR, die OZ und den „Urlaubs-Lotsen“ auf der Insel unterwegs. Jetzt gehört er als Inselexperte zur festen Besatzung der Tourismuszentrale Rügen. Er lebt mit seiner Frau auf Wittow und hat zwei erwachsene Kinder.

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