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Auf Wittow liegt eines der größten Megalithgräber Norddeutschlands

Wer zum Kap Arkona fährt, der lässt den kleinen Ort Nobbin meistens rechts liegen. Dabei befindet sich hier eines der größten Steingräber Norddeutschlands. Um 10 000 vor unserer Zweitrechnung endete die letzte Eiszeit und in der Folge begannen die Menschen sesshaft zu werden und damit entstanden auch die ersten Grabanlagen. Das Großsteingrab „Riesenberg“ bei Nobbin wurde in der Jungsteinzeit errichtet. Es liegt nur wenige Meter vom Steilufer der Tromper Wiek entfernt und wer den beeindruckenden Hochuferweg entlanggeht, kann es besuchen. Von Juliusruh führt ein Radweg hierher. Wer den Ausflug macht, kann später auch das Fischerdorf Vitt, das Kap Arkona und nordwestlich davon, bei Gellort, den „Siebenschneiderstein“ besuchen.

 

Mächtige Randsteine fassen das trapezförmige Megalithgrab bei Nobbin ein.
Mit einer Länge von 34 Metern ist die Anlage zwischen 8 und 11 Meter breit. Im Nordosten befinden sich zwei Grabkammern, von denen eine noch gut erhalten ist. Zwei mächtige „Wächtersteine“ wurden im Südwesten vor die Einfassung gesetzt. Dies ist eher für skandinavische Dolmen typisch und in Deutschland eher selten. Schon die Findlinge der Gräber wurden meist aus Bornholm im Geschiebemergel der Eiszeit hierher getragen – die Wächtersteine beweisen auch die kulturelle Beeinflussung durch die Inseln in der Ostsee. Bei Ausgrabungen in den 1960er Jahren wurden Pfeilspitzen, einige Gefäßscherben und wenige Knochenfragmente gefunden. Auch Reste einer Urnenbeisetzung aus dem 5. Jahrhundert vor unserer Zweitrechnung in der nördlichen Grabkammer weisen auf den Zweck der Anlage hin. Keramikscherben aus der Slawenzeit und eine arabische Silbermünze aus dem 9. Jahrhundert weisen darauf hin, dass das Grab auch später noch genutzt wurde.

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Susanne Burmester

Susanne Burmester lebt seit 1990 auf Rügen. Sie schreibt über Kunst und Künstler, für spannende touristische Imageprodukte und gerne über kulturelle Höhepunkte des Insellebens. Als Galeristin für zeitgenössische Kunst ist sie viel unterwegs. Das schärft den Blick für das Glück der kleinen Dinge und die Unverwechselbarkeit der Provinz.

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