Landschaftskomposition im Video Space


Holger Vonberg ist gebürtiger und bekennender Rüganer. Sein Berufswunsch als Zweijähriger: „Urlauber Baabe“. Das hat nicht ganz geklappt. Ab 1991 war er als Journalist u. a. für den NDR, die OZ und den „Urlaubs-Lotsen“ auf der Insel unterwegs. Bis März... mehr

Zu einer außergewöhnlichen Vorführung lädt Susanne Burmester am Sonnabend, dem 24. Oktober, um 19 Uhr in den Gewölbekeller des Kronprinzenpalais im CIRCUS EINS in Putbus ein: Im Video Space wird eine Dokumentation zur „Landschaftskomposition für den Stadthafen Sassnitz“ gezeigt, ein Film von Jörg Piecha über ein Kunstprojekt, das der Schweizer Komponist Daniel Ott 2002 auf Einladung des Architekten Niclas Dünnebacke erarbeitet und aufgeführt hat. Niclas Dünnebacke wird anwesend sein. Außerdem gibt es Gelegenheit, die aktuellen Ausstellungen mit Werken von Ulrike Mundt/Dresden und Britta Bogers/Köln zu sehen. Niclas Dünnebacke, 1958 in Hannover geboren, lebt seit 2006 als freier Architekt in Paris und ist ehrenamtlicher Mitarbeiter bei Architectes Sans Frontières France (ASF, Architekten ohne Grenzen). Er ist dort Projektleiter für Haiti.

Daniel Ott ist seit 2005 Professor für Komposition und Experimentelles Musiktheater an der Universität der Künste Berlin, seit 2015 Mitglied der Akademie der Künste Berlin. Ab 2016 hat er gemeinsam mit Manos Tsangaris die künstlerische Leitung der Münchener Biennale – Festival für neues Musiktheater. Seine modernen Kompositionen werden zuweilen von Orchestern und Solisten vertont, aber auch von Klangfahrrädern und -rucksäcken, von Kanuten oder Brieftauben.

Am Glasbahnhof in Sassnitz waren es am 5. und 6. Juli 2002 einige Musiker, die mit Eisenrohren Metall zum Klingen brachten oder als grün-weiß verkleidete Leuchtfeuer Trompete spielten. Der Sassnitzer Jörg Piecha hat die Musik und die Stimmung in einem Film eingefangen.

Neugierig geworden? Dann nichts wie hin zum CIRCUS EINS am Sonnabend, dem 24. Oktober.

 

Zugabe der Inselexperten:
Sassnitz war und ist immer für Überraschungen gut. Denn nach Rügen reisen, heißt nach Sassnitz reisen. Das wissen wir seit Theodor Fontanes „Effi Briest“. Und auch Johannes Brahms ließ sich in Sassnitz inspirieren. Hier komponierte er seine Erste Symphonie, die „an den Kreidefelsen hängen geblieben“ ist. Lenin reiste durch Sassnitz. Und im Jahr 2000 erlebte die Hafenstadt eine Weltpremiere, die „Typhonie Nr. 2“, ein Konzert für 100 Schiffssirenen.

Dieses Konzert, dem nicht einmal eine Generalprobe voranging, hat der Komponist Gert Albert Möller vom ehemaligen Fährterminal mit maritimen Wink-Elementen dirigiert, während die Kommandos per Funk an die Schiffe gingen. „Es dirigiert ein Profi, es spielen die Auserwählten, also die Seenotretter, die Wasserschutzpolizei und Fahrgastschiffe sowie die Anderen“, war in der Partitur zu lesen.

Und die Inselexperten haben dieses einzigartige Tondokument aufgenommen. Hier ein paar Impressionen:

Auszüge aus der „Typhonie Nr. 2“:

 


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