Wellness-November auf Rügen


Wellness-November auf Rügen
Holger Vonberg ist gebürtiger und bekennender Rüganer. Sein Berufswunsch als Zweijähriger: „Urlauber Baabe“. Das hat nicht ganz geklappt. Ab 1991 war er als Journalist u. a. für den NDR, die OZ und den „Urlaubs-Lotsen“ auf der Insel unterwegs. Bis März... mehr

Da das Wort Wellness bekanntlich mit Wohlbefinden gleichzusetzen ist, lohnt sich ein Inselbesuch auch in dieser Jahreszeit, denn Spätherbst auf Rügen, das ist wohltuende Überraschung für alle Sinne.

Nebelschwaden ziehen durch die Alleen und über Wiesen, auf denen Tautropfen am frühen Morgen feine Spinnennetze in zart zitternde Lichterketten verwandeln. „Es gibt eine Stille des Herbstes bis in die Farben hinein“, wusste schon der Dichter Hugo von Hoffmannsthal zu berichten, obwohl er das herbstliche Farbenspiel in Rügens Buchenwäldern gar nicht kannte.

Spaziergänger genießen in diesen Tagen die Einsamkeit an den Inselstränden von Rügen, Ummanz und Hiddensee.
Sie atmen die klare, salzhaltige Luft und spüren den kühlen Wind auf der Haut.

Wohlige Wärme lockt in Restaurants. Dort gibt es Gaumenfreuden pur: deftige Kohl-, erlesene Fisch- und pikante Wildgerichte, ein kühles Bier oder einen heißen Grog (mit viel Rum und wenig Wasser), belebenden Tee oder Sanddornsaft mit ganz viel Vitamin C.

In den Rügener Wellness-Oasen tanken die Gäste ihre Lebens-Akkus wieder auf, in der Kreidepackung, im Solebad, bei Massagen oder beim Gang in die Sauna. Beruhigende Klänge schweben durch die Räume, angenehme Aromen steigen in die Nasen, Verspannungen lösen sich. Der Alltag entschwindet, das Wohlgefühl stellt sich ein.

 

Wer ärgert sich bei solchen Bildern, Angeboten und Erlebnissen noch über den November?
Halten wir es wie Goethe, der im Briefwechsel mit Schiller schrieb: „Der Herbst ist immer unsere beste Zeit.“ Er könnte damit vielleicht den Lebensherbst gemeint haben. Hat er aber nicht, sondern:

„Das Barometer ist in steter Bewegung; wir können uns in dieser Jahreszeit keine beständige Witterung versprechen. Man empfindet diese Unbequemlichkeit nicht eher als bis man Anforderungen an eine reine Existenz in freier Luft macht; der Herbst ist immer unsere beste Zeit.“

 


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