Catharina Varchmin-Mittelstädt: Von Bergen nach Binz


Catharina Varchmin-Mittelstädt: Von Bergen nach Binz
Holger Vonberg ist gebürtiger und bekennender Rüganer. Sein Berufswunsch als Zweijähriger: „Urlauber Baabe“. Das hat nicht ganz geklappt. Ab 1991 war er als Journalist u. a. für den NDR, die OZ und den „Urlaubs-Lotsen“ auf der Insel unterwegs. Bis März... mehr

Weite Anreise zum Strandräuber IRONMAN 70.3 Rügen?

Catharina Varchmin-Mittelstädt hat tatsächlich einen weiten Weg zu absolvieren, um am 2. Strandräuber IRONMAN 70.3 Rügen teilnehmen zu können: Sie muss dazu von Bergen nach Binz kommen. „Na und“, fragt man sich, „ist doch nichts dabei. 15 Kilometer, was ist das schon?“ Irrtum: Catharina wurde zwar 1978 in Bergen auf Rügen geboren. Sie lebt aber nun schon seit 2001 in Bergen, Norwegen. 821 Kilometer Luftlinie sind das, per Auto und Schiff: 1192 Kilometer.

Nach ihrer Ausbildung zur Krankenschwester ist Catharina vor 14 Jahren nach Norwegen gegangen. Sie arbeitet dort als Hebamme und hat zwei Kinder aus einer Beziehung mit einem Norweger: Hanna Charlotte (11) und Theo (9). Seit vier Jahren ist sie mit Sven Mittelstädt, einem ehemaligen Mitschüler aus Bergen (Rügen), verheiratet. „Wir kennen uns schon seit der Sekundarstufe in der Schule. Meine Kinder und die Arbeit sind aber nicht die einzigen Gründe, warum ich immer noch hier bin. Ich liebe Norwegen! Die Natur ist einzigartig. Die Berge, die Fjorde. . . die Landschaft ist einfach traumhaft.“

 

Catharina ist ein sehr aktiver Mensch.
„Norwegen gibt mir so viele Möglichkeiten, meine vielseitigen Interessen zu leben. Hinzu kommt, dass mir die Mentalität der Norweger sehr gut gefällt. Ich habe sehr oft das Gefühl, sie sind zufriedener mit sich und ihrem Leben. Man geht sehr viel freundlicher miteinander um.“

Sie habe „hier oben“ ein sehr schönes, zufriedenes Leben gefunden und würde Norwegen als ihr Zuhause bezeichnen. „Jedoch wird Rügen immer meine Heimat bleiben. Ich bin immer noch sehr mit der Insel verbunden. Hier habe ich viele schöne Erinnerungen an meine Kinder-, Jugend- und Schulzeit. Außerdem lebt ein Teil meiner Familie hier.“

 

Jeden Sommer ist sie auf der Insel.
„Ich liebe das Meer und die schönen Strände, die weite flache Landschaft, mit ihren Feldern und Wiesen. Es ist einzigartig und ein riesiger Kontrast zu Norwegen!“

Den Inselexperten hat sie verraten, dass sie sehr stolz darauf ist, ein waschechter Rüganer zu sein. „Umso stolzer bin ich, dass hier ein Ironman 70.3 durchgeführt wird.“

Sie wisse um ihren Heimvorteil. „In diesem Sommerurlaub habe ich das Meer vor Prora und Binz und an Schaabe fürs Schwimmtraining nutzen können. Mit meinem Mann, der mich übrigens zum Rennradfahren gebracht hat, bin ich dann ein paar Mal die Radstrecke gefahren, soweit die verstopften Straßen im Sommer es zuließen.“

 

Am Wettkampf-Sonntag werden ihre Familie und einige ihrer Freunde nach Rügen kommen, um sie anzufeuern. „Das motiviert und ist eine unglaubliche Hilfe im Kampf gegen die Zeit. Ich wünsche mir, dass wir alle viel Spaß haben werden und es nicht nur für mich ein unvergesslicher Tag wird.“

In Norwegen leben, auf Rügen finishen ;0)
„Mein Ziel ist in erster Linie das Erreichen der Ziellinie. Ich habe mir für das Rennen Zwischenzeiten gesetzt, um am Ende hoffentlich unter sechs Stunden zu bleiben. Das Schwimmen und Radfahren wird ganz gut klappen, denke ich. Meine Schwäche liegt eher beim Laufen. Mein Mann, der mich beim Strandräuber IRONMAN auf Rügen an der Strecke unterstützen wird, sagt in dieser Disziplin auch gern (ganz liebevoll und nicht ganz ernst gemeint :-), ich wäre im Sternzeichen Schnecke geboren.“

Der Strandräuber ist ihr erster großer Triathlonwettkampf und eine ganz neue Erfahrung. „Ich bin daher sehr gespannt, was am Ende geht.“ Triathlon ist bekanntlich ein Sport, in den man sehr viel Zeit investieren kann und muss. Drei verschiedene Sportarten in Einklang zu bringen – neben Job und Familie kann das manchmal ganz schön herausfordernd sein.

„Ich versuche, das Training so gut wie möglich in meinen Alltag einzubauen, um so die Zeit fürs Training so oft wie möglich nutzen zu können, wann immer ich sie habe. Das klappt eigentlich super. Zum Beispiel fahre ich die 20-Kilometer-Strecke zur Arbeit und zurück fast immer mit dem Fahrrad.“ Ab und an, wenn sie es zeitlich einrichten kann, läuft sie die Strecke. Oder sie geht vor dem Spätdienst noch schnell zum Schwimmtraining. „Zusätzlich mache ich Krafttraining und Spinning im Fitness-Studio. Ich bin zur Vorbereitung auf den IRONMAN 70.3 in den Bergen Triathlon Club (BTC) eingetreten.“ Dieser Club bietet täglich unverbindliches Training an.

 

„Seit mehr als vier Jahren gönnen mein Mann und ich uns im Frühjahr eine Woche Rennrad-Trainingslager auf Mallorca. Ich glaube, es ist wichtig, dass man Freude am trainieren hat, denn nur so kann man jeden Tag irgendwie aktiv sein.“

Vom ersten Strandräuber IRONMAN 70.3 Rügen habe sie erst nach diesem Event erfahren. „Ich habe mir dazu im Internet einige Filme angesehen. Damit war ich infiziert. Das war für mich der Einstieg in diesen Sport. Ich fand Triathlon schon immer toll und jede der Disziplinen für sich schon lange ausgeübt, nur eben nie in Kombination.“

 

Sie freue sich auf die Insel, die Freunde und den Triathlon. Nur eines verstehe sie nicht, dass sich manche Rüganer („und sehr viele Deutsche überhaupt“) sich ständig übers Wetter beklagen. „Das tun die norwegischen Bergener nie, obwohl sie in der regenreichsten Stadt Europas wohnen, mit durchschnittlichen 220 Regentagen im Jahr.“

 

Die Inselexperten wünschen Catharina einen guten Start in den Strandräuber IRONMAN 70.3 Rügen. Nutze den Heimvorteil! Genieße die Insel! Lass Dich anfeuern und vom Jubel der Zuschauer über die Finish-Line tragen!

 

Foto: privat


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