Rügen rollt: Tricks in der Halfpipe im Skatepark Baabe


Holger Vonberg ist gebürtiger und bekennender Rüganer. Sein Berufswunsch als Zweijähriger: „Urlauber Baabe“. Das hat nicht ganz geklappt. Ab 1991 war er als Journalist u. a. für den NDR, die OZ und den „Urlaubs-Lotsen“ auf der Insel unterwegs. Bis März... mehr

Die Sonne knallt erbarmungslos auf den Skatepark im Ostseebad Baabe, doch das hält Nickolas, Björn, Tilman, Florian und nicht einmal den zweijährigen Jonne davon ab, auf der Bahn ihre Runden zu drehen. Während Jonne den Parcours eher hockend auf dem Board absolviert, ziehen die Großen ganz andere Kaliber aus der Tasche: Sie zeigen Combos, Catchen nach dem Fliptrick, Sliden über Curbs, nehmen Footages auf, rasen in die Halfpipe. . .

„Die Bahn ist perfekt“, sagt Nickolas außer Atem. Er kommt aus Schwerin und kann sich hier nach Herzenslust austoben. Und Tini schaut zu. Dann kommt Christoph, ein hoch aufgewachsener junger Mann mit Basecap. Christoph Eder, Jahrgang 1987, stammt von Mönchgut, ist begeisterter Skateboarder und studiert in Weimar Media-Art. „Kunst schaffen, Medien gestalten, Experimente wagen – und zwar mit offenem Blick für die Gegenwart und zukunftsorientiert, das ist die Philosophie des Studiengangs Medienkunst/Mediengestaltung an der Bauhaus-Universität Weimar“, ist auf der Seite der Uni zu lesen.

Und Christoph Eder hat sich in diesem Bereich schon einen Namen gemacht
– und zwar mit seinem Bachelor-Abschlussfilm „Mr. Wood“. In diesem 45-minütigen Film geht es um Andreas Schützenberger. Und der ist der erfolgreichste Skateboardrampenbauer Europas, ein heißblütiger Unternehmer und perfektionistischer Handwerker, der im Jahr eine Million Schrauben versenkt, durch die ganze Welt reist und vor 20 Jahren seine größte Leidenschaft mit seinem Beruf verknüpfte. Im Pitching-Wettbewerb des MDM Nachwuchstages KONTAKT 2013 erhielt Christoph Eder für die Präsentation von „MR. WOOD“ eine lobende Erwähnung. Außerdem wurde das Projekt mit dem Bauhaus-Film-Instituts-Förderpreis 2013 ausgezeichnet.

Christoph möchte sich später selbstständig machen und mit Filmen Geld verdienen, aber auch Zeit zum Reisen haben. „Am liebsten würde ich am Meer wohnen“, sagt er. Und das ist ihm nicht zu verdenken, denn er ist in Göhren aufgewachsen, nur 200 Meter vom Strand entfernt. „Ich bin jeden Abend mit dem Meeresrauschen eingeschlafen. Das vermisse ich manchmal. So oft es geht, komme ich deshalb nach Rügen.“ Hier spielt er Beachvolleyball, Fußball, skatet.

Im Skatepark hat er auch seinen Film „Mr. Wood“ vorgestellt und junge Leute von der Insel und vom Festland begeistert.

Übrigens: Der Verein „Park Skating Mönchgut“ e.V. wechselte im Winter 2014/2015 seinen Namen auf „Rügen rollt!“e.V. und startete im Frühjahr 2015 in „seine nächste Epoche“. Vorhaben wie Skateboardcamps, Jugendförderung, Austauschprojekte mit anderen Regionen und weitere Contests werden das Vereinsleben der Zukunft u.a. mitbestimmen.

Mehr dazu auf: www.ruegenrollt.de und www.mister-wood.de

Fotos: Holger Vonberg

 

 

 

 


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