Kultursommer am Kap: Weit mehr als „Labskaus der Gefühle“


Holger Vonberg ist gebürtiger und bekennender Rüganer. Sein Berufswunsch als Zweijähriger: „Urlauber Baabe“. Das hat nicht ganz geklappt. Ab 1991 war er als Journalist u. a. für den NDR, die OZ und den „Urlaubs-Lotsen“ auf der Insel unterwegs. Bis März... mehr

So bunt, wie die Felder im Frühjahr auf Wittow in Rot, Blau, Lila und Gelb geblüht haben, so bunt ist auch das Programm im Kultursommer am Kap. „Die TONabnehmer“ aus Berlin laden seit dem 17. Juli in den Leuchtturmwärtergarten ein – zu Musik und Schauspiel, zu anspruchsvoller Unterhaltung an einem romantischen Platz. Marie-Luise Gunst und Jens Hasselmann sind „Die TONabnehmer“.
Den Inselexperten gaben sie kurz vor dem Bergfest ein Interview:

Hallo Jens und Marie!

Hallo Rügen!

 

Das klingt ja wie Musik in meinen Ohren.

 

Marie: Stimmt, denn „Hallo Rügen“ heißt unsere Insel-CD, die im vergangenen Jahr erschienen ist. Diese musikalische Liebeserklärung haben wir nicht nur auf der Seebrücke in Sellin vorgestellt, sondern auch beim ersten IRONMAN 70.3 Rügen im vergangenen Jahr in Binz, bei der Expo in Mailand und vor wenigen Wochen während der NDR-Sommertour in Bergen präsentiert. Heute, am 6. August, laden wir übrigens um 19.30 Uhr in den Leuchtturmwärtergarten ein, um mit unseren Gästen „Hallo Rügen“ bei einem Kerzenkonzert zu feiern.

 

Jens: Einlass ist wie bei allen Veranstaltungen bereits um 18.30 Uhr. „Hallo Rügen“, das sind 13 Songs. Wir nehmen die Gäste musikalisch mit zum Bakenberg-Camp, nach Hiddensee und Bergen, fahren mit ihnen die Alleen entlang und über den alten Rügendamm, machen Zwischenstopps in Sellin, Binz und am Kreidefelsen. So erfährt das Publikum auch mit einem Augenzwinkern, wie Gott kurz vor Feierabend die Insel erschaffen hat. Das ist Rügen für die Ohren. Als Gast begleitet uns Jörg Mischke am Piano, der sonst u.a. mit Axel Prahl unterwegs ist. Diesen Abend für Rügenfreunde und solche, die es werden wollen, gibt es dann noch einmal am 20. August.

 

Ihr habt aber noch weitere Überraschungen im Gepäck – getreu dem Motto: Ich lieb dich mehr und Meer.

 

Marie (lacht): Das kann man so sagen. Da ist zum Beispiel unser Theaterstück „Der Geist der Mirabelle“ noch drei Mal zu erleben (7., 14. und 21. August). In diesem Ostsee-Lustspiel nach dem gleichnamigen Buch von Siegfried Lenz geht es um Bollerup, ein Dorf von heute: offen, erreichbar, von reisenden Vertretern erobert, von Versandhäusern generalstabsmäßig mit dem letzten Wunschkatalog bedient. . . Dennoch: Es gibt etwas in Bollerup, das nur ihm und – in der Verlängerung – dem Land gehört. . .

 

Jens: Mehr verraten wir aber nicht. Nur so viel: Es sind wunderbar groteske Geschichten über die Bewohner der Ostsee – mit schrillen Figuren, lehrreiche Anekdoten und viel Musik. Ein Labskaus der Gefühle, sehr nahrhaft übrigens auch für Einheimische.

 

 

Die Norddeutschen wissen bekanntlich, wie man feiert. DaRUM sind auch in diesem Jahr nicht nur die Kreuz- und Prenzlberger Nächte lang. Auch die zweite und damit letzte „Kubanische Nacht“ am 8. August am Kap wird wohl wieder ein wahres Feuerwerk.

 

Jens: Si! Die kubanischen Nächte an Rügens Nordspitze sind inzwischen legendär. Geboren wurde diese Idee vor ein paar Jahren, als wir zum ersten Mal hier am Kap und auf einer Theaterbühne überhaupt Hemingways „Der alte Mann und das Meer“ zum Leben erweckt haben. Seitdem erfreuen sich auch die kubanischen Nächte großer Beliebtheit – mit echter handgemachter kubanischer Musik von und mit Ricardo Moreno und Band, mit Salsa und leckeren Cocktails wie Cuba Libre. Larga vida! Und so mancher Gast steckt sich dann zum Sundowner auch genüsslich eine Zigarre an.

 

Arkona ist mit seinem Schinkelturm ja ein beliebter Ort, an dem Paare sich das Ja-Wort geben. „Hafen der Ehe“ heißt Eure Komödie, die am 11. August Premiere feiert und auch am 12., 18. und 19. August zu sehen sein wird. Wasser wartet, sorry, was erwartet die Zuschauer?

 

Marie: Ich mach´s kurz: Wir zelebrieren eine ganz gewöhnliche Hochzeitsfeier, die durch eine ganz außergewöhnliche Standesbeamtin völlig aus den Fugen gerät. In urkomischen Streifzügen durch die Aufgaben und Abgründe der Ehe will sie nämlich dem Paar einmal schonungslos und ehrlich zeigen, was das „Anker werfen“ im heimischen Wohnzimmer bedeutet. Sie singt, lacht, lallt und liebt sich durch die Episoden des klassischen Beziehungslebens. Es heißt ja wohl auch nicht von ungefähr: „Bis dass der Tod uns scheidet!“

 

Jens: Tja, so rund es wohl in mancher Ehe auch zugehen mag: Wir runden den Kultursommer auf Arkona jedenfalls noch mit dem maritimen Kerzenkonzert „Butter bei die Fische“ am 13. August ab. Und mit einem Sommernachtstanz am 15. August, dem ersten Maskenball am Kap, der die Langeweile demaskiert. Und wer keine Maske hat, bekommt sie hier bei uns.

 

Da weiß ich ja jetzt schon, wie meine Maske heißen wird.

 

Jens und Marie gleichzeitig: Wie denn?

 

Henry!

 

Weitere Informationen:  www.kap-kultur.de

 


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