52 Gesichter der Insel Rügen: Stefanie Besch #29of52


Holger Vonberg ist gebürtiger und bekennender Rüganer. Sein Berufswunsch als Zweijähriger: „Urlauber Baabe“. Das hat nicht ganz geklappt. Ab 1991 war er als Journalist u. a. für den NDR, die OZ und den „Urlaubs-Lotsen“ auf der Insel unterwegs. Bis März... mehr

Stefanie Besch | Freie Journalistin, Jahrgang 1982

Vom Prenzlberg nach Gager

„Wir Jungpioniere treiben Sport und halten unseren Körper sauber und gesund.“ Dieses Pioniergebot erheitert Stefanie Besch noch immer. Zur Wende war sie acht Jahre alt. Schweinebaumeln an der Teppichstange, Flaschen und Altpapier sammeln für die Klassenkasse und die Armen in Nikaragua, ein toller Kindergarten und die Schule gleich daneben, das sind die Erinnerungen an ihre Kindheit. Fahnenappelle und den Pionierknoten mochte sie eher nicht.

Viele Sommer hatte sie schon bei ihren Großeltern auf Mönchgut verbracht, als die Eltern dann 1996 mit ihr nach Rügen zogen. Die Familie wollte sich mehr um die Großeltern und um das schilfgedeckte Haus in Gager kümmern, in dem ihr Vater geboren und aufgewachsen war.

Natürlich war es für die 15-jährige Stefanie eine große Umstellung, nicht nur die Ferien auf Rügen zu verbringen und die Leichtigkeit von Sommer, Sonne und Strand zu genießen, sondern das ganze Jahr über hier auf dem Dorf zu sein. Die Schule und die Freizeit unter einen Hut zu bekommen, das war schon etwas ganz anders als das Leben in der großen Stadt.

Stefanie Besch hat an der Uni in Greifswald studiert, ihre Magisterarbeit dem Plattdeutschen gewidmet und dazu Kinder, Eltern und Großeltern auf Mönchgut befragt. Heute ist die freie Journalistin Mitglied in der Mönchguter Trachtengruppe und lebt mit ihrer kleinen Familie, zu der auch Töchterchen Betty gehört, im Ostseebad Sellin. Und noch etwas verrät Stefanie Besch: In ihrem Küchenschrank hat sie hauptsächlich DDR-Geschirr von der Mutti und Oma. „Ich mag das total“, sagt sie lachend. „Ich bin damit groß geworden und würde dieses Geschirr nie verschenken, denn das ist unkaputtbar.“

Video und Foto: pocha.de

Insel Rügen. #25JAHRE

Nach dem Mauerfall in die Reisefreiheit. Deutschland feiert im Jahr 2015 „Silberhochzeit“: 25 Jahre Deutsche Einheit. Die Insel Rügen erinnert mit der Kampagne „#25JAHRE“ an jene Zeit vor und nach dem Mauerfall. Wie haben die Menschen auf Rügen, Ummanz und Hiddensee die gesellschaftliche Wende erlebt? Wie war ihr Leben in der DDR – an der unsichtbaren Mauer, die Ostsee hieß? Und wie ging es im neuen, vereinten Deutschland für sie weiter? Rügen hat sie: Menschen mit ihren spannenden Geschichten, authentisch, ehrlich, emotional, überraschend. Jede Woche des neuen Jahres steht für 52 dieser Gesichter, die immer freitags in Kurzfilmen auf Youtube (youtube.com/wirsindinsel), Vimeo und im Blog www.wirsindinsel.de gezeigt werden: Plattdänzer und Plattschnacker, „Ureinwohner“ und Neurüganer, Sänger, Künstler, Mitgestalter, eine Meisterin, der Wetterfrosch, der Nachbar und die Nachbarin. Spannende Geschichten, die zeigen, wie tief so manche Wurzel in die Rügener Geschichte hinein reicht, was Glück und was Heimat bedeuten und wie sich Zeiten und Menschen ändern, ob Wünsche und Träume wahr wurden oder Hoffnungen sich vielleicht doch nicht erfüllt haben. #25JAHRE ist ein Projekt voller Emotionen, ein Stück bewahrter Zeitgeschichte, ein Teil von Rügen.


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