Mit dem Wittower Sondereinsatzkommando Küstenputz (SEK2) fing alles an


Berichte von Einheimischen.

Sie haben allen Grund zum Feiern, denn sie sind unsere kleinen Inselhelden und haben Rügens Küste geputzt: 520 Schülerinnen und Schülern aus 25 Klassen haben sich im Frühjahr am Küstenputz 2015 beteiligt. Und das bereits zum achten Mal auf Initiative des Biosphärenreservates Südost-Rügen. An drei Projekttagen, die in Zusammenarbeit mit dem WWF und dem Nationalparkamt Vorpommern gestaltet wurden, haben die Grundschulen von Sassnitz, Mönchgut, Sellin und Putbus zudem den Lebensraum Küste mit typischen Tieren und Pflanzen kennen gelernt, Wissenswertes über die Vermüllung der Meere erfahren, selbst an den Stränden Schwemmgut gesammelt und daraus kleine Kunstwerke geschaffen. Und die wurden bei der Abschlussveranstaltung in Sellin jetzt präsentiert: Collagen, Plakate, Objektkunst aus alten Dosen, Gummilatschen, Plasteabfällen, Netzresten. . .

Größtes Exponat: ein defektes Ruderboot, das von dem Wittower Sondereinsatzkommando Küstenputz, kurz SEK2, vom Strand unterhalb der Steilküste des Windlandes Wittow mit Seilen, Flaschenzügen und großem körperlichen Einsatz geborgen werden konnte.

Das SEK2 hatte vor zehn Jahren eine Aktion gestartet und arbeitet auch heute noch beim Küstenmonitoring und bei Putzaktionen aktiv mit, nimmt Wasserproben und dokumentiert angeschwemmten Unrat.

Das Ziel ist klar: Unsere Strände sollen noch sauberer werden.
Und es soll ein Umdenken passieren, um auch die Meere sauberer zu bekommen. Aus dem Wittower Projekt wurde ein Inselprojekt, eine Aktion mit Leuchtturmcharakter für den gesamten deutschen Ostseeraum, wie Ralf Drescher, Landrat von Vorpommern-Rügen, in seiner Dankesrede sagte.

Und Ingolf Stodian vom Nationalparkamt, rechnete vor: Pro Jahr landen 10 Millionen Tonnen Plaste den Gewässern, das ist, als würde jeder Mensch auf diesem Planeten 100 Plasteflaschen ins Meer werfen. „Ich mache es nicht. Und Ihr auch nicht, denn Ihr seid die Experten – Vorbilder und in gewisser Weise auch Umwelterzieher.“

Als Überraschungsgast meldete sich dann auch noch Jaques, das Maskottchen des OZEANEUMS Stralsund, zu Wort und dankte den lütten Rüganern für ihre gute Tat.
„Macht weiter so, ihr kleinen Müllkiller. Und achtet darauf, dass nichts achtlos weggeworfen wird. Die Folgen habt Ihr ja selbst gesehen und zum Glück beseitigt.“

Finanziell unterstützt wurde die Küstenputzaktion auch in diesem Jahr vom Rotary Club Rügen, vom Soroptimist Club Insel Rügen und vom Tourismusverband Rügen. Die Kurverwaltungen Gager, Göhren und Sellin haben den Restmüll entsorgt.

 

Fotos: Holger Vonberg


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