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Die Badesaison hat begonnen. Und mit ihr auch die Zeit der bewachten Badestrände auf Deutschlands größter Insel. Hier können sich die Besucher sicher fühlen, denn die Rettungstürme und Wachstationen in den größeren Badeorten sind mit gut ausgebildeten, engagierten und motivierten Lebensrettern besetzt. Und ihnen werden – so gut es geht – von den Kurverwaltungen rote Teppiche ausgerollt. Denn als Sonneninsel mit Badespaß pur setzen wir hier auf Sicherheit am und im Wasser.

Je nach Bedarf hat das Ostseebad Sellin sechs bis acht Rettungsschwimmer am Haupt- und Südstrand im Einsatz.
Um den Ehrenamtlern den Aufenthalt auf Rügen so angenehm wie möglich zu gestalten, stellt die Kurverwaltung zwei Wohnungen mit je drei Doppelzimmern, mit Bad, Küche, Balkon und Fernseher zur Verfügung und hat diese Wohnungen jetzt komplett neu ausgerüstet, so die Kurdirektorin Adriana Zawisza.

Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft besetzt vom 27. Juni bis 5. September den Rettungsturm in Thiessow mit zwei bis vier Rettungsschwimmern. 13 haben sich angemeldet und wie in den anderen Badeorten bekommen sie auch in auf Mönchgut eine kleine Aufwandsentschädigung. „Im Haus des Gastes haben wir zwei Wohneinheiten für die Rettungsschwimmer vorbereitet“, sagt Aranka Wilke von der Kurverwaltung Thiessow. „Wir übernehmen auch die Fahrkosten für die Rettungsschwimmer, versorgen sie mal mit Backwaren auf dem Turm und stellen alles für einen Grillabend bereit. Leihfahrräder können sie selbstverständlich kostenlos nutzen.“ Schließlich opfern die Ehrenamtler ihren Jahresurlaub für diesen wichtigen Einsatz.

Einsatz mit Familienbegleitung
Auch in Baabe steht der Badesaison nichts im Weg. Dort sind drei bis elf Rettungsschwimmer eingeplant. Auch ihnen bereitet die Kurverwaltung Quartier.

„Wir haben eine Unterkunft mit insgesamt 27 Betten in Zwei-, Drei- und Vier-Bettzimmern für die Rettungsschwimmer“, so Uta Donner, die Tourismusdirektorin von Baabe. „So können sie zum Teil mit ihren Familien anreisen, wenn der einfache Standard für die Familien in Ordnung ist. Nur die Angehörigen zahlen eine Übernachtungspauschale.“

Vom 15. Juni bis 13. September ist der Turm in Juliusruh mit drei Rettungsschwimmern besetzt. Der Turm wird gerade renoviert, so die Kurverwaltung.

Untergebracht sind die Rettungsschwimmer in Juliusruh in einem Hauptgebäude mit zwei Schlafzimmern, Küche, Gemeinschaftsraum, Bad und WC und einem Nebengebäude (Bungalow) mit zwei Wohneinheiten für jeweils zwei Personen.

Der Wasserrettungsdienst wird hauptsächlich durch „Stammbesatzungen“ abgesichert, die schon seit vielen Jahren ihren Dienst hier verrichten.

In Glowe übernimmt die DRK-Wasserwacht die Regie. „Wir haben dort einen Rettungsturm mit drei Rettungsschwimmern und auch ein Rettungsboot“, sagt Burkhard Päschke, Pressesprecher des DRK-Kreisverbandes Rügen-Stralsund. „Die Rettungsschwimmer bleiben in der Regel 14 Tage. Wir stellen ihnen eine schöne Unterkunft im Ort und arbeiten eng mit dem Tourismus- und Gewerbeverein und der Gemeinde Glowe zusammen“, so Päschke. Besetzt sei der Turm vom 1. Juli bis 3. September.

Das Ostseebad Göhren hat mit der DLRG einen so genannten „Full-Service-Vertrag“ abgeschlossen, gewährleistet so die Absicherung des Strandes vom 1. Mai bis 30. September. Die Unterkunft (vier Schlafräume, ein Wachleiterzimmer, drei Bäder, eine voll ausgestattete Küche) befindet sich im Haus des Gastes und wird, so die Kurverwaltung, den Standard einer Jugendherberge gerecht.

In Rügens größtem Ostseebad, in Binz, sind zurzeit zwölf Rettungsschwimmer der DLRG auf vier Türmen im Einsatz.
Für Wachleiter Karsten Weise aus Sachsen ist es die nunmehr 13. Saison. „Mit den Bedingungen vor Ort sind wir sehr zufrieden, die Unterkünfte im IFA-Ferienpark einfach perfekt. Und auch die Atmosphäre in Binz gefällt uns.“ Rund 80 000 Euro gebe die Gemeinde pro Jahr für die Unterbringung der Rettungsschwimmer aus, so Bürgermeister Karsten Schneider.

Von 9 bis 18 Uhr werden die Türme in Binz täglich besetzt. In der Freizeit können die Rettungsschwimmer in Absprache mit der Kurverwaltung bestimmte Veranstaltungen kostenfrei oder ermäßigt besuchen. Und im Sommer werden sie von der Kurverwaltung zu den Störtebeker-Festspielen eingeladen.

Die Ostsee hat jetzt, gegen Ende Mai, erst etwa 13 Grad Wassertemperatur. Kein Hinderungsgrund für Iris Weber (19) und Melanie Steidle aus Baden-Württemberg, in die Fluten zu springen. Sie sind Rettungsschwimmerinnen der DLRG und haben Wache auf dem Turm an der Binzer Seebrücke. „Bei uns gibt es mehr Berge als Meer. Darum ist es für uns etwas ganz Besonderes, hier zu sein“, sagt Iris. In Sellin hat sie schon eine Saison verbracht. Melanie ist das erste Mal auf Rügen. Auch ihr gefällt die Insel und der Arbeitsplatz mit Meerblick.

An der Küste von Mecklenburg-Vorpommern sind in diesem Sommer rund 2800 Rettungsschwimmer von der DLRG und der DRK-Wasserwacht an 43 Orten im Einsatz und bewachen 52 Badestellen an Binnenseen.

Eine sichere Bank für die rund zehn Millionen Badegäste. Ehrenamt sei Dank. Der größte Wunsch der Rettungsschwimmer? „Dass sich alle Gäste auch an die Baderegeln halten, damit sie sich und uns nicht in Gefahr bringen“, so Wachleiter Weise.

 

Hier ist noch ein weiterer Artikel zu unseren Rettungsschwimmern vom DLRG:
www.wirsindinsel.de/2014/08/08/wo-generationen-von-rueganern-schwimmen-lernen/

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Holger Vonberg

Holger Vonberg ist gebürtiger und bekennender Rüganer. Sein Berufswunsch als Zweijähriger: „Urlauber Baabe“. Das hat nicht ganz geklappt. Ab 1991 war er als Journalist u. a. für den NDR, die OZ und den „Urlaubs-Lotsen“ auf der Insel unterwegs. Jetzt gehört er als Inselexperte zur festen Besatzung der Tourismuszentrale Rügen. Er lebt mit seiner Frau auf Wittow und hat zwei erwachsene Kinder.

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