Mit(t)Sommer auf Rügen


Mit(t)Sommer auf Rügen
Holger Vonberg ist gebürtiger und bekennender Rüganer. Sein Berufswunsch als Zweijähriger: „Urlauber Baabe“. Das hat nicht ganz geklappt. Ab 1991 war er als Journalist u. a. für den NDR, die OZ und den „Urlaubs-Lotsen“ auf der Insel unterwegs. Bis März... mehr

Warum nur scheint eine Melodie mich leicht beschwingt in diesen Tagen zu begleiten und geistern mir Textzeilen wie diese durch den Kopf:

Abend kommt.
Sonne geht.
Zündet die Lichter an.
Trinkt die Musik.
Leert den Wein,
dass man gut tanzen kann.

Na klar. Mittsommer naht und damit so mancher Sommernachtsball, wie im gleichnamigen Lied von Veronika Fischer besungen.

Seit Menschengedenken werden die kürzesten und längsten Tage des Jahres mit zahlreichen Bräuchen gefeiert, die Winter- und die Sommersonnenwende. Am 21. Juni ist es wieder soweit, dann beginnt der astronomische Sommer, dann erreicht die Sonne ihren mittäglichen Höchststand über dem Horizont. Höher geht’s nicht, ab dann nur noch tiefer – bis zur Wintersonnenwende, die aber zum Glück bis zum 22. Dezember auf sich warten lässt.

Genießen wir also den längsten Tag und die kürzeste Nacht des Jahres auf der größten Insel Deutschlands
– auf Rügen und auf ihren kleinen Schwesterinseln Ummanz und Hiddensee.

Wie wäre es mit der Sommersonnenwendfeier zu Füßen der Leuchttürme am Kap Arkona? Ab 17 Uhr gibt es dort Musik und Kulinarisches. Zwei Stunden später beginnt eine Feier an der Kurmuschel im Park von Juliusruh oder auch eine vierstündige Abendveranstaltung mit Fingerfood auf dem Baumwipfelpfad im NaturerbeZentrum Rügen in Prora. Und in Sellin startet um 21 Uhr eine Wanderung zum mystischen Schwarzen See.

In den von Alfred Haas gesammelten Rügen-Sagen ist unter anderen die Geschichte von der Prinzessin Svanvithe zu finden, die in der Mittsommernacht in den unterirdischen Saal unter dem Garzer Burgwall gelangte und nur in der Johannisnacht erlöst werden kann. Die Johannisnacht ist übrigens die Nacht zum 24. Juni, dem Johannistag, an dem die Geburt Johannes des Täufers gefeiert wird. In jener Johannisnacht läuten auch die Glocken versunkener Kirchen und erscheint alle sieben Jahre die Jungfrau am Waschenstein bei Stubbenkammer in der Hoffnung, endlich erlöst zu werden.:

Sommernachtsball,
Grillen und Nachtigallen,
Sommernachtsball,
singen vereint mit allen.
Sommernachtsball,
tanz bis zur Morgenröte.
Sommernachtsball,
bis dass der Schlaf uns töte.

Na – die letzte Zeile vergessen wir lieber. Oder?

 

 


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