Einweihung der Schau-Leuchtoptik von Kap Arkona am 1. Mai, 14:00Uhr


Berichte von Einheimischen.

Sie dreht sich wieder!

Blitz – Blitz – Blitz – kein Blitz und das alle 17 Sekunden ist die optische Kennung des Leuchtturms von Kap Arkona. Die beeindruckende Optik vom Beginn des vorigen Jahrhunderts versieht seitdem unermüdlich ihren Dienst und weist den Schiffen im 30 Seemeilen-Bereich um Kap Arkona ihren Weg. Seit dem Jahre 2006 können Besucher vor dem „Neuen Leuchtturm“ eine baugleiche Optik, die von der Fachstelle für Verkehrstechniken in Koblenz für das Wasser- und Schifffahrtsamt Stralsund sorgfältig und aufwendig restauriert wurde, bestaunen. Anfang des Jahres wurde der Antrieb für das fast 300kg wiegende optische System im Auftrag des Fördervereins Kap Arkona, entsprechend den Gegebenheiten in dem kleinen Gehäuse, konstruiert und gebaut. Damit ist die Schauoptik von Kap Arkona die einzige große Leuchtfeueroptik in Deutschland, die für Besucher nahezu auf Augenhöhe zugänglich ist und eindrucksvoll den optischen Effekt einer Fresnel-Linse in einem Leuchtfeuer erlebbar macht.

Die Optik besteht aus einem 3-Linsen-System mit extrem kurzer Brennweite, die nur als Fresnel Linse realisierbar ist.
Der im Jahre 1788 geborene geniale Ingenieur und Physiker Augustin Jean Fresnel entwickelte dieses Linsenprinzip, das es erlaubt Linsen mit sehr kurzen Brennweiten herzustellen und dabei sehr viel Glas und somit Gewicht als auch Volumen einzusparen. Fresnel-Linsen kamen erstmals auf Leuchttürmen zum Einsatz und lösten dort die Spiegelsysteme ab. Der Wellentheoretiker Augustin Jean Fresnel, der das Ausbreitungsverhalten von optischen und Radiowellen erforschte, wurde daher u.a. zum „Sekretär für Leuchttürme“ ernannt. Sein Name steht, neben den Namen von Ampere, LaPlace, Coulomb, Fourier und 67 weiteren französischen Ingenieuren und Wissenschaftlern, in goldenen Lettern auf der Balustrade der ersten Etage des Eiffelturms.

Es ist nicht nur für Technik-Freaks ein Genuss, die Antriebsmechanik und die Optik mit ihrer Fern- und Nahwirkung und einem Systemgesamtgewicht von 400kg in Betrieb zu erleben. Faszinierend ist auch der geringe Energieverbrauch. Mit dem Energiebedarf einer Kochwäsche kann das System ca. eine Woche ununterbrochen betrieben werden.

Das System ist 24h am Tag in Betrieb. Lediglich abends, wenn der große Leuchtturm seine Arbeit aufnimmt, wird die Lichtquelle abgeschaltet.

 

Dipl.-Ing. Martin Bögelsack
i.A. des Fördervereins Kap Arkona
verantwortlich für Konstruktion u. Ausführung


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