Bärlauch im Putbuser Park: Es liegt was in der Luft…


Holger Vonberg ist gebürtiger und bekennender Rüganer. Sein Berufswunsch als Zweijähriger: „Urlauber Baabe“. Das hat nicht ganz geklappt. Ab 1991 war er als Journalist u. a. für den NDR, die OZ und den „Urlaubs-Lotsen“ auf der Insel unterwegs. Bis März... mehr

Ein ganz besonderer Duft zieht in diesen Tagen durch die ehemalige Fürstenresidenz Putbus. Knoblauch? Fehlanzeige! Bärlauch ist die richtige Antwort. Diese Pflanzenart aus der Gattung Allium (Lauch) ist verwandt mit Schnittlauch, Zwiebel und Knoblauch und gedeiht im einstigen Schlosspark und auf angrenzenden Flächen hervorragend.

Von April bis Mai blüht der Bärlauch, und so schmückt sich der Park in diesen Tagen mit einem grün-weißen Teppich.

Wenn der Bärlauch blüht, ist die Erntezeit längst vorbei. Mit Genehmigung der Stadtverwaltung von Putbus pflückt beispielsweise Spitzenkoch Peter Knobloch aus Göhren die jungen Blätter, um daraus Pesto, Saucen, Dressings, Kräuter-Öle und Suppen zu zaubern. Auch spezielles Bärlauch-Salz stammt aus seiner Experimentierküche.

Schon im Schloss des Fürsten Malte zu Putbus (1783-1854) haben Bärlauchgerichte auf dem Speiseplan gestanden.
Der Fürst hatte diese Gemüse-, Gewürz- und Heilpflanze von einer Italienreise mitgebracht und im Kräutergarten ansiedeln lassen. Und von dort trat der Bärlauch seinen Siegeszug durch den Park an.

Tiere helfen übrigens dabei, die Samen zu verteilen, denn wenn sie über den Lehmboden laufen, nehmen sie den Bärlauchsamen mit, manchmal auch über größere Distanzen. Vorsicht also, wenn Sie Bärlauch in ihrem Garten ansiedeln. Dann werden Katzenpfoten schnell zu Samenboten.

 

Bärlauchrezepte gibt es wie Sand am Meer.

Hier das Bärlauch-Pesto von unserem Wittower Inselexperten zum Nachmachen:
Junge Bärlauchblätter waschen, nachdem die groben Stiele entfernt worden sind. Dann mit Petersilie, Thymian, Currykraut, Olivenöl und wenig Wasser in der Küchenmaschine pürieren und mit geriebenem Parmesankäse, Pfeffer, Salz und Maggi abschmecken. Wer will, kann das Pesto mit Pinienkernen veredeln oder den Geschmack mit Knoblauchzehen verstärken. Das Pesto schmeckt besonders gut mit unserem Rügener Badejungen oder auf einem ganz einfachen Butterbrot. Guten Appetit!

Fotos: Holger Vonberg


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ABO


2 Kommentare

  • Nahezu fassungslos stand ich heute in Putbus im zarten Bärlauchgrün.
    In meinem Garten hege und pflege ich seit Jahren einige wenige Pflänzchen……. Ich gestehe…. Ich konnte nicht widerstehen. Eine schmale Handvoll wunderbaren Bärlauches wird mich morgen nach Schleswig-Holstein begleiten. Ich freue mich auf ein Bärlauch-Pesto mit Walnüssen an köstlichen Pappardelle!!!