Promis auf Rügen: „Hier sind die Möwen noch richtig weiß…“


Berichte von Einheimischen.

Rügen ist die beliebte und angesagte Adresse für den Urlaub. Und zum Leben. Darum zieht es auch viele Prominente auf die Insel, gute Bekannte aus Funk und Fernsehen.

„Störti kommt, Störti kommt wieder mal. Störti kommt!“ Mit einem Augenzwinkern hat Wolfgang (Lippi) Lippert sein Erna-Lied leicht abgewandelt – in Vorfreude auf das nächste Piratenspektakel im Sommer 2015.

Lippi liebt es nicht nur, im Fernsehen und Radio präsent zu sein, dort Sendungen zu konzipieren und zu moderieren, sondern auch auf der Freilichtbühne am Großen Jasmunder Bodden live vor Tausenden Zuschauern aufzutreten und Piraten-Balladen zu singen. Im Jahr 2000 hatte er seine Premiere bei den Störtebeker-Festspielen. Ganze Fan-Gruppen reisen extra seinetwegen an.

„Ich bin schon fast zur Hälfte Rüganer.“

Unweit der Festspiele betreibt seine Frau Gesine das Restaurant „RIFF“ direkt am Yacht-Hafen von Ralswiek. „Sie ist öfter hier als ich“, sagt Lippi. „Aber auch ich bin schon fast zur Hälfte Rüganer. Die andere Hälfte ist in der Republik unterwegs.“

Im Schloss Ralswiek haben Gesine und Wolfgang geheiratet. Die Insel ist ihr zweites Zuhause geworden. „Ich liebe Rügen, die Strandspaziergänge, das Segeln und Angeln mit Freunden. Hier sind die Möwen noch richtig weiß. Ich fühle mich hier einfach richtig wohl.“

 

„Wandern wir mal. . .“
  Gut gelaunt und braun gebrannt, den Rucksack geschultert – so kann uns auf Rügen auch Hartmut Schulze-Gerlach über den Weg laufen. In einem Dorf bei Bergen hat sich Muck mit seiner Frau und den beiden Kindern niedergelassen. Er genießt die Sonne und einen Cappuccino am Bergener Markt, gleich neben der Tourist-Information. „Rügen ist schon lange mein Zuhause“, verrät er. „Nicht erst, seit ich hier richtig wohne.“

„Damals war´s!“
  1967 begann seine Liebe zur Insel. Er war gerade 19 Jahre alt. Im Sassnitzer Fischereihafen hat er bei einem Schiffsausrüster gearbeitet, die Fischkutter mit Kisten, Eis, Salz und Schiffsdiesel versorgt. Warum gerade dieser Job? „Ich hatte eigentlich vor, abzuhauen. Und da dachte ich mir, wenn ich im Hafen arbeiten würde, dann hätte ich vielleicht eine Chance. Die Küste, das war für mich immer ein Hauch von Abenteuer und Freiheit.“ Aus seiner Flucht wurde aber nichts. „War doch zu gefährlich. Außerdem hätte man von Sassnitz aus kaum Glück gehabt.“ So blieb er im Lande, kam im Bergener Wehrkreiskommando vor die Musterungskommission und wurde Soldat in Prora. Plötzlich war nichts mehr da von diesem Hauch von Abenteuer und Freiheit am Meer.

„Ich fühlte mich eingesperrt.“  Aber wenn die Stürme über die Ostsee jagten, kam dieses Gefühl von Freiheit wieder auf. Seitdem ließ ihn der Traum von einem kleinen Hof auf Rügen nicht mehr los.

Der Wahlrüganer Muck ist regelmäßig mit der Sendung „Damals war´s“ im MDR-Fernsehen zu erleben.

„Einmal im Monat fahre ich zur Aufzeichnung, habe etliche Auftritte, aber vor allem Zeit, mich um meine Kinder zu kümmern.“ Tamino und Finja sind gebürtige Rüganer.  „Und ich bin ein Rüganer vom Herzen her.  Ich mag die gewisse Distanz, die leicht kühle Art der Insulaner. Doch wenn sie erst einmal aufgetaut sind, dann kommt man gut mit ihnen klar. Vieles läuft hier noch per Handschlag. Und das gefällt mir“, sagt Muck und nippt noch einmal am Cappuccino. Seine Frau Anja hat er übrigens in Sassnitz geheiratet, auf dem Motorschiff „Nordwind“. Rügen war schon lange zuvor ein Zuhause für ihn. Wohl auch deshalb heißt sein Plattenlabel: Rugya Records.

 

 

 


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