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„Hoch Julklapp!“

Im heidnischen Brauchtum wurden hier auf Rügen die „Zwölften“ besonders gefeiert, jene Nächte zwischen dem 25. Dezember und dem 6. Januar, beginnend nach der Wintersonnenwende, der längsten Nacht des Jahres. Da wurde auf dem Herd das Julfeuer, „der so genannte Julblock, entzündet“, wie Ingrid Schmidt in ihrem Buch „Götter, Mythen und Bräuche von der Insel Rügen“ schreibt. „Mit Fackeln, die an diesen Flammen in Brand gesetzt wurden, trug man das Feuer – mit ihm das Licht – auf die Felder und feierte damit die wiederkehrende Sonne.“ Auch wurden dann zum Julfest den Göttern Tier- oder Speiseopfer gebracht, „um sie um Fruchtbarkeit und Gedeihen in der Familie, im Feld und Stall zu bitten“.

Zum Neujahr wurde gebacken, die noch heute bekannten Tollatschen, aber auch Brote in Tierform.

„Vom Neujahrsgebäck hob man ein wenig das ganze Jahr über auf, sicherlich, weil man hoffte, dann auch das ganze Jahr genug zu essen zu haben.“

Und zu Silvester soll der Julbock, der Ziegen- oder Klapperbock, zusammen mit dem Schimmelreiter sein Unwesen getrieben haben. Und wer jemanden beschenken wollte, machte es wie etliche Logistikzentren und Kurierfahrer heutzutage. Man verpackte die Überraschung in mehrere ineinander gesteckte Schachtel, klopfte kräftig an die Tür, öffnete sie und warf es mit dem Ruf „Hoch Julklapp!“ und dem Namen des Empfängers ins Haus.

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