Orangefarbene Perlen liefern Vitamine pur


Berichte von Einheimischen.

Angenommen, Michael hätte seinen Farbfilm nicht vergessen und stattdessen die Zitrone des Nordens geerntet. . . Auch in diesem Falle könnte Nina Hagen singen: „Hoch stand der Sanddorn am Strand von Hiddensee, Micha, mein Micha – und alles tat so weh. . .“ Denn mit seinen Stacheln wehrt sich der Sanddorn ganz entschieden gegen den Zugriff und die Scheren der „Melker“. Dennoch hat er kaum eine Chance, denn im Herbst ist Erntezeit. Auch auf Rügen.

Auf der Plantage der Firma Rügen direkt – unweit der Leuchttürme am Kap – sind Urlauber und Einheimische in diesen Tagen eingeladen, die orangefarbenen, sehr sauren aber äußerst vitaminreichen Perlen zu ernten. Gesäubert von den Blättern werden die Zweige eingefroren, die Beeren dann abgeklopft und gepresst.

Etwas Gesünderes gibt es kaum,
  denn der Vitamingehalt variiert zwischen 200 und 900 Milligramm pro 100 Gramm Fruchtfleisch. Und damit toppt der Sanddorn die Zitrone um ein Vielfaches.

Übrigens: Alexander der Große soll den Sanddorn (lat. Hippophae rhamnoides) von seinen Eroberungszügen mitgebracht haben. Die Pflanze kommt mit ihren weit verzweigten Wurzeln auf kargem Boden gut zurecht und wird Weiden- oder Dünendorn genannt, auch Haff-, Au- oder Seedorn, Fasanen- oder Sandbeere oder auch Rote Schlehe. Egal, wie man den Sanddorn bezeichnen mag – hoch steht er jedenfalls, auch am Strand von Hiddensee. Die Farbfotos sind der Beweis ;0)

 

Unser Inselexperten-Tipp:

Das wertvolle Sanddornkonzentrat bleibt auch nach dem Öffnen der Flasche haltbar, wenn man den Saft in einem Eiswürfelbehälter einfriert und portionsweise entnimmt. Sanddorn schmeckt übrigens lecker in den Rügener Urlaubsplätzchen, im Tee, als Likör oder alkoholfreier Brotaufstrich und wird auch verwendet als Zusatz in Hautpflegeprodukten, denn er enthält wundheilende ätherische Öle.

 

Fotos: Holger Vonberg


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