Gingst – ein ehemaliges Angerdorf auf Rügen mit Flair


Seit 1755 leben die Vorfahren von Uwe Hinz als Bürger in Bergen auf Rügen. Hier stand 1948 auch seine Wiege. Sein Interesse für Geschichte, Archäologie und die Bücherwelt sind Bestandteil seines Lebens. Der Kürschnermeister lebt und arbeitet mit seiner Frau... mehr

Wenn Sie, verehrte Leserin oder Leser dieser Zeilen, einen guten Tipp möchten, dann empfehle ich Ihnen das wunderschön gestaltete und interessante Angerdorf Gingst auf der Insel Rügen. Von Bergen aus liegt Gingst etwa 15km in nordwestlicher Richtung. Bereits in der Ferne grüßt Sie der Kirchturm mit seiner barocken Haube. Das Ambiente um den Markt herum hat schon kleinstädtisches Flair.
Historisch gesehen wurde das Angerdorf Ghynxtz erstmalig 1232 urkundlich erwähnt und galt über Jahrhunderte als bedeutender Marktflecken neben Bergen und Garz. Heimisch war hier die Damastweberei. 1773, noch unter schwedischer Herrschaft, hob der Gingster Präpositus Johann Gottlieb Picht die Leibeigenschaft für seinen Sprengel auf. Mit dieser neuen Freiheit konnten die „Freien“ zuerst gar nicht so recht umgehen, denn bisher regelten andere für sie den größten Teil des Tages.
Ein verheerender Brand äscherte 25. August 1950 große Teile des Dorfes ein. Umso mehr Hochachtung muss man den Menschen zollen, dass IHR Dorf heute in erhabener Schönheit erstrahlt.

Einen unübersehbaren Mittelpunkt bildet die spätgotische St. Jacobi – Kirche mit dem ansehnlichen barocke Pfarrhaus und inspirierendem Garten.
Nach einem Brand 1726 wurde die dreischiffige Hallenkirche schwedisch – barockisiert. Altar, Kanzel, Orgel sind sehenswert und die jährlich stattfindenden Sommerkonzerte sind besondere Erlebnisse für Gäste und Einheimische.
Ein weiteres Kleinod sind die mit Rohr gedeckten Weberhäuser – heute die historischen Handwerkerstuben. Ein Museumsbesuch ist ein Muss für jeden Rügen – Besucher. Hier wird noch liebevoll oft längst vergangenes Handwerk dargestellt und vom alltäglichen Leben der Menschen erzählt. Bestaunen Sie die handwerklichen Fähigkeiten unserer Vorfahren u.a. Weber – Schuhmacher – Kürschner – Schneider. Ein drittes Haus beherbergt eine historische Schmiede. Entdecken Sie in den Ausstellungen Kurioses, Nachdenkliches und Erinnerungen an die eigene Kindheit.

Im romantischen Innenhof mit Cafe dem sogenannten „Grünen Markt“ treffen Sie jedes Jahr von Juni – Anfang Oktober die verschiedensten Gewerke.
Hier bieten kleine Unternehmen und Privatpersonen ihre Produkte an – von Fisch, über Gemüse, Eier, Käse, Honig, Obst,… bis zur selbst bereiteten Mahlzeit.
Naturkosmetik, Gefilztes, Gestricktes und Gesticktes, Korbwaren, Keramik und Holzwaren aus der Region, ausgewählte Literatur und Kalender, Pfeifen und Tabak, ein guter Tropfen und manche Überraschung mehr ist Samstag (Juni – Anfang Oktober) von 10.00 Uhr – 16.00 Uhr allemal einen Besuch wert. Hier finden Sie noch Menschen, die die Liebe zu ihrem Produkt vermitteln können.
Übrigens findet jedes Jahr in Gingst (Markt und Museumsareal) der Kunsthandwerkermarkt statt – 2015 vom 8. bis zum 9. August.

Habe ich Sie neugierig gemacht? Dann entdecken Sie ein wichtiges Stück „typisch Rügen“ in Gingst auf Rügen. Weitere Tipps erfahren Sie gerne vor Ort. Wir sehen uns und freuen uns auf SIE und EUCH!

Ihr Kürschnermeister Uwe Hinz
und Magister Historicus

 

Die Rechte für Text und Fotos liegen ausschließlich beim Autor und bedürfen bei Weiterverwendung dessen persönlicher Genehmigung.

Inselexperten-Tipp:

Der Autor Uwe Hinz bietet außerdem regelmäßig Stadtführungen in Bergen auf Rügen an:

“Mit Ihrem magister historicus das historische Bergen entdecken”
Ein Streifzug durch unsere Kultur-, Natur-, Architektur- und Kunstgeschichte

Mittwochs (vom 01. April bis 30.September) um 10.30 Uhr
Treffpunkt ist der Platz „ Am Goldener Brinken“ (obere Bahnhofstrasse an der Billroth –Eiche)

ab 2 Personen pro Pers. 10,00 EURO
Dauer ca. 120 Minuten
Individuelle Führungen zu anderen Tagen und Zeiten das ganze Jahr über gern nach Absprache.

Donnerstags (bis Ende September) Kirchen- und Klosterarealführungen von 11.30 – 12.30 Uhr (5 Euro pro Person)
melden am Informationsstand in der Kirche St. Marien

Kontakt: firma-hinz@web.de oder telefonisch unter 03838 252808 (oder abends unter 03838 308485)

 

 


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