„. . . ein unbeschreibliches Gefühl im Ziel!“


„. . . ein unbeschreibliches Gefühl im Ziel!“
Holger Vonberg ist gebürtiger und bekennender Rüganer. Sein Berufswunsch als Zweijähriger: „Urlauber Baabe“. Das hat nicht ganz geklappt. Ab 1991 war er als Journalist u. a. für den NDR, die OZ und den „Urlaubs-Lotsen“ auf der Insel unterwegs. Bis März... mehr

Interview mit Andreas Millat (Präsident des Triathlonverbandes Mecklenburg-Vorpommern)

Am 14. September fällt im Ostseebad Binz der Startschuss für den ersten „Strandräuber IRONMAN 70.3 Rügen“. Mit dabei sind auch Starter aus unserem Land, freut sich Andreas Millat, der Präsident des Triathlon-Verbandes Mecklenburg-Vorpommern. Im Interview hat er den Inselexperten erzählt, wann sein letzter Triathlon war und wie er ihn überstanden hat:

Andreas Millat: Meinen letzten Triathlon habe ich am 19. Juli in Havelberg absolviert. Es war eine echte Hitzeschlacht. Zum Glück hatte ich vorher gut trainiert. Trotzdem war ich froh, dass ich zum Schluss (nur) 6,6 Kilometer laufen musste.

Das Schwimmen, Radfahren und Laufen auf der IRONMAN- oder Halbdistanz ist ein besonders harter Brocken. Was treibt Menschen dazu, sich derart zu belasten, sich dieser extremen Herausforderung zu stellen?

A. M.: Ausdauersportarten sind zurzeit sehr beliebt. Viele Laufveranstaltungen melden immer größere Teilnehmerzahlen. Ich glaube, den meisten Startern geht es so wie mir: Einerseits macht der Wettkampf an sich viel Spaß. Andererseits ist es ein unbeschreiblich gutes Gefühl im Ziel, wenn man sich für sein Training belohnt hat und erfahren durfte, dass der eigene Körper einer sportlichen Belastung gewachsen war. Das gilt ganz besonders für den Triathlon, weil sich der Starter in gänzlich unterschiedlichen Sportarten bewiesen hat.

Die Insel Rügen ist am 14. September erstmals Austragungsort des Strandräuber IRONMAN 70.3. Wie geeignet ist diese Region aus Ihrer Sicht?

A. M.: Die Insel Rügen ist schon deswegen für einen Triathlon geeignet, weil der Wettkampf dort einen eigenen, unverwechselbaren Charakter entwickeln wird.

Welche Effekte hat ein solches Sport-Event für die Insel?

A. M.: Die Effekte für die Region kann ich kaum abschätzen. Aus sportlicher Sicht erwarte ich, dass die Sportart Triathlon in den Sportvereinen der Region Rügen/Stralsund wahrgenommen wird. Der örtlich nächste Verein, der Triathlon als Sportart anbietet, ist bisher in Greifswald. Es wäre schön, wenn sich Sportvereine in der Region entschlössen, Triathlon-Abteilungen zu gründen.

Wie stark ist der Landesverband MV – und wie werden hier die jungen Talente gefördert?

A. M.: Mecklenburg-Vorpommern ist ein einwohnerschwaches Bundesland. Entsprechend ist auch der Triathlonverband M-V im Vergleich zu anderen Landesverbänden relativ klein. Der Triathlonverband M-V ist jedoch im Leistungssport eine feste Größe in der Bundesrepublik Deutschland. Talente können am Bundesnachwuchsstützpunkt in Neubrandenburg oder am Landesstützpunkt in Rostock unter professioneller Anleitung trainieren. Unser Anspruch ist es, den Talenten den Weg bis in die internationale Spitze zu ebnen. Das war in der Vergangenheit mit Anja Dittmer, Christiane Pilz sowie Michael und Andreas Raelert so und wird hoffentlich auch in der Zukunft der Fall sein. Die guten Ergebnisse der Nachwuchsathleten geben Anlass zur Hoffnung.

Wie schwer ist der Weg ins Profilager?

A. M.: Es ist in Deutschland kaum möglich, mit der Teilnahme an Triathlon-Wettkämpfen Geld zu verdienen. Die Profis sind daher Weltenbummler. Das muss man mögen. Das Leben eines Profis ist von ständigem und langem Training geprägt. Den ganzen Tag zu trainieren klingt meines Erachtens nur auf den ersten Blick verlockend. Der Weg in das Profilager ist also sehr steinig.

Ist Triathlon auch etwas für Otto-Normal-Sportler? Wie (und auch wie lange) sollte man sich als Laie auf einen solchen Wettkampf vorbereiten?

A. M.: Ich behaupte, jeder gesunde Mensch kann sich unter Anleitung in einem Sportverein auf einen Triathlon vorbereiten. Das Training ist gesundheitsfördernd und sehr abwechslungsreich. Es muss ja nicht die Langdistanz sein. Ein so genannter Sprinttriathlon geht über 500 bis 750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und 5 Kilometer Laufen. Ein Anfänger braucht ungefähr sechs Monate, um sich auf einen solchen Wettkampf vorzubereiten. Der Umfang und die Intensität des Trainings sind auf den Trainingsfortschritt abzustimmen. Eine Mitteldistanz, wie sie auf Rügen ausgetragen wird, nimmt sich kein Triathlon-Anfänger vor, weil die Teilstrecken zu lang und insgesamt zu anstrengend sind. Ich gehe davon aus, dass alle Starter schon zuvor auf kürzeren Strecken Erfahrungen gesammelt haben. Ein Laie ist daher jemand, der möglicherweise in der letzten Zeit nicht trainiert hat aber über Trainingserfahrung verfügt. So ein Sportler wird ebenfalls ungefähr ein halbes Jahr brauchen, um sich auf die Halbdistanz vorzubereiten.

Herzlichen Dank – und viel Erfolg, auch im sportlichen Bereich.

 

www.ironman.ruegen.de

www.triathlon-mv.de

 

 

 


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