CD „Hallo Rügen“ in Sellin begeistert gefeiert


Holger Vonberg ist gebürtiger und bekennender Rüganer. Sein Berufswunsch als Zweijähriger: „Urlauber Baabe“. Das hat nicht ganz geklappt. Ab 1991 war er als Journalist u. a. für den NDR, die OZ und den „Urlaubs-Lotsen“ auf der Insel unterwegs. Bis März... mehr

Rügen im Regen. Für ein Open-Air-Konzert absolut nicht optimal. Schon gar nicht für ein CD-Release-Konzert. Könnte man meinen.

Donnerstagabend am Strand von Sellin: Die Tonabnehmer aus Berlin wollen mit ihrer Band die neue CD „Hallo Rügen“ vorstellen. Die ersten Gäste, viele sind über die ganze Insel extra nach Sellin gefahren, kommen an den Strand. Besorgt blickt der Musiker, Singer und Songwriter Jens Hasselmann nach oben. Dicke Wolken ziehen langsam über die Kliffkante. Es fängt an zu schütten. Schnell den Stromanschluss gekappt, die Instrumente mit Planen gesichert. Das Regenradar auf dem Smartphone zeigt einen dunkelblauen Streifen, der sich über das Mönchgut legt – und bleibt. Die Musiker stehen im Regen, lassen das Konzert aber nicht baden gehen.

Plan B:
Abbauen, improvisieren. Während der Pianist sein elektronisches Klavier trockenlegt und sich der Schlagzeuger auf den Weg nach Berlin macht, um seine Trommeln zu retten, weil er am nächsten Tag mit Axel Prahl und Band unterwegs sein wird, ziehen die Tonabnehmer, Marie-Luise Gunst und Jens Hasselmann, und der Bassist Helge Marx auf die Seebrücke.

Balticsaal statt Kaiserwetter.
Das Leben ist kein Wunschkonzert. Die „Geburt“ ihrer CD hätten sie sich anders gewünscht, doch die Enttäuschung über den geplatzten Band-Auftritt überspielen die drei auf der Bühne gekonnt. „Das ist heute wohl eher ein Kaiserschnitt“, sagt Sängerin Marie-Luise und lächelt. Das Publikum, etwa 50 Urlauber und Einheimische, applaudiert, mit jedem Lied, das vorgestellt wird, mehr.

„Hallo Rügen“ ist eine CD, in der ganz viel Liebe, in der ganz viel Insel steckt, in der so manches Wortspiel zum Nachdenken anregt und auf der jemand, der Rügen und Hiddensee kennt, sich und die eindrucksvolle Landschaft wiederfindet: Die malerischen Alleen, den Bakenberg mit seinem großen Campingplatz, wo das Himmelszelt aufgebaut wird, die BINZessin, die Kreidezeit, das Helene-Weigel-Haus in Putgarten. Oder Rügens ehemalige Kreisstadt, die nichts zu verBERGEN hat. Man muss eben „Genauer Hiddenseen“, wie Marie-Luise singt.

Dass dort Profis auf der Bühne stehen, spürt das Publikum vom ersten Moment an,
sind doch zwei Lieder für Klavierbegleitung komponiert, doch das Klavier „schwimmt im Fluss“, ist gerade nicht zu gebrauchen. Was also tun? Kurze Absprache zwischen Jens und Helge zum Lied vom alten Rügendamm. Es passt. Und der Song über die Selliner Seebrücke wird von Marie-Luise als Gedicht rezitiert, begleitet von Gitarre und Bass mit einem kleinen Schuss Tango. „Die Bohlen, die knarren, sind unsere Bühne und alles ist so weit weg hinter den Dünen. Wir haben den Stress im Wasser versenkt mit dem Wind, der unsere Schritte lenkt.“.

Ganz zum Schluss verraten die drei Musiker „Die wahre Geschichte der Entstehung von Rügen“. „Ein fantastisches Konzert“, schwärmt der Schauspieler Burkhard Kurth, der die TONabnehmer von den Kultursommern am Kap Arkona kennt. Er hat mehrere Jahre den Leuchtturmwärter Schilling gespielt – manchmal auch bei Regen. „Ich finde es toll, was die drei Musiker hier auf der Seebrücke gezaubert haben. Ein sehr intimes und emotionales Konzert. Und eine CD, die man haben muss!“

Es gibt Blumen für die Künstler und von den Künstlern eine lila Rose für die Selliner Kurdirektorin Adriana Sawisza, den Tourismusverband Rügen, die Tourismuszentrale Rügen und die Ostsee-Zeitung, die dieses Projekt unterstützt haben.

 

P. S.:

Die nächsten Konzerte „Hallo Rügen“ sind am 19. August um 19.30 Uhr auf dem Baumwipfelpfad des NaturerbeZentrums Rügen (Ticket für 18 Euro erhältlich: Touristinfo Ticketshop, Markt 23, Bergen auf Rügen) und am 21. August um 20 Uhr im Helene-Weigel-Haus in Putgarten.

Hier kann die CD bestellt werden.

Und noch etwas:
In der Ostsee-Zeitung, Lokalausgabe Rügen, wartet am Sonnabend, dem 16. August, eine kleine Überraschung auf die Leser!


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