Palucca Tanzwoche auf Hiddensee


Susanne Burmester lebt seit 1990 auf Rügen. Sie schreibt über Kunst und Künstler, für spannende touristische Imageprodukte und gerne über kulturelle Höhepunkte des Insellebens. Als Galeristin für zeitgenössische Kunst ist sie viel unterwegs. Das schärft den Blick für das Glück... mehr

Über dreißig Jahre lang hat die Tänzerin und Tanzpädagogin Gret Palucca (1902-1993) ihre Sommer auf der Insel Hiddensee verbracht. In magischen Momenten eines Videos auf Youtube  kann man sie auf der von ihr geliebten Insel beim Strandspaziergang erleben oder eine Aufführung ihres Ausdruckstanzes „Serenata“ aus den dreißiger Jahren sehen. Das Engagement eines Vereins zu Rettung ihres Hauses war leider nicht erfolgreich und das 1961 erbaute Domizil wurde 2009 abgerissen.

Seit ihrem Tod 1993 veranstaltet die Palucca Schule Dresden jedoch in jedem Sommer, Ende Juli, die „Tanzwoche Hiddensee“ auf der kleinen Insel.
Diese und allein Ihr Grab auf dem Friedhof in Kloster erinnern an die revolutionäre Tänzerin.

In den zwanziger Jahren war die Palucca in Dresden ein Star und wurde von den heute berühmten Künstlern der Moderne verehrt. Die eigene Schule für „Freien Tanz“ musste sie in der NS-Zeit schließen. Obwohl sie jüdischer Herkunft war, erhielt sie jedoch kein Tanzverbot. 1945 eröffnet sie die Schule wieder, die 1949 als „Fachschule für künstlerischen Tanz“ verstaatlicht wurde. Stets hatte Palucca den Konflikt zwischen klassischem und modernem Tanz auszugleichen, erst 1993 erhielt die Schule den Status einer Akademie, in der beide Richtungen gleichgestellt wurden. Für Palucca hatte die Improvisation immer einen hohen Stellenwert – sowohl in der Lehre als auch in der Kunst. Zur Palucca Woche auf Hiddensee können Besucher etwas davon erleben, wenn Schüler der bisher einzigen Hochschule für Tanz in Deutschland (Dresden) ihre Tanzimprovisationen vor der Naturkulisse der Insel aufführen.


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