Segeln mit asthmakranken Kindern


Holger Vonberg ist gebürtiger und bekennender Rüganer. Sein Berufswunsch als Zweijähriger: „Urlauber Baabe“. Das hat nicht ganz geklappt. Ab 1991 war er als Journalist u. a. für den NDR, die OZ und den „Urlaubs-Lotsen“ auf der Insel unterwegs. Bis März... mehr

25 Jahre Christian-Müther-Gedächtnisfahrt

Heute startet im Hafen auf dem Dänholm bei Stralsund die 25. Christian-Müther-Gedächtnisfahrt mit asthma- und bronchialkranken Kindern. Unter ärztlicher Betreuung durch die Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin Greifswald und die Kurkliniken können die Kinder drei unbeschwerte Tage an Bord historischer Segelschiffe aus Deutschland, Dänemark und den Niederlanden genießen und unter vollen Segeln frei atmen.

Dreitages-Törn unter ärztlicher Aufsicht

Mehr als 5000 Mädchen und Jungs wurden in den vergangenen Jahren auf diese Art betreut, unter ihnen kleine Gäste aus Zypern, Polen und Litauen.

Mit der Gedächtnisfahrt wird an Christian Müther (1961-1989) erinnert, einen jungen und hoffnungsvollen Arzt, der an einem Atshmaanfall gestorben ist. Seine Eltern, Astrid von Zydowitz-Müther und der Hyparschalenkonstrukteur und Architekt Ulrich Müther (1934-2007), gründeten 1995 die „Christian-Müther-Stiftung – Segeln mit asthmakranken Kindern“. Diese Stiftung wird unterstützt von den Rotary Clubs Rügen, Greifswald und Stralsund, dem Museumshafen Greifswald, vom CJD Garz auf Rügen und vielen ehrenamtlichen Helfern. Flaggschiff ist die See-Tjalk „Christian Müther“, ein niederländischer Plattboden-Frachtensegler, der auch außerhalb der Gedächtnisfahrten mit Kindern, Jugendlichen und anderen Gruppen unterwegs ist.

Erlebnisse an Bord, Spaß auch an Land

Heute fahren die Kinder nach Lauterbach und zeigen nach dem gemeinsamen Abendbrot ein kleines Kulturprogramm. Am nächsten Tag wird bei entsprechendem Wetter zur Insel Ruden und wieder zurück nach Lauterbach gesegelt. Auf der Festwiese werden die kleinen Skipper dann von den Mitarbeitern des Sana-Krankenhauses mit einem Abendessen überrascht. Und am 18. Juli geht es nach einem Törn rund um die Insel Vilm wieder zurück nach Greifswald, wo traditionell das Fischerfest gefeiert wird.

Vor zwei Jahren war Sandra Völker prominenter Gast bei der 23. Christian-Müther-Gedächtnisfahrt. Die mehrfache Welt- und Europameisterin hat Olympisches Silber und Bronze gewonnen und weiß, was in den Kindern vor sich geht. Im Sommer 2000 wurde bei ihr Asthma bronchiales diagnostiziert, kurz vor den Olympischen Sommerspielen in Sydney. Dass auch Asthmatiker Hochleistungssport betreiben können, hat sie daraufhin bewiesen.

Das Kinderlachen ist der schönste Lohn

Seit Jahren engagiert sich Falk Meyer, der ehemalige Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Stralsund für die Christian-Müther-Gedächtnisfahrt: „Das ist eine ehrenamtliche Aufgabe, die mir am Herzen liegt. Das Schönste ist, wenn man sieht, wie die Kinder aufblühen, mit anpacken und alles reibungslos abläuft. Das Kinderlachen ist der schönste Lohn für unsere Arbeit.“

Ben aus Putbus ist Asthmapatient der Kinderklinik Greifswald Vor zwei Jahren war auch er mit an Bord. Der Segeltörn machte dem damals Neunjährigen Spaß. „Wir haben viel gelacht und gespielt, auch gemalt. Die Luft ist sehr gut.“ Polizist würde er gern werden. „Aber ich bin nicht so sportlich.“ Vielleicht hat ihm ja Sandra Völker unterwegs Mut gemacht und noch ein paar Tipps gegeben, wie man auch mit Asthma mehr Spaß am Sport haben kann.

„Wir können die Kinder natürlich nicht heilen auf dieser Fahrt“, sagt Dr. Hinrich Ballke vom Stiftungsvorstand „Aber sie fühlen sich wohl. Sie toben herum, frei von Luftnot. Und sie vergessen für ein paar Stunden, Tage oder Wochen ihre Krankheit. Die Kinder spüren, dass jemand für sie da ist. Und vielleicht geben sie dies später auch an andere Menschen weiter.“

 

Wer die Christian-Müther-Stiftung unterstützen will:

Spendenkonto:

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