Der Rügen-Sound: Im Studio mit den TONabnehmern, Tag 4 & 5


Berichte von Einheimischen.

Insel-CD „Hallo Rügen“ wird in einem Berliner Studio eingespielt

Marie-Luise Gunst und Jens Hasselmann sind die TONabnehmer und haben Insellieder mit Wortwitz und Herz geschrieben, eine musikalische Liebeserklärung für Deutschlands größte Insel. Ihre neue CD „Hallo Rügen“ wächst und gedeiht prächtig, denn in diesen Tagen spielen sie die Songs mit Musikerkollegen und –freunden in einem Berliner Studio ein.
Und sie führen Tagebuch:

 

Vierter Studiotag:

 

 

 

11:00 Uhr
Wenn wir es schaffen, stehen heute noch drei Songs auf dem Plan. Den Anfang macht die ruhige und jazzige Ballade „Juliusruh“. In dem Lied geht es darum, wie es sich anfühlt, allein am Strand von Juliusruh zu sein.

12:10 Uhr
Nach dem Soundcheck und kleineren Absprachen geht s jetzt los. Nicolai zählt ein.

14:50 Uhr
So jetzt wird es chillig, gar nicht so leicht, sich bei Nieselregen und 14 Grad in einen Sommer-Feeling-Reggea-Hit hinein zu fühlen. Aber nach ein paar Gags und einigen Lachern über missratene Einzählversuche nimmt der Song Fahrt auf. Eine kleine Hommage an alle Zeltplätze der Insel und das Naturfeeling unter freiem Himmel:

„Bakenberg“
Komm, wir schwänzen am Strand,
komm, wir faulenzen nackt im Sand,
hör´n den Wind, spür´n die Wellen,
sind wieder Kinder, die sich keine blöden Fragen stellen.

Pack das Himmelszelt ein, der Bakenberg ruft,
die Seele tankt heut Frischluft open air,
wir sitzen barfuß vor dem Zelt,
Grill und Kühlbox – unsere Welt.
Und genießen einfach, einfach den Moment.

18:00 Uhr
Geschafft… Alle Tracks mit Bass, Drums und Tasten sind aufgenommen. Wow… das ging wirklich schnell… die Musiker sind einfach fantastisch.

Ein kleiner, schmerzlicher Abschied folgt. Wir sind uns echt ans Herz gewachsen und hoffen alle, bald das nächste Konzert mit den Rügen-Songs zu spielen. Nicolai und Helge sagen: „Tschüss!“ und mit Mischka haben wir noch etwas ganz Besonderes vor, einen reinen Klaviersong… nur der Steinway Flügel und Maries Gesang. Dafür schieben wir den Flügel in die Mitte das Raumes und platzieren vier Mikrofone um ihn… Soundcheck

20:00 Uhr
Und los geht’s…

22:00 Uhr
Auch dieser Song ist im Kasten… ein weiterer kreativer und ereignisreicher Tag geht zu Ende.

 

Fünfter Studiotag:

 

 

 

11:00
Nachdem wir in den letzten Tagen alle „Grundbänder“, also Bass, Drums, Klavier und Gitarren zusammen eingespielt haben, sind heute die „Overdubs“ an der Reihe. Die „Overdubs“ sind weitere Tonspuren, um einen volleren Sound bei den einzelnen Songs zu bekommen. Als Erstes setzt sich Mischka noch einmal an die Hammond-Orgel und spielt zu einigen Songs Orgel. Zuvor hatte er bei der Aufnahme das Klavier gespielt.

13:00
Nun sind noch einige Saiteninstrumente an der Reihe. Jens spielt zu diversen Tracks Mandoline, Ukulele und noch mehrere verschiedene Gitarren ein. Es macht ihm sichtlich Spaß. Und er versucht, immer neue manchmal skurrile Sound-Ideen umzusetzen.

14:45
Während der Pastapause kommt unser alter Freund Mario Ferraro ins Studio. Wir sind mit dem Gitarristen der „Polkaholix“ schon seit Jahren musikalisch und freundschaftlich verbunden. Er hat seine Pedal Steel Guitar und die Lapsteel Guitar mitgebracht und soll z.B. bei unserem Surfersong „Piratenzone“ für das richtige Hawaii-Feeling sorgen. Die „Lapsteel“ legt man auf die Knie und spielt sie mit einem Metallröhrchen. Schon beim Soundcheck entführt er uns mit dem typischen Klang an den Pazifischen Ozean.

16:30
Die Pedal Steel Guitar ist ein kleines mechanisches Wunderwerk. Man kennt den Sound hauptsächlich aus der Countrymusik. Viele Saiten, Stängchen und Schräubchen müssen eingestellt und justiert werden, bevor es dann losgehen kann. Sie verbreitet einen vollen, aber nicht aufdringlichen Hintergrundsound. Wir möchten damit den „Alleen“-Song und unsere Liebeserklärung an Hiddensee veredeln.

18:25
Nun kommt Simon Fagan zu uns ins Studio. Zu dem aus Dublin stammenden Musiker haben wir eine besondere Rügen-Freundschaftsbeziehung. Wir lernten ihn im letzten Jahr bei einer unserer kubanischen Nächte während unseres „Kultursommers am Kap“ auf Arkona kennen. Er fragte in bestem Irlandenglisch, ob er mitspielen könne und spielte mit Maries Trompete den ganzen Abend ohne irgendeine Probe.

Es war einfach herrlich und Musik pur. Zur nächsten kubanischen Nacht brachte er dann seine eigene Trompete mit. So auch heute. Wir möchten, dass er beim Titelsong „Hallo Rügen“, bei der „BINZessin“ und zur wahren Geschichte der Entstehung von Rügen verschiedene Parts einspielt.

20:15
„Hallo Rügen“ und „BINZessin“ sind schnell geschafft. Jetzt kommt sein Paradestück. Er soll für uns bei der swingig-jazzigen Nummer „Die wahre Geschichte der Entstehung von Rügen“ eine rotzige Oldschool-Trompete, irgendwas zwischen New Orleans 1920 und Havanna 1950, einspielen. Wir haben viel Spaß bei den immer wieder neuen, zum Teil wunderbar albernen Angeboten von Simon. Mit hochrotem Kopf bläst er immer wieder mit aller Inbrunst in seine Kanne.

So stand er an der Küste mit der Kelle in der Hand
und sah von Bornholm rüber aufs karge Pommernland
Er schaute nach dem Mörtel „Mensch, die Molle ist fast leer.“
Die Sonne ging schon unter „Lust hab ich auch keine mehr.“

Der Herr war zwar nicht geizig doch er spuckte in den Rest
„Wenn ich s jetzt nicht verbaue, Morgen ist es fest.
Ich mach jetzt noch n bisschen, das Andere wird sich fügen.“
Das ist die wahre Geschichte der Entstehung von Rügen

22:20
Herrlich, alle Parts sind im Kasten. Der Abend klingt gesellig mit unseren gemeinsamen Rügengeschichten und einigen Bierchen aus. Auch Mario spielte schon mit uns am Kap. Am sechsten und letzten Studiotag werden wir uns dann den Gesängen von Marie und Jens in aller Ruhe widmen.

 

 


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